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Patientenverfügung

Patientenverfügung und Organspende Lesedauer: 2 Minuten Inhalt Was ist eine Patientenverfügung? Widersprüche vermeiden Wo hinterlege ich eine Patientenverfügung? Formulierungshilfe für Ihre Patientenverfügung Eine Patientenverfügung ermöglicht es Ihnen, wichtige medizinische Entscheidungen im Voraus zu treffen – auch zur Organspende. So sind Ihre Wünsche klar, auch wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, diese zu äußern. Doch was muss eine solche Verfügung enthalten, damit Ihre Entscheidung für oder gegen die Organ- und Gewebespende verstanden wird? Und wie vermeiden Sie Widersprüche, die im Ernstfall zu Problemen führen können? Dieser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Punkte und hilft Ihnen bei der Formulierung Ihrer Entscheidung in der Patientenverfügung. Kurz gefasst Eine Patientenverfügung ermöglicht es Ihnen, wichtige medizinische Entscheidungen im Voraus zu treffen. So sind Ihre Wünsche klar auch, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind diese zu äußern Auch Ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende kann in der Patientenverfügung dokumentiert werden. Sie muss schriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben sein; eine notarielle Beglaubigung ist optional, aber möglich. Bewahren Sie die Patientenverfügung an einem Ort auf, der für Ärztinnen, Angehörige und Bevollmächtigte leicht auffindbar ist. PeopleImages / Getty Images Was ist eine Patientenverfügung? Neben dem Organspendeausweis können Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organspende auch in einer Patientenverfügung festhalten. Diese schriftliche Willenserklärung regelt, ob und wie Sie ärztlich behandelt werden möchten, wenn Sie nicht mehr entscheidungsfähig sind. Wichtig ist, dass Sie Ihren Willen eindeutig formulieren und das Dokument eigenhändig unterschreiben . Die Patientenverfügung kann jederzeit geändert werden. Vernichten Sie dafür die alte Version und informieren Sie wichtige Personen, zum Beispiel Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Bedingungen für eine gültige Patientenverfügung: Sie sind volljährig Das Dokument ist schriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben oder notariell beglaubigt Die Angaben zu medizinischen Maßnahmen, Heilbehandlungen und ggf. zur Organspende sind klar formuliert Der Organspendeausweis und die Patientenverfügung sind zwei gleichwertige, rechtlich verbindliche Dokumente, die im Fall der Fälle berücksichtigt werden müssen. Ja oder Nein zur Organspende? Erfahren Sie mehr zu den Entscheidungsmöglichkeiten. Schon gewusst? Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende sollte nicht im Testament festgehalten werden, da dieses erst einige Zeit nach dem Tod der Verfasserin oder des Verfassers eröffnet wird. Dann ist es für eine Organspende bereits zu spät. Dokumentieren Sie Ihre Entscheidung deswegen in einer Patientenverfügung, auf einem Organspendeausweis oder im Organspende-Register . Widersprüche vermeiden Es ist wichtig, dass Ihre Patientenverfügung keine Widersprüche beinhaltet. Beispiel: Sie lehnen in Ihrer Patientenverfügung intensivmedizinische Maßnahmen wie eine künstliche Beatmung ab, stimmen an einer anderen Stelle jedoch einer Organspende gleichzeitig zu. Dies ist ein Widerspruch. Eine Organentnahme kann nur erfolgen, wenn intensivmedizinische Maßnahmen, auch die künstliche Beatmung, zeitweise fortgeführt werden. Widersprüche führen in der Praxis dazu, dass Ärztinnen und Ärzte nicht eindeutig handeln können, was eine Organentnahme oft unmöglich macht . Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen für eine Organspende. Wo hinterlege ich eine Patientenverfügung? Damit Ihre Patientenverfügung im Ernstfall schnell auffindbar ist, sollten Sie Folgendes beachten: Informieren Sie Angehörige, Hausärztinnen und Hausärzte sowie Bevollmächtigte über den Aufbewahrungsort. Ein Hinweis in der Geldbörse oder auf dem Kühlschrank kann hilfreich sein. Sie können Ihre Patientenverfügung kostenpflichtig im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren. Zugriff haben ausschließlich Gerichte. Formulierungshilfe für Ihre Patientenverfügung Es gibt in Deutschland keine standardisierte Vorlage für eine Patientenverfügung. Den Text erstellen Sie individuell nach Ihren persönlichen Wünschen und Wertvorstellungen. Die folgenden Textbausteine helfen Ihnen, Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende widerspruchsfrei und klar zu formulieren. Broschüre "Meine Erklärung zur Organ- und Gewebespende. Möglichkeiten der Dokumentation in Organspendeausweis und Patientenverfügung." Textbaustein: Zustimmung zur Organ- und Gewebespende Es ist mir bewusst, dass Organe nur nach Feststellung des unumkehrbaren Ausfalls der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) bei aufrechterhaltenem Kreislauf-System und unter künstlicher Beatmung entnommen werden können. Deshalb gestatte ich ausnahmsweise für den Fall, dass bei mir eine Organspende medizinisch infrage kommt, die kurzfristige (ca. 72 Stunden) Durchführung intensivmedizinischer Maßnahmen zur Bestimmung des Hirntods nach den Richtlinien der Bundesärztekammer und zur anschließenden Entnahme der Organe. Außerdem stimme ich der Durchführung von intensivmedizinischen Maßnahmen zu, die zum Schutz der Organe bis zu ihrer Entnahme erforderlich sind. Entsprechendes soll auch für den Fall gelten, dass zu erwarten ist, dass der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) in wenigen Tagen eintreten wird. Falls Sie unter diesen Bedingungen eine zeitliche Begrenzung der intensivmedizinischen Maßnahmen wünschen, sollte dies festgehalten werden: Die intensivmedizinischen Maßnahmen sollen nicht länger als ______________________ Stunden fortgesetzt werden. Formulierung, falls Sie uneingeschränkt Organe und Gewebe spenden möchten: Ich stimme einer Entnahme meiner Organe und Gewebe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu. Ich habe einen Organspendeausweis ausgefüllt. Der Organspendeausweis befindet sich an folgendem Ort: ______________________ Wenn kein Organspendeausweis vorhanden ist: Ich habe keinen Organspendeausweis ausgefüllt. Falls Sie bestimmte Organe und/oder Gewebe von der Entnahme ausschließen wollen, müssen Sie diese benennen: Ich gestatte eine Entnahme mit Ausnahme folgender Organe/Gewebe: ______________________ Textbaustein: Ablehnung einer Organ- und Gewebespende Formulierung für die Ablehnung einer Organ- und Gewebespende: Ich lehne eine Entnahme von meinen Organen und Geweben nach meinem Tod zu Transplantationszwecken ab. Ich habe einen Organspendeausweis ausgefüllt. Wenn kein Organspendeausweis vorhanden ist: Ich habe keinen Organspendeausweis ausgefüllt. Textbaustein: Übertragung der Entscheidung auf eine andere Person Ich übertrage die Entscheidung über die Entnahme von Organen und Geweben auf die nachfolgend benannte Person: Name, Vorname: Straße, Hausnummer: PLZ, Ort: Telefonnummer (Festnetz): Telefonnummer (Mobil): E-Mail:

