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DSO: Die Deutsche Stiftung Organtransplantation

Finanzierung der Organspende: Wer trägt die Kosten?

Entnahme und Transport

Entnahme und Transport der Spenderorgane Lesedauer: 3 Minuten Inhalt Medizinische Untersuchung und Bestimmung der Gewebemerkmale Die Organentnahme Schneller Transport der Organe an Empfängerin oder Empfänger Die Organentnahme erfolgt durch spezialisierte Ärztinnen und Ärzte. Danach muss es schnell gehen: Die Organe werden gekühlt, per Eilkurier oder Flugzeug transportiert und die Empfängerin oder der Empfänger zeitgleich zur Transplantation vorbereitet. Die kurze Zeit zwischen Entnahme und Transplantation ist dabei entscheidend für den Erfolg. Kurz gefasst Vor der Entnahme prüfen Ärztinnen und Ärzte, ob die gespendeten Organe für eine Transplantation geeignet sind. Die Organentnahmeoperation erfolgt mit der gleichen Sorgfalt wie eine Operation am lebenden Menschen. Der Leichnam der Organspenderin oder des -spenders wird anschließend würdevoll den Angehörigen zur Bestattung übergeben. Entscheidend für die Vermittlung an passende Empfängerinnen und Empfänger ist die Identifikation von Merkmalen, wie die Blutgruppe und Gewebemerkmale. Damit die gespendeten Organe transplantiert werden können, müssen sie nach der Entnahme umgehend transportiert werden. Die Empfängerinnen und Empfänger werden zeitgleich bereits auf die Transplantation vorbereitet. BZgA / Reinhard Rosendahl Medizinische Untersuchung und Bestimmung der Gewebemerkmale Liegt eine Zustimmung zur Organspende vor, meldet das Entnahmekrankenhaus den Fall der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Diese leitet im nächsten Schritt alle nötigen medizinischen Untersuchungen der Spenderin oder des Spenders ein, um sicherzustellen, dass sich die Organe zur Spende eignen und kein Risiko für die Empfängerin oder den Empfänger darstellen. Dazu werden unter anderem und abhängig von der Organart bestimmt: Blutgruppe Gewebemerkmale (HLA-Antigene) Körpergröße Alter Gewicht. Lesen Sie mehr zur DSO. Zusammenarbeit DSO und Eurotransplant Die Deutsche Stiftung Organtransplantation übermittelt die medizinischen Daten der Spenderin oder des Spenders an die Stiftung Eurotransplant. Eurotransplant nutzt die Daten, um eine geeignete Empfängerin oder einen geeigneten Empfänger zu finden. Die Organentnahme Die Organentnahme findet in einem Operationssaal statt und wird mit der gleichen chirurgischen Sorgfalt wie ein Eingriff bei einem lebenden Menschen durchgeführt. Durchschnittlich werden einer Organspenderin oder einem Organspender 3,3 Organe entnommen. Es werden nur Organe entnommen, die die verstorbene Person zu Lebzeiten oder die Angehörigen im Vorgespräch freigegeben haben und die medizinisch für eine Transplantation geeignet sind. Erst während der Entnahmeoperation können die Ärztinnen und Ärzte abschließend entscheiden, ob ein Organ wirklich zur Transplantation und für die vorgesehene Empfängerin oder den vorgesehenen Empfänger geeignet ist. Erfahren Sie hier, welche Organe transplantiert werden dürfen. Medikamente während der Organentnahme Nachdem der Hirntod festgestellt wurde, ist der Tod der Person nachgewiesen. Die verstorbene Person kann keine Schmerzen mehr empfinden. Aus diesem Grund ist es nicht notwendig, eine Narkose oder Schmerzmittel zu verabreichen. Allerdings werden während der Organentnahme Medikamente verabreicht, die die Reflexe auf Rückenmarksebene hemmen . Das Rückenmark wird durch die künstliche Beatmung und die künstliche Aufrechterhaltung des Herz-Kreislauf-Systems weiterhin durchblutet. Daher kann es noch Impulse erzeugen, die sich beispielsweise in Blutdruckschwankungen oder unwillkürlichen Bewegungen der Gliedmaße äußern können. Während der Entnahme kann dies den Erfolg der Operation gefährden. Diese Reflexe können durch die Medikamente verhindert werden. Würdevolle Übergabe an die Angehörigen Nach der Entnahmeoperation werden die Operationswunden sorgfältig verschlossen und verbunden. Danach wird der Leichnam in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben. Die Angehörigen können dann in gewünschter Weise Abschied vom verstorbenen Menschen nehmen. Schneller Transport der Organe an Empfängerin oder Empfänger Der Transport der Spenderorgane zur Transplantation muss schnell ablaufen . Es gilt, die Ischämiezeit möglichst kurz zu halten, um den Zustand des zu transplantierenden Organs zu gewährleisten. Manja Elle lebt mit einer Spenderniere. Lesen Sie mehr über ihr Leben vor und nach der Transplantation. Was ist die Ischämiezeit? Ischämiezeit bezeichnet die Zeit zwischen Organentnahme und Transplantation. Sie ist für das Spenderorgan besonders kritisch, da es bis zur Transplantation von der Durchblutung und der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung abgeschnitten ist. Die fehlende Durchblutung kann das Spenderorgan schädigen, weshalb die Ischämiezeit möglichst kurz gehalten werden muss. Damit der Organtransport sicher abläuft, werden die Organe konserviert und kontinuierlich gekühlt . Per Eilkurier oder Spezialflugzeug werden die Spenderorgane zu den Empfängerinnen oder der Empfängern transportiert. Zeitgleich wird die empfangende Person bereits im Transplantationszentrum auf die Operation vorbereitet. Die Transplantation beginnt unmittelbar nach dem Eintreffen des Organs . Manja Elle lebt mit einer Spenderniere. Lesen Sie mehr über ihr Leben vor und nach der Transplantation.

