Lebendorganspende: Ablauf und Voraussetzungen

Bei einer Lebendorganspende spenden Menschen zu Lebzeiten ein Organ oder einen Teil davon an eine andere Person, meist handelt es sich um eine Niere oder einen Teil der Leber. Medizinisch möglich und gesetzlich erlaubt ist auch die Übertragung eines Teils der Lunge, des Darms und der Bauchspeicheldrüse. Da die Entnahmeoperation bei einem gesunden Menschen erfolgt, steht der Schutz der Spenderin oder des Spenders im Vordergrund und ist daher immer sorgfältig medizinisch, rechtlich und psychologisch zu prüfen.

Kurz gefasst
  • Bei einer Lebendorganspende stellen gesunde, volljährige und einwilligungsfähige Menschen ein Organ oder einen Organteil zu Lebzeiten zur Verfügung.
  • Vor der Spende werden die medizinischen Voraussetzungen und die Passgenauigkeit der Organe geprüft.
  • In Deutschland werden vor allem Nieren und Teile der Leber lebend gespendet.
  • Nach der Spende können Spenderinnen und Spender in der Regel ein normales Leben führen und sind durch den Eingriff nicht eingeschränkt.

Was sind die Voraussetzungen?

Bei einer Lebendorganspende stellen Spenderinnen oder Spender die eigenen Organe für eine Übertragung (Transplantation) zur Verfügung. Die Lebendorganspende stellt eine besondere Herausforderung dar: An einem gesunden Menschen, also der Spenderin oder dem Spender, wird ein operativer Eingriff ohne medizinische Notwendigkeit für diese Person vorgenommen. Deshalb hat bei der Lebendorganspende der Schutz der Gesundheit der spendenden Person einen besonders hohen Stellenwert.

Änderung der Regelung der Lebendorganspende

Am 26. März 2026 verabschiedete der Deutsche Bundestag einen Änderungsentwurf des Transplantationsgesetzes (TPG). Diese Gesetzesänderung weitet die Regeln der Lebendorganspenden aus. Ziel ist es, den Kreis möglicher spendender und empfangender Personen zu vergrößern. Unter anderem sollen künftig Lebendnierenspenden „überkreuz“ erlaubt sein. Das bedeutet: Eine Spende durch einen anderen Organspendepartner bei inkompatiblen Organspendepaaren wird dadurch möglich sein. Die Organspendepaare müssen sich nicht kennen.

Wichtig: Diese Gesetzesänderung des TPGs ist noch nicht in Kraft getreten. Jüngst wurde sie in der 2./3. Lesung durch den Bundestag verabschiedet und dem Bundesrat zugeleitet.

Eine Frau gestikuliert. Sie ist in ein Gespräch vertieft.
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Voraussetzungen

Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen einer Lebendorganspende.

Wie läuft eine Lebendorganspende ab?

Vor einer Lebendorganspende prüfen Ärztinnen und Ärzte in mehreren Untersuchungen, ob spendende und empfangende Person zueinander passen und eine Lebendorganspende somit medizinisch überhaupt möglich ist. In psychologischen Gesprächen wird sichergestellt, dass die Spende freiwillig erfolgt, ohne Druck und finanzielle Anreize.

Die Entnahme und Transplantation finden meist im selben Krankenhaus statt. So kann das Organ direkt übertragen werden und die Erfolgschancen der Transplantation werden erhöht.

Nach der Operation folgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, um die Gesundheit beider Personen zu sichern und mögliche Komplikationen früh zu erkennen.

Zwei ältere Menschen, eine Frau und ein Mann, lassen sich von einer Ärztin beraten.
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Ablauf

Hier finden Sie den genauen Ablauf bei einer Lebendorganspende.

Welche Organe können lebend gespendet werden?

Derzeit werden in Deutschland vor allem Nieren und Teile der Leber lebend übertragen. Medizinisch möglich und gesetzlich erlaubt ist auch die Lebendorganspende eines Teils der Lunge, des Darms und der Bauchspeicheldrüse. Diese Arten der Lebendspende werden in Deutschland jedoch kaum durchgeführt.

Die Nierenlebendspende

Die Nierenlebendspende ist die am häufigsten durchgeführte Lebendorganspende. Voraussetzung ist, dass die spendende Person zwei gesunde Nieren und einen guten allgemeinen Gesundheitszustand hat. Nach der Entnahme bleibt rund 70  Prozent der Nierenleistung erhalten.

Zwei Männer, wahrscheinlich Zwillingsbrüder, laufen Arm in Arm eine Straße entlang.
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Die Nierenlebendspende

Was die Erfolgschancen einer Nierentransplantation sind und wie das Leben nach einer Spende aussieht, können Sie hier weiterlesen.

Die Leberlebendspende

Bei der Leberlebendspende wird nur ein Teilstück der Leber transplantiert. Das verbleibende Leberstück wächst nach der Spende nahezu auf die ursprüngliche Größe zurück. Auch das entnommene Stück wächst und übernimmt die Aufgaben der erkrankten Leber bei der Patientin oder dem Patienten.

Schon gewusst?

Der Spenderin oder dem Spender werden für die Übertragung an einen Erwachsenen in der Regel etwa 60 Prozent der Leber entnommen. Ist die empfangende Person jedoch ein Kind, so wird oft nur der kleinere, linke Leberlappen transplantiert. Die Größe des Leberteils wird so gewählt, dass die Transplantation hohe Erfolgsaussichten hat und gleichzeitig so viel Lebergewebe bei der spendenden Person verbleibt, dass bei dieser keine dauerhafte Beeinträchtigung der Gesundheit zu erwarten ist. 

Zwei Frauen sitzen auf einem Sofa. Die Frau hinten legt den Arm um die Frau vor ihr. Beide schauen besorgt, aber auch hoffnungsvoll aus dem Fenster.
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Die Leberlebendspende

Erfahren Sie hier mehr über die Leberlebendspende und Transplantation der Leber.

Schulmaterialien

Eine ausreichende Aufklärung über Organ- und Gewebespende beginnt bereits im Klassenzimmer. Unsere Unterrichtsmaterialien bieten fundierte, altersgerechte Inhalte zum Thema Lebendorganspende für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II.

Auf dem Bild ist das Unterrichtsheft „Wissen kompakt: Organspende“ abgelichtet. Darauf sind drei junge Personen gezeichnet. Mehrere Exemplare des Hefts liegen übereinander.

Die Leberlebendspende

Hier geht es zum Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II.