Neues Leben durch Transplantation: Was jetzt zählt Lesedauer: 2 Minuten Inhalt Der Beginn eines neuen Kapitels Leben mit dem Spenderorgan Langfristige Erfolgsaussicht einer Transplantation Eine Transplantation markiert den Beginn eines neuen Lebensabschnitts für viele Patientinnen und Patienten. Doch mit dem neuen Organ kommen auch neue Herausforderungen: Der Körper muss sich erst an das Spenderorgan gewöhnen, und bestimmte Medikamente sind lebenslang notwendig, um eine Abstoßung und damit den Verlust des Organs zu verhindern. Kurz gefasst Für viele Patientinnen und Patienten stellt die Transplantation eines Spenderorgans den Anfang eines neuen Lebensabschnitts dar. Das Leben mit dem Organ muss sich erst einspielen. Entscheidend sind hier ärztliche Kontrollen, um den Verlust des Spenderorgans zu verhindern. Bestimmte Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, helfen dabei, Abstoßungsreaktionen zu unterdrücken und so die Erfolgsaussichten der Transplantation zu erhöhen. Westend61 / Getty Images Der Beginn eines neuen Kapitels Nach einer erfolgreichen Transplantation verändert sich das Leben vieler Patientinnen und Patienten grundlegend : Unabhängigkeit von der Dialyse, die Möglichkeit, tief durchzuatmen, sich frei zu bewegen oder auch Lebensmittel zu essen, die vor der Transplantation tabu waren. Gleichzeitig kann ein solcher Einschnitt auch gemischte Gefühle mit sich bringen: Neben Freude und Dankbarkeit, die viele Transplantierte empfinden, stehen Mitgefühl und das Bewusstsein für den Verlust der Angehörigen der Spenderin oder des Spenders. Oft besteht deswegen der Wunsch, Dankbarkeit auszudrücken und zu zeigen, wie viel die Organspende für das eigene Leben bedeutet hat. Am Ablauf einer Organspende sind viele Akteure beteiligt. Wie genau der Prozess abläuft, erfahren Sie hier. Dankesbriefe von Transplantierten Um diesen Emotionen Raum zu geben und ihre Dankbarkeit zu zeigen, haben transplantierte Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, Briefe an die Angehörigen der Spenderin oder des Spenders zu schreiben. Dieser Briefwechsel findet über die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) statt und ist vollkommen anonym. Außerdem werden die Briefe nur dann weitergeleitet, wenn beide Seiten dieser Kontaktaufnahme zuvor zugestimmt haben. Leben mit dem Spenderorgan Der Alltag nach einer Transplantation muss sich meist erst einspielen. Gerade in der ersten Zeit nach einer Transplantation sind häufige ärztliche Kontrollen wichtig, um einen Organverlust zu verhindern. Grundsätzlich dauert die Nachsorge nach einer Organtransplantation jedoch ein Leben lang . Hier ist es wichtig, dass der Lebensstil an die neue, veränderte Situation angepasst wird und eine gute Zusammenarbeit zwischen Patientin oder Patient und den behandelnden Ärztinnen oder Ärzten gegeben ist. Die Vermittlung von Spenderorganen erfolgt durch die Stiftung Eurotransplant. Reaktion des Immunsystems Nach einer Transplantation besteht immer die Gefahr, dass das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) der Empfängerin oder des Empfängers das Spenderorgan als Fremdkörper erkennt und angreift. In solchen Fällen kann es zu Abstoßungsreaktionen kommen, die den Erfolg der Transplantation gefährden. Um dieses Risiko möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass das Spenderorgan möglichst gut zu der empfangenden Person passt. Je besser die medizinischen Daten von Spenderin oder Spender und Empfängerin oder Empfänger übereinstimmen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Organ abgestoßen