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Ablauf einer Gewebespende

Schritt für Schritt: So läuft eine postmortale Gewebespende ab Inhalt Bei einer postmortalen Gewebespende stellen Spenderinnen oder Spender Körpergewebe für eine Übertragung (Transplantation) zur Verfügung. Diese Spendergewebe werden dann an die passenden Patientinnen und Patienten vermittelt. Doch wie läuft eine Gewebespende genau ab – und bis zu welchem Alter ist sie möglich? Kurz gefasst Der Ablauf einer Gewebespende umfasst mehrere medizinische und organisatorische Schritte. Eine Spende ist grundsätzlich bis ins hohe Alter möglich, sofern die Gewebe gesund sind. Eine Gewebeentnahme findet erst statt, wenn eine Zustimmung vorliegt und der Tod zweifelsfrei festgestellt wurde. Die entnommenen Gewebe werden in Gewebebanken konserviert und gelagert. Die Vermittlung an Empfängerinnen und Empfänger erfolgt nach medizinischer Dringlichkeit. Erfahren Sie hier Schritt für Schritt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wie lange nach dem Tod eine Gewebeentnahme möglich ist und was eine Gewebespende von einer Organspende unterscheidet.: Voraussetzungen der postmortalen Gewebespende Eine Gewebespende darf nur erfolgen, wenn bestimmte medizinische und rechtliche Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehören: Weitere Details Feststellung des Todes Es kann nur Gewebe von Menschen gespendet werden, bei denen der Tod zweifelsfrei festgestellt wurde. Dies erfolgt über den Nachweis des unumkehrbaren Ausfalls aller Hirnfunktionen (Hirntod). Abweichend zur Organspende ist die Feststellung des Todes für eine Gewebespende auch über eine sichere Todesfeststellung nach Herz-Kreislauf-Stillstand zulässig. Gespräche mit den Angehörigen Ist der Tod einer Patientin oder eines Patienten nachgewiesen, muss die Ärztin oder der Arzt mit den Angehörigen sprechen und sie darüber informieren. Klärung der Spendebereitschaft Gewebe dürfen nur dann entnommen werden, wenn eine Zustimmung dazu vorliegt – etwa durch einen Organspendeausweis oder einen Eintrag im Organspende-Register. Voraussetzungen Entnahme, Konservierung und Vermittlung der Spendergewebe Sind alle Voraussetzung für eine Gewebespende erfüllt, erfolgen Prüfung, Entnahme , Verarbeitung, und Lagerung der Gewebe: Weitere Details Medizinische Untersuchung Ärztinnen und Ärzte prüfen zunächst, ob sich die Gewebe für eine Transplantation medizinisch eignen und kein Risiko für empfangende Personen darstellen. Die Gewebeentnahme Eignen sich die Gewebe für eine Spende, erfolgt die Entnahmeoperation. Diese wird mit der gleichen Sorgfalt wie jede andere Operation durchgeführt. Nach dem Eingriff werden die Wunden verschlossen. Verarbeitung, Konservierung und Lagerung Im Gegensatz zu Spenderorganen werden Gewebe nicht direkt nach der Entnahme transplantiert , sondern zunächst verarbeitet, konserviert und bis zur Transplantation zwischengelagert. Finanzierung und kommerzielle Aspekte Die Gewebe werden in spezialisierten Einrichtungen – den Gewebebanken – in teils sehr aufwendigen Verfahren aufbereitet. Die meisten Gewebebanken in Deutschland arbeiten gemeinnützig. Aufbereitete Gewebe, sogenannte Gewebezubereitungen, dürfen wie andere Arzneimittel kommerziell