Der Ablauf einer Lebendorganspende

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Eine Lebendorganspende erfordert intensive Vorbereitung und sorgfältige Abwägung. Bevor eine Person ein Organ spendet, finden ausführliche psychologische Gespräche und medizinische Untersuchungen statt, um sicherzustellen, dass die Spende freiwillig und ohne finanzielle Beweggründe erfolgt. Nach der Transplantation folgt eine Phase der engmaschigen Nachbetreuung, um den Heilungsverlauf zu überwachen.

Kurz gefasst
  • Vor der Entnahmeoperation werden psychologische Gespräche geführt, um sicherzustellen, dass die Spende freiwillig und ohne finanziellen Anreiz abläuft.
  • Medizinische Voruntersuchungen prüfen die Eignung von spendender und empfangender Person.
  • Nach der Transplantation folgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, um den Heilungsverlauf genau beobachten zu können.

Vor der Transplantation

Eine Lebendorganspende beginnt bereits lange vor der eigentlichen Entnahmeoperation und Transplantation. Bevor das Organ übertragen werden kann, müssen einige Vorbereitungen erfolgen:

  • Medizinische Untersuchungen prüfen, ob spendende und empfangende Person grundsätzlich für eine Organtransplantation geeignet sind und das Spenderorgan zur Empfängerin oder zum Empfänger passt.
  • Aufklärungsgespräche informieren beide Seiten über Ablauf und Risiken der Transplantation. Die spendende Person kann ihre Zustimmung zu einer Spende jederzeit widerrufen.
  • In psychologischen Einzelgesprächen wird überprüft, ob die Tragweite der Entscheidung verstanden wird und ob die Spende auf Freiwilligkeit beruht. Außerdem wird die Motivation für die Spende erörtert und inwiefern sich spendende und empfangende Person nahestehen.
  • Die Lebendspendekommission des Krankenhauses gibt abschließend eine Einschätzung ab.

Die Transplantation

Die Organentnahmeoperation und die Transplantation finden im selben Transplantationszentrum statt. So bleibt die Ischämiezeit, also die Zeit ohne Durchblutung des Spenderorgans, deutlich kürzer als bei einer postmortalen Organspende. Die Entnahmeoperation ist bei der Lebendorganspende planbar. Der Zeitpunkt kann so gewählt werden, dass die Empfängerin oder der Empfänger in einer optimalen gesundheitlichen Verfassung ist. Dies kann zu höheren Erfolgschancen der Transplantation beitragen.

Die Über-Kreuz-Transplantation oder Cross-Over-Spende

Eine Über-Kreuz-Transplantation kann stattfinden zwischen zwei medizinisch nicht kompatiblen Spenderpaaren. Dabei wird das Spenderorgan nicht von der spendenden Person an die entsprechend nahestehende Person übertragen, sondern "über Kreuz" an eine besser passende Person des zweiten Transplantationspaares. 

Der Deutsche Bundestag hat am 26. März 2026 einem Gesetzesentwurf, der die Möglichkeiten der Lebendorganspende ausgeweitet, zugestimmt. Dieser Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht die Über-Kreuz-Lebendnierenspenden vor. Wichtig: Diese Gesetzesänderung ist noch nicht in Kraft getreten.

Die Dominospende 

Eine besondere Form der Lebendorganspende ist die Dominospende. Hierbei erhält eine erkrankte Person ein Spenderorgan. Das entnommene Organ oder ein Teil des entnommenen Organs kann an eine weitere Person gespendet werden. Bei Lungentransplantationen etwa kann es aus operationstechnischen Gründen nötig sein, einer Patientin oder einem Patienten Herz und Lunge gemeinsam zu transplantieren. Das entnommene, noch gesunde Herz kann dann einer weiteren Person gespendet werden.

Bei einer Domino-Leberspende erhält zum Beispiel eine an der Stoffwechselkrankheit Amyloidose erkrankte Person eine Spenderleber. Die entnommene Leber trägt zwar den Stoffwechseldefekt, kann jedoch trotzdem an eine, meist ältere, Person übertragen werden. Das Risiko, dass eine Amyloidose bei der Empfängerin oder dem Empfänger der Dominospende einsetzt, ist zwar vorhanden, deren Entwicklung dauert aber mitunter 20 bis 30 Jahre.

Nach der Transplantation

Beide an der Transplantation beteiligten Personen bleiben nach der Operation meist ein bis zwei Wochen stationär im Krankenhaus. Anschließend folgen regelmäßige medizinische Nachsorgeuntersuchungen, um die Heilung zu überwachen, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und langfristige Gesundheitsdaten zu erfassen.

Die empfangende Person muss ebenso wie bei der Transplantation eines postmortal gespendeten Organs dauerhaft sogenannte Immunsuppressiva einnehmen. Diese Medikamente unterdrücken das körpereigene Abwehrsystem und verhindern, dass das neue Organ abgestoßen wird. So kann das transplantierte Organ dauerhaft seine Funktion erfüllen.