wird. Immunsuppressiva Damit ein Spenderorgan im Körper dauerhaft angenommen wird, ist neben der medizinischen Übereinstimmung vor allem die medikamentöse Behandlung entscheidend. Hierfür wurden sogenannte Immunsuppressiva entwickelt, die die Abwehrreaktion des Körpers gezielt unterdrücken und verhindern, dass das Immunsystem das neue Organ angreift. Dadurch haben sich die Erfolgsaussichten von Transplantationen erheblich verbessert: Heute funktionieren viele Spenderorgane somit über Jahre hinweg stabil. Wie bei allen anderen Medikamenten können jedoch auch bei Immunsuppressiva Nebenwirkungen auftreten: Wer sie dauerhaft einnehmen muss, etwa nach einer Nierentransplantation, ist beispielsweise anfälliger für Infektionen. Gewebemerkmale Ein wesentliches Kriterium bei der Vermittlung von Spenderorganen sind Gewebemerkmale. Diese sogenannten humanen Leukozyten-Antigene (HLA) sind charakteristische Strukturen auf Zelloberflächen. Fast alle Zellen des menschlichen Körpers haben diese Oberflächenstrukturen. Sie helfen dem Immunsystem dabei, zu erkennen, ob eine Zelle körpereigen oder körperfremd ist. Eine möglichst gute Übereinstimmung dieser Merkmale zwischen Spender- und Empfängerorgan ist entscheidend für den Erfolg einer Transplantation. Langfristige Erfolgsaussicht einer Transplantation Die erste erfolgreiche Organtransplantation gelang 1954 in Boston (USA): Hier wurde erstmals einem Menschen erfolgreich eine Niere verpflanzt. Was damals noch eine Besonderheit in der Medizin war, ist inzwischen ein etabliertes Verfahren . In Deutschland führen rund 50 Transplantationszentren jährlich etwa 3.000 Organverpflanzungen durch. Insgesamt wurden bis heute in Deutschland über 120.000 Organe übertragen. Seit den Anfängen haben sich die langfristigen Erfolgsaussichten deutlich verbessert : Bei Nierentransplantationen (mehr als die Hälfte aller transplantierten Organe) ist die Erfolgsquote heute besonders hoch: Nach einem Jahr funktionieren noch etwa 85 Prozent der Organe, nach fünf Jahren rund 75 Prozent. Nach der ersten Herzverpflanzung im Jahr 1967 hielt das Organ nur rund 18 Tage lang – heute arbeiten nach einem Jahr noch etwa 75 Prozent und nach fünf Jahren rund 65 Prozent. Die Geschichte der Organtransplantation beginnt vor vielen Jahrtausenden: Erfahren Sie hier die wichtigsten Meilensteine.
Voraussetzungen für eine Organspende: Medizin und Recht Lesedauer: 3 Minuten Inhalt Feststellung des Hirntods als Voraussetzung für die Organspende Gespräche mit den Angehörigen Klärung der Spendebereitschaft Die Organspende unterliegt einem strikten rechtlichen und medizinischen Rahmen. Die Feststellung des Hirntods und die Klärung der Spendebereitschaft sind zentrale Voraussetzungen, bevor ein Organspendeprozess in Gang gesetzt wird. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert dabei den gesamten Ablauf – von der Hirntoddiagnostik bis zur Übergabe der Organe. Kurz gefasst Organe können nur dann gespendet werden, wenn bestimmte rechtliche und medizinische Voraussetzungen erfüllt sind. Zentral sind: die Feststellung des unumkehrbare Ausfalls der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) und die Zustimmung zur Organspende. Erst wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, leitet das Krankenhaus den Organspendeprozess ein. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert den Prozess,von der Feststellung des Hirntods bis hin zum Transport der Spenderorgane zum Empfängerkrankenhaus. Nomad / Getty Images Feststellung des Hirntods als Voraussetzung für die Organspende Für eine Organspende ist entscheidend, dass der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen ( Hirntod ) eingetreten ist. Damit ist der Tod der betreffenden Person zweifelsfrei nachgewiesen . Gleichzeitig muss das Herz-Kreislauf-System noch künstlich aufrechterhalten werden, damit die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt sind. Beide Bedingungen – die Feststellung des Hirntods und das künstlich aufrechterhaltene Herz-Kreislauf-System – können nur auf der Intensivstation eines Krankenhauses erfüllt werden. Liegt bei einer Patientin oder einem Patienten eine schwere Hirnschädigung mit absehbarem tödlichen Verlauf vor oder ist der Verdacht auf einen bereits eingetretenen Hirntod gegeben, informiert das Krankenhaus die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Ebenfalls kann die auskunftsberechtigte Ärztin oder Arzt schon jetzt prüfen, ob im Organspende-Register eine Entscheidung für oder gegen die Organ- und Gewebespende vorliegt. Wird bei einer Patientin oder einem Patienten der vorliegende Hirntod verdächtigt, wird das komplexe Verfahren zur Feststellung des Hirntods eingeleitet. Diese Hirntoddiagnostik dient vorrangig dazu, Sicherheit über den Zustand der Patientin oder des Patienten zu erlangen, und wird auch unabhängig von einer Organspende durchgeführt. Bestätigt die Hirntoddiagnose den Verdacht, ist der Tod der Person sicher nachgewiesen. Damit ist eine medizinische Behandlung nicht mehr möglich. Im Folgenden entscheiden die Ärztinnen und Ärzte, ob eine Organspende medizinisch grundsätzlich möglich ist. Erfahren Sie mehr über den Hirntod. Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) Die DSO koordiniert die Organspende in ganz Deutschland, bringt alle Beteiligten zusammen und bietet Krankenhäusern Unterstützung im Organspendeprozess an. Sie vermittelt zum Beispiel bei Bedarf Fachärztinnen und Fachärzte zur Durchführung der Hirntoddiagnostik. Bei einer Organspende müssen viele Verantwortliche eng zusammenarbeiten: Intensivmedizinerinnen und -mediziner, Pflegepersonal, Transplantationschirurginnen und -chirurgen, Angehörige sowie Eilkurierinnen und -kuriere. Für die Koordination aller Beteiligten ist die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zuständig. Außerdem unterstützt die DSO Krankenhäuser dabei, mögliche Spenderinnen und Spender zu erkennen sowie medizinische Voraussetzungen zu klären, und begleitet den gesamten Organspendeprozess bis hin zum Transport des Spenderorgans zur Empfängerin oder zum Empfänger. Für die Vermittlung der Organe übermittelt die DSO alle erforderlichen medizinischen Daten an die Vermittlungsstelle Eurotransplant. Gespräche mit den Angehörigen Ist der Hirntod zweifelsfrei eingetreten, steht die Ärztin oder der Arzt vor der besonders sensiblen Aufgabe, den Angehörigen den Tod mitzuteilen . Vor allem bei einem unvorhergesehenen Tod löst diese Situation häufig Trauer, Schock und Verzweiflung aus. Zusätzlich kann es für Angehörige sehr belastend sein, die hirntote Person zu betrachten. Durch die weitere künstliche Beatmung des Körpers fühlt sich die Haut der verstorbenen Person warm an und die Geräte zeigen einen Herzschlag an – welcher jedoch rein künstlich aufrechterhalten wird. Das kann den Eindruck erwecken, die Patientin oder der Patient lebe noch, und macht den eingetretenen Tod schwerer erfahrbar. Die Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte ist es, diesen Zustand zu erklären und Ängste zu nehmen. Kommt nach der ersten Einschätzung aus medizinischer Sicht eine Organspende in Betracht, wird mit den Angehörigen auch das Thema Organspende besprochen. Ausschlaggebend ist es, den Willen der verstorbenen Person zu ermitteln. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) unterstützt Kliniken in dieser Situation, etwa bei der Kommunikation mit Angehörigen und der Anwendung der rechtlichen und medizinischen Vorschriften für eine mögliche Organspende. Dr. Frank Logemann erzählt über seine Erfahrungen mit der Organspende. Klärung der Spendebereitschaft Hat die verstorbene Person bereits zu Lebzeiten eine schriftliche Erklärung für oder gegen eine Organspende ausgefüllt, etwa in einem Organspendeausweis oder über das Organspende-Register , gilt dieser Wille verbindlich. Auch ein mündlich geäußerter Wunsch, der den Angehörigen bekannt ist, wird berücksichtigt. Liegt keine Erklärung vor, müssen die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen der verstorbenen Person entscheiden. Wird einer Organspende widersprochen, dürfen der verstorbenen Person keine Organe entnommen werden . Die intensivmedizinischen Maßnahmen werden zeitnah eingestellt. Bei einer Entscheidung für eine Organspende werden die intensivmedizinischen Maßnahmen bis zur Organentnahme fortgesetzt, um die Spenderorgane zu schützen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) wird in beiden Fällen informiert. Im Falle einer Zustimmung zur Organspende leitet die DSO dann den weiteren Prozess der Organspende ein. Die eigene Entscheidung kann zum Beispiel im Organspende-Register festgehalten werden.
Strenge Voraussetzungen für eine Lebendorganspende Lesedauer: 2 Minuten Inhalt Der Schutz der spendenden Person hat Priorität Prüfung durch die Lebendspendekommission Lebendorganspende im Vergleich zur postmortalen Organspende Die Lebendorganspende unterliegt strengen rechtlichen und medizinischen Voraussetzungen, um Spender und Empfänger gleichermaßen zu schützen. Bevor ein Organ mit Hilfe der Lebendorganspende transplantiert werden darf, müssen umfangreiche Anforderungen erfüllt sein – von der unabhängigen Prüfung der Freiwilligkeit über ärztliche Unbedenklichkeit bis zur Begutachtung durch die Lebendspenderkommission des Krankenhauses. Diese Schutzmaßnahmen gewährleisten, dass die Spende ethisch vertretbar und die medizinischen Risiken so gering wie möglich sind. Zudem unterbinden sie auch jegliche Form des Organhandels. Kurz gefasst Bei einer Lebendorganspende wird ein Organ oder ein Organteil von einem lebenden Menschen auf eine Patientin oder einen Patienten übertragen. Dabei steht der Schutz der spendenden Person an oberster Stelle. Eine Lebendorganspende darf nur unter strengen medizinischen und rechtlichen Voraussetzungen erfolgen. Vor der Organentnahme werden in psychologischen Einzelgesprächen die Voraussetzungen für eine Lebendorganspende sichergestellt. isayildiz / Getty Images Der Schutz der spendenden Person hat Priorität Bei einer Lebendorganspende steht der Schutz der spendenden Person an oberster Stelle. Auch wenn diese in der Regel keine gesundheitlichen Einschränkungen durch die Lebendorganspende erlebt, birgt die Entnahme eines Organs oder Organteils Risiken. Deshalb gelten für eine Lebendorganspende strenge Voraussetzungen , um die Spenderin oder den Spender zu schützen. Diese stellen sicher, dass die Spende freiwillig geschieht und jegliche Form des Organhandels oder Missbrauchs unterbunden wird. Die Spenderin oder der Spender: muss volljährig und einwilligungsfähig sein, muss aufgeklärt worden sein und der Entnahme zustimmen, muss für eine Organentnahme geeignet sein und darf über das Operationsrisiko hinaus nicht gefährdet werden. Eine Lebendspende