Ablauf einer Lebendorganspende

Der Ablauf einer Lebendorganspende Lesedauer: 2 Minuten Inhalt Vor der Transplantation Die Transplantation Nach der Transplantation Eine Lebendorganspende erfordert intensive Vorbereitung und sorgfältige Abwägung. Bevor eine Person ein Organ spendet, finden ausführliche psychologische Gespräche und medizinische Untersuchungen statt, um sicherzustellen, dass die Spende freiwillig und ohne finanzielle Beweggründe erfolgt. Nach der Transplantation folgt eine Phase der engmaschigen Nachbetreuung, um den Heilungsverlauf zu überwachen. Kurz gefasst Vor der Entnahmeoperation werden psychologische Gespräche geführt, um sicherzustellen, dass die Spende freiwillig und ohne finanziellen Anreiz abläuft. Medizinische Voruntersuchungen prüfen die Eignung von spendender und empfangender Person. Nach der Transplantation folgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, um den Heilungsverlauf genau beobachten zu können. Tom Werner / Getty Images Vor der Transplantation Eine Lebendorganspende beginnt bereits lange vor der eigentlichen Entnahmeoperation und Transplantation. Bevor das Organ übertragen werden kann, müssen einige Vorbereitungen erfolgen: Medizinische Untersuchungen prüfen, ob spendende und empfangende Person grundsätzlich für eine Organtransplantation geeignet sind und das Spenderorgan zur Empfängerin oder zum Empfänger passt. Aufklärungsgespräche informieren beide Seiten über Ablauf und Risiken der Transplantation. Die spendende Person kann ihre Zustimmung zu einer Spende jederzeit widerrufen. In psychologischen Einzelgesprächen wird überprüft, ob die Tragweite der Entscheidung verstanden wird und ob die Spende auf Freiwilligkeit beruht. Außerdem wird die Motivation für die Spende erörtert und inwiefern sich spendende und empfangende Person nahestehen. Die Lebendspendekommission des Krankenhauses gibt abschließend eine Einschätzung ab. Erfahren Sie mehr zum Ablauf der postmortalen Organspende. Die Transplantation Die Organentnahmeoperation und die Transplantation finden im selben Transplantationszentrum statt. So bleibt die Ischämiezeit , also die Zeit ohne Durchblutung des Spenderorgans, deutlich kürzer als bei einer postmortalen Organspende. Die Entnahmeoperation ist bei der Lebendorganspende planbar . Der Zeitpunkt kann so gewählt werden, dass die Empfängerin oder der Empfänger in einer optimalen gesundheitlichen Verfassung ist. Dies kann zu höheren Erfolgschancen der Transplantation beitragen. Bei der Nierenlebendspende wird der spendenden Person eine Niere entnommen. Die Über-Kreuz-Transplantation oder Cross-Over-Spende Eine Über-Kreuz-Transplantation kann stattfinden zwischen zwei medizinisch nicht kompatiblen Spenderpaaren. Dabei wird das Spenderorgan nicht von der spendenden Person an die entsprechend nahestehende Person übertragen, sondern "über Kreuz" an eine besser passende Person des zweiten Transplantationspaares. Der Deutsche Bundestag hat am 26. März 2026 einem Gesetzesentwurf, der die Möglichkeiten der Lebendorganspende ausgeweitet, zugestimmt. Dieser Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht die Über-Kreuz-Lebendnierenspenden vor. Wichtig : Diese Gesetzesänderung ist noch nicht in Kraft getreten. Die Dominospende Eine besondere Form der Lebendorganspende ist die Dominospende. Hierbei erhält eine erkrankte Person ein Spenderorgan. Das entnommene Organ oder ein Teil des entnommenen Organs kann an eine weitere Person gespendet werden. Bei Lungentransplantationen etwa kann es aus operationstechnischen Gründen nötig sein, einer Patientin oder einem Patienten Herz und Lunge gemeinsam zu transplantieren. Das entnommene, noch gesunde Herz kann dann einer weiteren Person gespendet werden. Bei einer Domino-Leberspende erhält zum Beispiel eine an der Stoffwechselkrankheit Amyloidose erkrankte Person eine Spenderleber. Die entnommene Leber trägt zwar den Stoffwechseldefekt, kann jedoch trotzdem an eine, meist ältere, Person übertragen werden. Das Risiko, dass eine Amyloidose bei der Empfängerin oder dem Empfänger der Dominospende einsetzt, ist zwar vorhanden, deren Entwicklung dauert aber mitunter 20 bis 30 Jahre. Nach der Transplantation Beide an der Transplantation beteiligten Personen bleiben nach der Operation meist ein bis zwei Wochen stationär im Krankenhaus. Anschließend folgen regelmäßige medizinische Nachsorgeuntersuchungen , um die Heilung zu überwachen, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und langfristige Gesundheitsdaten zu erfassen. Die empfangende Person muss ebenso wie bei der Transplantation eines postmortal gespendeten Organs dauerhaft sogenannte Immunsuppressiva einnehmen. Diese Medikamente unterdrücken das körpereigene Abwehrsystem und verhindern, dass das neue Organ abgestoßen wird. So kann das transplantierte Organ dauerhaft seine Funktion erfüllen. Lesen Sie mehr hier zu den Erfolgsaussichten und das Leben nach einer Transplantation.