vertrieben werden . Vermittlung und Transplantation Anders als für Organtransplantationen gibt es für Gewebetransplantationen keine zentral geführten Wartelisten . Die Vergabe von Gewebespenden orientiert sich an der Dringlichkeit, der Erfolgsaussicht und der Wartezeit. Entnahme, Konservierung und Vermittlung FAQ: Häufige Fragen zur Gewebespende Wie lange nach dem Tod ist eine Gewebespende möglich? Gewebe sind in der Regel wenig durchblutet. Dies bedeutet, dass eine Gewebespende auch dann möglich ist, wenn das Herz-Kreislauf-System der Spenderin oder des Spenders zum Stillstand gekommen ist. Je nach Art des Gewebes kann die Entnahme bis zu 72 Stunden nach Stillstand des Herz-Kreislauf-Systems erfolgen, wie zum Beispiel bei der Augenhornhaut. Damit unterscheidet sich die Gewebespende deutlich von der Organspende. Welche Vorerkrankungen schließen eine Gewebespende aus? Die Ausschlussgründe für eine Gewebespende hängen vom jeweiligen Gewebe ab. Darüber hinaus gibt es die sogenannten absoluten Ausschlusskriterien. Sie gelten für alle postmortalen Gewebespenden: unbekannte, nicht zu klärende Todesursache virale Infektionen (zum Beispiel HIV, Masern, Röteln) aktive systemische Infektionen (wie Typhus, Borreliose oder Malaria) Pilzsepsis Krebserkrankung des blutbildenden Systems (wie Leukämie, bösartige Lymphome) einige zentralnervöse Erkrankungen. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärztinnen und Ärzte nach den erhobenen Befunden, ob eine Gewebespende infrage kommt. Gibt es ein Höchstalter für Gewebespenden? Bei der Gewebespende gibt es kein fest vorgeschriebenes Höchstalter. Das heißt: Eine Gewebespende ist auch bis ins hohe Alter möglich. Es gibt für einzelne Gewebe ungefähre Richtwerte, aber grundsätzlich entscheiden die Ärztinnen oder Ärzte individuell, ob eine Spende möglich ist oder nicht. Für eine Spende von Knochen und Weichteile, wie Sehnen und Bänder, gibt die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ein ungefähres Höchstalter von 90 Jahren an, für Herzklappen etwa bis zum 70sten Lebensjahr. Für die Sp ende der Augenhornhaut gibt es keine Altersobergrenze. Was passiert mit dem gespendeten Gewebe? Nach der Entnahme werden die Gewebe in einer Gewebebank untersucht, aufbereitet und konserviert. Sie können dort über einen längeren Zeitraum, manchmal über Jahre hinweg, bis zu einer Vermittlung gelagert werden. Welche Gewebe werden am häufigsten übertragen? Die Augenhornhaut ist das am meisten gespendete Gewebe. Augenhornhäute werden in rund 30 Hornhautbanken im bundesweiten Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) zu Hornhauttransplantaten aufbereitet. Sie verhelfen Patientinnen und Patienten zu mehr Sehleistung oder bewahren sie im schlimmsten Fall vor Erblindung. Was passiert nach einer postmortalen Gewebespende mit dem Leichnam? Eine Gewebeentnahme wird mit der gleichen Sorgfalt wie jede andere Operation durchgeführt. Nach dem Eingriff werden die durch die Gewebeentnahme entstandenen operativen Einschnitte wieder verschlossen. Der Leichnam des verstorbenen Menschen wird den Angehörigen in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben. So können die Angehörigen nach dem Eingriff in jeder gewünschten Weise Abschied nehmen.