ist nur dann zulässig, wenn kein postmortales Organ zur Verfügung steht , da die Spenderin oder der Spender durch die Lebendorganspende ein gewisses gesundheitliches Risiko eingeht. Deshalb muss die Empfängerin oder der Empfänger einer Lebendorganspende zwingend auf der Warteliste für ein postmortal gespendetes Organ stehen. Darüber hinaus ist die Lebendorganspende nur dann zulässig, wenn sich die spendende und die empfangende Person nahestehen . Das ist zum Beispiel der Fall bei Verwandten ersten oder zweiten Grades, Verlobten, Lebenspartnerinnen und -partnern oder Personen, die sich offensichtlich in persönlicher Verbundenheit nahe sind. Finanzielle Erwägungen dürfen keine Rolle spielen. Erfahren Sie, welche Gesetze und Richtlinien die Organspende regeln. Prüfung durch die Lebendspendekommission Eine Lebendorganspende darf nur dann durchgeführt werden, wenn die Lebendspendekommission des jeweiligen Krankenhauses dazu in einem Gutachten Stellung genommen hat und ihr zustimmt. Sie prüft, ob beide Beteiligte freiwillig und ohne finanzielle Motivation handeln. Die Kommission setzt sich zusammen aus: einer unabhängigen Ärztin oder einem Arzt, einer Person mit der Befähigung zum Richteramt und einer psychologisch erfahrenen Fachperson. Lebendorganspende im Vergleich zur postmortalen Organspende Organe aus einer Lebendorganspende arbeiten meist länger und stabiler im Körper der Empfängerperson als postmortal gespendete Organe. Das liegt vor allem an folgenden Faktoren: Bessere Planbarkeit: Der Zeitpunkt für eine Lebendorganspende kann so gewählt werden, dass die Chance auf eine erfolgreiche Transplantation möglichst hoch ist. Hohe Organqualität: Nur sehr gesunde Menschen kommen als Spenderinnen und Spender infrage. Kurze Ischämiezeit : Da die Operationen im selben Krankenhaus stattfinden, bleibt die Zeit ohne Durchblutung des Spenderorgans deutlich kürzer als bei einer postmortalen Organspende. Das Risiko für Organschäden ist so kleiner. Zudem lässt sich im Vorfeld besonders detailliert prüfen, wie gut ein Organ zu einer möglichen Empfängerin oder einem möglichen Empfänger passt – und die Wartezeit fällt in der Regel deutlich kürzer aus. Mehr zur postmortalen Organspende.
Fachstellen und Selbsthilfe zur Organ- und Gewebespende Ob Patientinnen und Patienten, Angehörige, Fachkräfte oder einfach Interessierte – über die untenstehende Karte finden Sie eine Vielzahl an Anlaufstellen , die Ihnen mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen, wenn es um das Thema Organ- und Gewebespende geht. Entdecken Sie Adressen von Selbsthilfegruppen , Transplantationszentren und weiteren Anlaufstellen in Ihrer Nähe . Zudem erhalten Sie Informationen zu Fachgesellschaften, Unterstützungsangeboten und vielen weiteren Hilfeleistungen. Alle auf dieser Seite aufgeführten Links verweisen auf externe Server, das heißt, alle Inhalte, Texte und Grafiken obliegen der ausschließlichen Verantwortung des lokalen Betreibers. Wir übernehmen keinerlei Haftung oder Gewähr für Inhalte, Texte und Grafiken oder für deren Wahrheitsgehalt oder auch die Richtigkeit der Daten und Links auf diesen Servern.