Podcasts

Podcasts des BIÖG Inhalt Organspende verstehen & entscheiden Sag mal...: Über Organspende reden Radiobeiträge zum Thema Organ- und Gewebespende Das Thema Organ- und Gewebespende ist sensibel und sehr persönlich, eine Entscheidung dafür oder dagegen fällt vielen schwer. Umso wichtiger ist es, sich zu informieren und offen darüber zu sprechen. Unsere Podcasts und Beiträge bieten Orientierung, beantworten Fragen und laden dazu ein, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Hören Sie rein und entdecken Sie neue Perspektiven. Organspende verstehen & entscheiden Dieser Podcast vermittelt in zwölf spannenden Episoden, wie der Organspendeprozess abläuft, wie Spenderorgane vermittelt werden und wie alle Abläufe kontrolliert werden. Verschiedene Expertinnen und Experten sowie Betroffene teilen dabei ihre Erfahrungen und Sichtweisen. Organspende - verstehen & entscheiden Podcast: Organspende verstehen & entscheiden Sag mal...: Über Organspende reden In diesem achtteiligen Podcast sprechen Jugendliche mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis über zentrale Themen der Organspende: Wie fühlt es sich an mit einem Spenderorgan zu leben? Wie funktionieren die Wartelisten? Welche religiösen Aspekte sprechen für oder gegen eine Organspende? Sag mal - über Organspende reden Podcast: Sag mal...: Über Organspende reden Radiobeiträge zum Thema Organ- und Gewebespende Unsere Radiobeiträge bieten vielfältige Einblicke zur Organ- und Gewebespende und regen zum Nachdenken an. Erfahren Sie, warum der Organspendeausweis so wichtig ist, wie Menschen mit ihrer Entscheidung umgehen und was hinter dem Tag der Organspende steckt. Radiomitschnitte Radiobeiträge zum Thema Organ- und Gewebespende

Herzerkrankungen: Was kann unserem Herzen schaden?

Sicherheit bei der Diagnose Hirntod

Vorstellungen zum Tod: Wann ist man tot?

Bestattung nach einer Organspende: Wie sieht das aus?