Lebendorganspende

Lebendorganspende: Ablauf und Voraussetzungen Inhalt Bei der Lebendorganspende werden Organe oder Organteile von lebenden Menschen übertragen Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen einer Lebendorganspende. Hier finden Sie den genauen Ablauf bei einer Lebendorganspende. Was die Erfolgschancen einer Nierentransplantation sind und wie das Leben nach einer Spende aussieht, können Sie hier weiterlesen. Erfahren Sie hier mehr über die Leberlebendspende und Transplantation der Leber. Hier geht es zum Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II. Bei einer Lebendorganspende spenden Menschen zu Lebzeiten ein Organ oder einen Teil davon an eine andere Person, meist handelt es sich um eine Niere oder einen Teil der Leber. Medizinisch möglich und gesetzlich erlaubt ist auch die Übertragung eines Teils der Lunge, des Darms und der Bauchspeicheldrüse. Da die Entnahmeoperation bei einem gesunden Menschen erfolgt, steht der Schutz der Spenderin oder des Spenders im Vordergrund und ist daher immer sorgfältig medizinisch, rechtlich und psychologisch zu prüfen. Kurz gefasst Bei einer Lebendorganspende stellen gesunde, volljährige und einwilligungsfähige Menschen ein Organ oder einen Organteil zu Lebzeiten zur Verfügung. Vor der Spende werden die medizinischen Voraussetzungen und die Passgenauigkeit der Organe geprüft. In Deutschland werden vor allem Nieren und Teile der Leber lebend gespendet. Nach der Spende können Spenderinnen und Spender in der Regel ein normales Leben führen und sind durch den Eingriff nicht eingeschränkt. Was sind die Voraussetzungen? Bei einer Lebendorganspende stellen Spenderinnen oder Spender die eigenen Organe für eine Übertragung (Transplantation) zur Verfügung. Die Lebendorganspende stellt eine besondere Herausforderung dar: An einem gesunden Menschen, also der Spenderin oder dem Spender, wird ein operativer Eingriff ohne medizinische Notwendigkeit für diese Person vorgenommen. Deshalb hat bei der Lebendorganspende der Schutz der Gesundheit der spendenden Person einen besonders hohen Stellenwert. Änderung der Regelung der Lebendorganspende Am 26. März 2026 verabschiedete der Deutsche Bundestag einen Änderungsentwurf des Transplantationsgesetzes (TPG). Diese Gesetzesänderung weitet die Regeln der Lebendorganspenden aus. Ziel ist es, den Kreis möglicher spendender und empfangender Personen zu vergrößern. Unter anderem sollen künftig Lebendnierenspenden „überkreuz“ erlaubt sein. Das bedeutet: Eine Spende durch einen anderen Organspendepartner bei inkompatiblen Organspendepaaren wird dadurch möglich sein. Die Organspendepaare müssen sich nicht kennen. Wichtig: Diese Gesetzesänderung des TPGs ist noch nicht in Kraft getreten. Jüngst wurde sie in der 2./3. Lesung durch den Bundestag verabschiedet und dem Bundesrat zugeleitet. isayildiz / Getty Images Voraussetzungen Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen einer Lebendorganspende. Wie läuft eine Lebendorganspende ab? Vor einer Lebendorganspende prüfen Ärztinnen und Ärzte in mehreren Untersuchungen, ob spendende und empfangende Person zueinander passen und eine Lebendorganspende somit medizinisch überhaupt möglich ist. In psychologischen Gesprächen wird sichergestellt, dass die Spende freiwillig erfolgt, ohne Druck und finanzielle Anreize. Die Entnahme und Transplantation finden meist im selben Krankenhaus statt. So kann das Organ direkt übertragen werden und die Erfolgschancen der Transplantation werden erhöht. Nach der Operation folgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen , um die Gesundheit beider Personen zu sichern und mögliche Komplikationen früh zu erkennen. Tom Werner / Getty Images Ablauf Hier finden Sie den genauen Ablauf bei einer Lebendorganspende. Welche Organe können lebend gespendet werden? Derzeit werden in Deutschland vor allem Nieren und Teile der Leber lebend übertragen. Medizinisch möglich und gesetzlich erlaubt ist auch die Lebendorganspende eines Teils der Lunge, des Darms und der Bauchspeicheldrüse . Diese Arten der Lebendspende werden in Deutschland jedoch kaum durchgeführt . Die Nierenlebendspende Die Nierenlebendspende ist die am häufigsten durchgeführte Lebendorganspende. Voraussetzung ist, dass die spendende Person zwei gesunde Nieren und einen guten allgemeinen Gesundheitszustand hat. Nach der Entnahme bleibt rund 70 Prozent der Nierenleistung erhalten. Eugenio Marongiu / Getty Images Die Nierenlebendspende Was die Erfolgschancen einer Nierentransplantation sind und wie das Leben nach einer Spende aussieht, können Sie hier weiterlesen. Die Leberlebendspende Bei der Leberlebendspende wird nur ein Teilstück der Leber transplantiert. Das verbleibende Leberstück wächst nach der Spende nahezu auf die ursprüngliche Größe zurück. Auch das entnommene Stück wächst und übernimmt die Aufgaben der erkrankten Leber bei der Patientin oder dem Patienten. Schon gewusst? Der Spenderin oder dem Spender werden für die Übertragung an einen Erwachsenen in der Regel etwa 60 Prozent der Leber entnommen. Ist die empfangende Person jedoch ein Kind, so wird oft nur der kleinere, linke Leberlappen transplantiert. Die Größe des Leberteils wird so gewählt, dass die Transplantation hohe Erfolgsaussichten hat und gleichzeitig so viel Lebergewebe bei der spendenden Person verbleibt, dass bei dieser keine dauerhafte Beeinträchtigung der Gesundheit zu erwarten ist. FatCamera / Getty Images Die Leberlebendspende Erfahren Sie hier mehr über die Leberlebendspende und Transplantation der Leber. Schulmaterialien Eine ausreichende Aufklärung über Organ- und Gewebespende beginnt bereits im Klassenzimmer. Unsere Unterrichtsmaterialien bieten fundierte, altersgerechte Inhalte zum Thema Lebendorganspende für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Die Leberlebendspende Hier geht es zum Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II.

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Giveaway Bestätigung

Vielen Dank für Ihre Bestellung! Auch interessant Kalender BIÖG / Lukas Barth Aktuelles Im Kalender finden Sie alle wichtigen Veranstaltungen rund um die Organ- und Gewebespende. Treffen Sie uns vor Ort. Pro und Contra asiseeit / Getty Images Erfahrungen und Meinungen Was sind Ihre Argumente für oder gegen eine Organ- und Gewebespende? Diskutieren Sie mit! Infomaterialien Mediathek Hier finden Sie Informationsmaterialen, die einen Überblick über das Thema geben oder einzelne Themenaspekte vertiefen.

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