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Was Menschen bewegt: Gedanken und Erfahrungen zur Organspende Inhalt Erfahrungsberichte zur Organspende Religionen und ihre Haltung zur Organspende Meinungen zur Organspende und Patientenverfügung Pro und Contra – persönliche Argumente im Überblick Graphic Novel: Organspende kreativ erklärt Die Organ- und Gewebespende ist weit mehr als ein medizinisches oder juristisches Verfahren. Sie ist ein gesellschaftliches Thema, das Fragen zu Ethik, Religion und persönlicher Verantwortung aufwirft. Menschen setzen sich aus unterschiedlichen Beweggründen und mit ihrer eigenen, ganz persönlichen Weltanschauung mit ihr auseinander. Dabei werden individuelle Entscheidungen getroffen, die alle einen Platz haben. Auf dieser Seite finden Sie vielfältige Perspektiven auf die Organspende: von persönlichen Geschichten, über Expertenmeinungen bis zu religiösen Standpunkten. Kurz gefasst Die Haltung zur Organspende ist sehr individuell. Sie wird beeinflusst durch persönliche Erfahrungen, ethische Werte oder auch religiöse Überzeugungen – und spiegelt wider, wie Menschen mit Fragen zu Leben und Tod umgehen. Kirchen und Religionen bieten unterschiedliche Perspektiven auf die Organspende. Viele betrachten sie als Akt der Nächstenliebe und Ausdruck menschlicher Solidarität, betonen aber zugleich die Freiwilligkeit der Entscheidung. Persönliche Meinungen, Erfahrungsberichte und Diskussionen zeigen, wie vielfältig die Auseinandersetzung mit der Organspende ist: zwischen Überzeugung, Zweifel und dem Wunsch, informierte Entscheidungen zu treffen. Erfahrungsberichte zur Organspende Eine Organspende kann das Leben vieler Menschen tiefgreifend verändern: sowohl derjenigen, die ein Organ erhalten, als auch der Angehörigen oder medizinischen Fachkräften, die den Prozess begleiten. Vier Menschen erzählen hier ihre ganz persönlichen Geschichten rund um das Thema Organspende – vom Leben mit einem Spenderorgan bis zum Umgang mit einem Verlust. Lesen Sie hier die vollständigen Erfahrungsberichte. BIÖG / Jannis Reichard Erfahrungsberichte Erfahrungsberichte von Menschen, die mit der Organspende in Berührung kamen Religionen und ihre Haltung zur Organspende Religionen bieten ethische Leitlinien, die Gläubigen bei der Entscheidung zur Organspende Orientierung geben können. Ob Christentum, Islam oder Judentum: Die religiösen Gemeinschaften haben alle einen eigenen Standpunkt zur Organ- und Gewebespende . Mitunter wird auch innerhalb der Religionsgemeinschaften diskutiert. Erfahren Sie hier mehr zu den Sichtweisen auf die Organspende in verschiedenen Religionen. vm / Getty Images Religionen Die Sicht der Religionen auf die Organspende Meinungen zur Organspende und Patientenverfügung Wie Menschen über Organspende denken, ist sehr individuell. Während einige mit einer Spende Leben retten oder ihre Angehörigen bei der Entscheidung entlasten wollen, haben andere Zweifel oder persönliche Bedenken. Auch die Patientenverfügung spielt dabei oft eine Rolle. In ihr kann die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende festgehalten werden. Lesen Sie auf dieser Seite persönliche Meinungen und Erfahrungen von Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrunds – von überzeugten Befürworterinnen und Befürwortern bis hin zu jenen, die noch unsicher sind oder sich bewusst dagegen entschieden haben. BIÖG / Fábio Machado Meinungen Was ist Ihre Meinung über Organspende? Pro und Contra – persönliche Argumente im Überblick Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende ist sehr persönlich und oft mit Unsicherheiten verbunden. Viele Menschen beschäftigen sich mit Fragen nach dem Tod , der eigenen Haltung und möglichen Ängsten. Deshalb ist es wichtig, verschiedene Argumente kennenzulernen und unterschiedliche Sichtweisen zu hören. Teilen Sie hier Ihre Gedanken, Zweifel oder Überzeugungen und lesen Sie, was andere über die Organspende denken. asiseeit / Getty Images Pro und Contra Ihre Argumente für oder gegen Organspende und