Hirntoddiagnostik

Hirntoddiagnostik: Feststellung, Richtlinie und Ablauf Inhalt Was ist die Hirntoddiagnostik? 1. Prüfung der Voraussetzungen 2. Feststellung klinischer Symptome 3. Prüfung der Unumkehrbarkeit Ausschluss anderer Erkrankungen und Symptome Der Hirntod beschreibt den unumkehrbaren Ausfall sämtlicher Hirnfunktionen und ist ein sicheres Zeichen des Todes. Um diesen zweifelsfrei festzustellen, folgt die Hirntoddiagnostik einem klar strukturierten, mehrstufigen Verfahren, das ausschließlich auf Intensivstationen durchgeführt werden kann. Kurz gefasst Die Hirntoddiagnostik prüft, ob das Großhirn, das Kleinhirn und der Hirnstamm ihre Funktion vollständig eingestellt haben. Die Diagnostik nimmt einige Stunden bis Tage in Anspruch und kann nur auf der Intensivstation eines Krankenhauses stattfinden. Die Diagnose gilt dann als sicher, wenn sie von mindestens zwei qualifizierten Fachärztinnen oder -ärzten unabhängig voneinander bestätigt wird. Die Ergebnisse werden protokolliert, archiviert und können jederzeit überprüft werden. BIÖG / Reinhard Rosendahl Was ist die Hirntoddiagnostik? Die Hirntoddiagnostik ist ein streng geregeltes medizinisches Verfahren , mit dem der unumkehrbare Ausfall aller Gehirnfunktionen nachgewiesen werden kann. Liegt der Hirntod vor, so ist der Tod der betreffenden Person sicher nachgewiesen. Eine Rückkehr ins Leben ist ausgeschlossen. Der Hirntod ist ein vergleichsweise seltenes Ereignis und kann nur auf der Intensivstation eines Krankenhauses nachgewiesen werden. Generell trifft er nur auf wenige Prozent aller Sterbefälle zu. Besteht bei einer Intensivstationspatientin oder einem -patienten der Verdacht auf Hirntod, wird die Hirntoddiagnostik eingeleitet . Die Untersuchungen sind mehrstufig und streng geregelt . Sie werden von mindestens zwei besonders qualifizierten Fachärztinnen und -ärzten unabhängig voneinander durchgeführt. Beide verfügen über mehrjährige Erfahrung in der Intensivbehandlung schwer hirngeschädigter Patientinnen und Patienten; mindestens eine Person muss Fachärztin oder -arzt für Neurologie oder Neurochirurgie mit einem relevanten Schwerpunkt sein. Im Falle einer späteren Organ- und Gewebespende dürfen beide Fachärzte weder an der Entnahme noch an der Übertragung der gespendeten Organe beziehungsweise Gewebe beteiligt sein. Broschüre "Was ist der Hirntod? Fallbeispiel - Informationen - Erklärungen zum Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod)" Die Hirntoddiagnostik bei sehr jungen Menschen Dieser Beitrag stellt die Hirntoddiagnostik bei Erwachsenen dar. Das Gehirn von Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr ist noch nicht ausgereift. Deshalb gibt es für sie ein angepasstes Verfahren zur Hirntodfeststellung. Bei Kindern bis zum vollendeten 14. Lebensjahr muss eine beziehungsweise einer der beiden Untersuchenden Kinderärztin oder -arzt sein. 1. Prüfung der Voraussetzungen Voraussetzung für den Hirntod ist, dass das Gehirn schwer geschädigt ist. Im ersten Schritt der Hirntoddiagnostik überprüfen die Ärztinnen und Ärzte, ob tatsächlich ein Hirnschaden vorliegt und was dessen Ursache ist. Ursachen können sein: - Hirnblutung oder Schlaganfall - Sauerstoffmangel nach Herzstillstand - Schwere Schädelverletzung oder Tumor. Dabei müssen die Ärztinnen und Ärzte ausschließen, dass vorübergehende Ursachen wie Medikamente, Unterkühlung oder Stoffwechselstörungen den Zustand der Patientin oder des Patienten beeinflussen. 