Gewebespende Graphic Novel: Organspende kreativ erklärt Eine kurze Comic-Geschichte erzählt die reale Geschichte von Hubert K. , der aufgrund einer unerkannten Herzmuskelentzündung plötzlich auf ein Spenderherz angewiesen war. In illustrierten Szenen wird sein Weg von der Diagnose über die Wartezeit bis zur Transplantation nachvollzogen – nahbar und authentisch erzählt. Lesen Sie hier die Graphic Novel über Hubert K. und erfahren Sie mehr über seinen persönlichen Weg zur Organspende. Graphic Novel Ein neues Herz für Hubert K. – Organspende: Verstehen. Entscheiden. Dokumentieren.
Die Sicht der Religionen auf die Organspende Inhalt Welche Rolle spielen Religionen bei der Entscheidung zur Organspende? Organspende im Judentum Die Sicht des Islams auf Organspende Organspende im christlichen Verständnis Neben medizinischen Fakten, den biologischen Abläufen im Körper und der rechtlichen Situation in Deutschland spielen auch Glauben, Werte und Gewissen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende. Für viele Gläubige bieten die Lehren ihrer Religion daher eine wertvolle Unterstützung in diesem Prozess. Kurz gefasst Religionen können Orientierung bieten für Gläubige bei der Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende. Im Judentum gilt die Organspende als Akt der Nächstenliebe, ist aber bei postmortaler Spende umstritten. Im Islam undChristentum wird die Spende als freiwilliger, uneigennütziger Akt des Mitgefühls verstanden. Die Werte und Überzeugungen der Religionen helfen Gläubigen, eine reflektierte Entscheidung zur Organspende zu treffen. Welche Rolle spielen Religionen bei der Entscheidung zur Organspende? Für viele Gläubige ist die Haltung ihrer Religionen zur Organ- und Gewebespende ein wichtiger Orientierungspunkt , wenn es um die Entscheidung für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende geht. Die Vorstellungen von Leben, Tod und einem möglichen Weiterleben danach lassen sich nicht allein durch wissenschaftliche oder rechtliche Überlegungen erklären. Religiöse Schriften, Traditionen und Überlieferungen bieten vielen Menschen einen zusätzlichen Zugang, um die Organ- und Gewebespende im Kontext ihrer Religionen zu verstehen. Weiterlesen: Organspende – Ja oder Nein? Warum Sie eine Entscheidung treffen sollten. Organspende im Judentum Im Judentum gilt die Organ- und Gewebespende grundsätzlich als Akt der Nächstenliebe. Sie hat das Ziel, Leben zu retten, und nimmt einen sehr hohen Stellenwert ein. Zentral ist hierbei das Prinzip Pikuach Nefesch: Das Retten eines Menschenlebens steht hiernach über fast allen anderen religiösen Geboten. Die postmortale Organspende ist im Judentum jedoch umstritten . Vor allem die Todesvorstellung wird hierbei diskutiert. Aus jüdischer Sicht ist ein Mensch erst dann tot, wenn Herzschlag und Atmung stillstehen. In Deutschland gilt hingegen der Hirntod als rechtlicher Nachweis des Tods. Bei einem hirntoten Menschen stehen Atmung und Herzschlag jedoch nicht still, sondern werden künstlich aufrechterhalten. Die meisten liberalen und ein Teil der konservativen und orthodoxen jüdischen Autoritäten erkennen den Hirntod als endgültigen Tod des Menschen an: Eine Organentnahme ist damit zulässig. Im konservativen und orthodoxen Judentum hingegen akzeptieren einige der jüdischen Autoritäten diese Auffassung nicht. Montes-Bradley / Getty Images Judentum Erfahren Sie hier mehr zu den Haltungen im Judentum. Die Sicht des Islams auf Organspende Im Islam ist die Organ- und Gewebespende grundsätzlich mit der Religion vereinbar . Viele islamische Gutachterräte befürworten die Spende ausdrücklich. Eine Organspende gilt dabei als Akt der Nächstenliebe ( Sadaqa ), sofern sie freiwillig, uneigennützig und mit klarer Zustimmung erfolgt. Aus islamischer Sichtweise sollte die Spende von Organen und Geweben jedoch an weitere ethische Voraussetzungen geknüpft sein. Zum Beispiel sollte Erfolg der Transplantation nach ärztlichem Ermessen gesichert sein und der Leichnam nach einer postmortalen Organentnahme unversehrt beerdigt werden können. FatCamera / Getty Images Islam Mehr über die religiösen Grundlagen im Islam finden Sie hier. Organspende im christlichen Verständnis Im Christentum wird die Organ- und Gewebespende positiv und als Akt der Nächstenliebe gesehen. Eine Spende muss jedoch immer freiwillig und uneigennützig erfolgen. Beide große Kirchen in Deutschland, die katholische und die evangelische, betrachten dabei gespendete Organe nicht als Anspruch, sondern als Geschenk. adamkaz / iStock Christentum Erfahren Sie mehr über das Verständnis der Organspende im Christentum.
Schulmaterialien zur Organspende für die Sek II Ab 16 Jahren können Schülerinnen und Schüler selbst dokumentieren, ob sie einer Organspende zustimmen oder widersprechen. Unterstützen Sie sie dabei, das Thema sachlich, ergebnisoffen und fächerübergreifend im Unterricht zu behandeln – mit unseren fachlich geprüften Materialien für die Sekundarstufe II. Unsere Unterrichtsmaterialien im Überblick Wissen kompakt: Organspende Dieses Heft besteht aus einem Modul „Basiswissen“, das Grundlagenkenntnisse zur Organsende vermittelt und Schülerinnen und Schüler befähigt, eine Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende zu treffen. Das Modul „vertiefendes Wissen“ beleuchtet das Thema aus medizinisch-ethischer sowie religiöser Perspektive und bietet einen Einblick in gesetzliche Regelungen sowie den politischen Diskurs. Wissen kompakt: Organspende Entdecken Sie die Materialien zur Organspende – samt Podcast! NEU: Materialien zur Herztransplantation Aktuell entstehen weitere Materialien, die am Thema Herztransplantation die Fragen aufwerfen, ob die Art der Informationsaufbereitung (emotional versus faktisch-sachlich) sowie die medialen Zugangswege (Social Media versus Faktendarstellungen) die Meinungsbildung zur Organspende beeinflussen. Wissen kompakt: Herztransplantation Jetzt vormerken! So arbeiten Sie mit den Materialien Alle Module sind direkt im Unterricht einsetzbar und flexibel kombinierbar. Jedes Paket enthält: Hintergrund: Fachlich geprüfte Sachtexte für Lehrer:innen und Schülerinnen und Schüler. Praxis: Fertige Arbeitsblätter und gezielte Diskussionsimpulse. Didaktik: Begleitdokumente zur schnellen Unterrichtsplanung. Multimedia: Ergänzende Videos und Podcasts für einen modernen Einstieg. Warum Organspende unterrichten? In der Schule setzen sich viele junge Menschen zum ersten Mal bewusst mit der Organspende auseinander. Der Unterricht bietet den idealen Raum, um: die Relevanz des Themas für Schülerinnen und Schüler zu verdeutlichen die Entscheidung- und ihre Dokumentationsmöglichkeiten kennenzulernen die verschiedenen Perspektiven des Themas (rechtlich, medizinisch, ethisch, religiös, gesellschaftliche) kennenzulernen, einzuordnen und zu diskutieren mediale Darstellungen kritisch zu analysieren Eine strukturierte und ergebnisoffene Behandlung im Unterricht stärkt Wissen, Urteilsfähigkeit und Medienkompetenz gleichermaßen. Sie können das Thema hervorragend fächerübergreifend – etwa in Biologie, Religion, Ethik oder Philosophie – bearbeiten, um die Vielschichtigkeit der Inhalte gemeinsam zu erschließen.