2. Feststellung klinischer Symptome Im zweiten Schritt der Hirntoddiagnostik werden alle Hirnfunktionen überprüft . Beim Hirntod sind diese erloschen. Der Nachweis erfolgt über die drei klinischen Symptome des Hirntods: Weitere Details Tiefe Bewusstlosigkeit (tiefes Koma) Unter Bewusstsein versteht man die Fähigkeit, die Umwelt wahrzunehmen und mit ihr zu interagieren. Störungen des Bewusstseins entstehen durch Beeinträchtigungen oder Schädigungen des Gehirns. Ein Koma ist eine schwere Form der Bewusstseinsstörung . Es gibt verschiedene Tiefen des Komas: - Oberflächlich: Reaktionen auf Reize können noch vorhanden sein. - Tief: Bewusstlosigkeit ohne Augenöffnung; bewusste und unbewusste Reaktionen auf Schmerzreize fehlen (Abwehrreaktionen und Bewegungen oder Anstieg von Blutdruck und Pulsfrequenz). Für die Diagnose des Hirntods muss ein tiefes Koma vorliegen. Die Ärztinnen und Ärzte prüfen durch gezieltes Setzen von Schmerzreizen, ob dieser Zustand vorliegt. Solche Reize werden im Zuge der Diagnose mit steigender Intensität am Körper und im Gesichtsbereich gesetzt. Im tiefen Koma fehlen sowohl bewusste als auch unbewusste Reaktionen. Ein Koma kann vorübergehender Natur sein. Deshalb ist ein tiefes Koma nur ein Anzeichen für den Hirntod, ist aber nicht mit ihm gleichzusetzen . Weitere Untersuchungen müssen den Hirntod sicher bestätigen. Ausfall der Hirnstammreflexe Um die Funktion des Hirnstamms zu überprüfen, testen die Fachärztinnen und -ärzte verschiedene Reflexe, die dort gesteuert werden. Bei Personen mit intaktem Hirnstamm lassen sich diese Reflexe – die Hirnstammreflexe – auslösen, bei hirntoten Personen hingegen nicht. Ein Beispiel ist der Pupillenreflex : Normalerweise verengen sich die Pupillen bei Lichteinfall. Ist der Hirnstamm ausgefallen, so bleibt diese Reaktion vollständig aus. Apnoe-Test: Prüfung des Atemstillstands Mithilfe des Apnoe-Tests wird der Atemreflex und damit der Funktionszustand des Atemzentrums im Hirnstamm geprüft. Dazu erhält die Patientin oder der Patient zunächst reinen Sauerstoff, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Anschließend wird die künstliche Beatmung kurzzeitig ausgesetzt . Reagiert der Körper trotz erhöhtem Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut nicht mit einem Atemzug, ist das Atemzentrum im Hirnstamm ausgefallen – ein weiteres zentrales Kriterium für den Hirntod. 3. Prüfung der Unumkehrbarkeit Abschließend wird überprüft, ob der Ausfall aller Hirnfunktionen unumkehrbar ist. Dafür kommen je nach Art und Lage der Hirnschädigung folgende Verfahren zum Einsatz: 1. Wiederholung der klinischen Untersuchungen nach einer festgelegten Wartezeit (12 beziehungsweise 72 Stunden) 2. Apparative Zusatzuntersuchungen , z. B. Messung der Hirndurchblutung oder elektrischen Aktivität. Erst wenn die Irreversibilität eindeutig belegt ist, gilt der Hirntod als sicher festgestellt. Alle Ergebnisse werden dokumentiert und archiviert. Kommt es nach der Feststellung des Hirntods zu einer Organ- oder Gewebespende, werden die Protokollbögen mindestens 30 Jahre aufgehoben , um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Ausschluss anderer Erkrankungen und Symptome Bestätigt die Hirntoddiagnostik den Verdacht auf Hirntod, ist der Tod des Menschen nach neurologischen Kriterien sicher festgestellt . Auch wenn Maschinen das Herz-Kreislauf-System künstlich aufrechterhalten erhalten können, zerfällt das Hirngewebe nach und nach vollständig. Eine Rückkehr ins Leben ist ausgeschlossen. Der Befund ist eindeutig. Die Untersuchungen der Hirntoddiagnostik verhindern eine Verwechslung mit anderen Erkrankungen und Symptomen, zum Beispiel Koma, Wachkoma (apallisches Syndrom) oder Locked-in-Syndrom. Bei diesen Erkrankungen können noch einige Hirnstammreflexe nachgewiesen werden. Das ist beim Hirntod nicht der Fall. Erfahren Sie hier mehr zu Definition und Ursachen des Hirntods oder lesen Sie diese Broschüre mit einem Fallbeispiel.

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„Organspende – Die Entscheidung zählt!“ ist eine Kampagne des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland. Diese Internetseite bietet unabhängige und überprüfte Informationen.
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