Inselzellen

Die Inselzellen­transplantation Inhalt Was sind Inselzellen? Gründe für eine Inselzelltransplantation Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Langerhans-Inseln) steuern den Blutzuckerspiegel, indem sie die Hormone Insulin und Glukagon produzieren. Bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1 greift das Immunsystem diese Zellen an und zerstört sie. Eine Transplantation von Inselzellen kann Betroffenen helfen, den Blutzucker zu regulieren und die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Kurz gefasst Inselzellen produzieren den Botenstoff Insulin, welcher den Zuckergehalt im Blut reguliert. Transplantationen von Inselzellen erfolgen bei Diabetes Typ 1 („Zuckerkrankheit“) oder nach Entfernung der Bauchspeicheldrüse. Bei einer Spende werden Inselzellen isoliert und in die Leber übertragen. AleksandarNakic / Getty Images Was sind Inselzellen? Die Langerhans’schen Inseln machen einen kleinen Teil der Bauchspeicheldrüse aus (ein bis zwei Prozent) und bestehen aus: Beta-Zellen: Produzieren Insulin und senken den Blutzucker nach Mahlzeiten. Alpha-Zellen: Produzieren Glukagon und erhöhen den Blutzucker zwischen Mahlzeiten. Delta-Zellen: Produzieren Somatostatin und regulieren Insulin- und Glukagonfreisetzung. PP-Zellen: Produzieren das Pankreatische Polypeptid und steuern die Verdauung und den Stoffwechsel. Insgesamt regulieren Inselzellen den Blutzuckerspiegel und sichern einen stabilen Stoffwechsel . Gründe für eine Inselzelltransplantation Eine Inselzelltransplantation wird dann erwogen, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produziert. Hauptsächlich geschieht dies bei Typ-1-Diabetes oder in manchen Fällen bei fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes. Jährlich werden etwa 70 Bauchspeicheldrüsen transplantiert. Unterschied zur Bauchspeicheldrüsentransplantation Bauchspeicheldrüsentransplantation : Die komplette Spenderdrüse wird transplantiert, oft bei stark beeinträchtigtem Organ. Erfahren Sie hier mehr zur Transplantation von Bauchspeicheldrüsen. Inselzelltransplantation : Nur die insulinproduzierenden Zellverbände (Beta-Zellen) werden isoliert und transplantiert. Sie eignet sich, wenn die restliche Bauchspeicheldrüse noch teilweise funktionstüchtig ist oder eine komplette Transplantation nicht möglich ist. In Deutschland werden Inselzellen derzeit nur am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden transplantiert. Die Zellen stammen dabei aus einer postmortalen Spende oder einer Eigengewebespende . Bei der Eigengewebespende werden die Inselzellen aus der eigenen Bauchspeicheldrüse der betroffenen Person gewonnen, nachdem das Organ aus medizinischen Gründen entfernt werden musste – meist bei einer chronischen Entzündung. Um Inselzellen transplantieren zu können, werden sie in einem aufwändigen Verfahren aus der Bauchspeicheldrüse isoliert, weiterverarbeitet und gereinigt. Dieses Inselzell-Präparat wird mit einer Infusion in die Leber der Empfängerin oder des Empfängers übertragen. Forschung an Inselzellen Nach einer Inselzelltransplantation muss die Patientin oder der Patient lebenslang Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen – andernfalls würde das Immunsystem die transplantierten Zellen angreifen. Aktuell suchen Forscherinnen und Forscher nach einer Möglichkeit, diese Immunantwort zu umgehen, wodurch Betroffene keine Immunsuppressiva mehr einnehmen müssten. Eine künstliche Teflonmembran soll die Inselzellen umhüllen und so vor dem Kontakt mit körpereigenen Immunzellen schützen. Außerdem wird mit genetisch veränderten Beta-Zellen (hypoimmune Pseudo-Inselzellen) aus Schweinen, Mäusen und Affen geforscht, die nicht vom Immunsystem der Patientin oder des Patienten erkannt werden. Der Universitätsklinik Uppsala gelang Ende 2024 erstmals eine Übertragung solcher genveränderter Zellen am Menschen.

Knochen und Weichteilgewebe

Die Transplantation von Knochen und Weichteilgewebe Lesedauer: 2 Minuten Inhalt Was sind die Aufgaben von Knochen und Weichteilgewebe? Gründe für eine Knochentransplantation Gründe für die Transplantation von Weichteilgeweben Knochen- und Weichteilgewebe wie Sehnen und Bänder sind essenziell für Stabilität, Bewegung und Belastbarkeit des menschlichen Körpers. Werden sie durch Verletzungen, Entzündungen oder Tumore geschädigt, kann eine Transplantation die Funktion des Bewegungsapparats wiederherstellen und in manchen Fällen sogar eine Amputation verhindern. Kurz gefasst Knochengewebe stabilisiert den Körper, schützt Organe und ermöglicht Bewegung. Knochentransplantationen ersetzen fehlendes Gewebe, füllen Defekte auf und unterstützen die Heilung geschädigter Knochen. Sehnen- und Bändertransplantationen stellen Beweglichkeit wieder her und verhindern Gelenkversteifungen. Die Heilungsdauer variiert je nach Defekt, Gewebeart und individueller Belastung. Häufig liegt sie bei mehreren Monaten. Halfpoint Images / Getty Images Was sind die Aufgaben von Knochen und Weichteilgewebe? Knochen sind – nach den Zähnen – das zweithärteste Körpergewebe. Ihre zentralen Aufgaben umfassen: Stabilität und Schutz: Sie stützen den Körper und schützen lebenswichtige Organe. Bewegung: Als Teil des Bewegungsapparats arbeiten sie eng mit Sehnen, Muskeln und Gelenken zusammen. Speicherfunktion: Knochen speichern wichtige Mineralstoffe wie Kalzium. Blutbildung: Im Knochenmark entsteht ein Großteil der Blutzellen. Weichteilgewebe (Sehnen und Bänder) verbinden Muskeln und Knochen. Sie stabilisieren Gelenke und ermöglichen präzise Bewegungsabläufe. Auch andere Arten von Gewebe können transplantiert werden. Lesen Sie hier mehr über verschiedene transplantierbare Gewebe. Gründe für eine Knochentransplantation Knochen können, obwohl sie so hart und stabil erscheinen, Schaden nehmen – zum Beispiel durch Unfälle, Entzündungen oder Tumore. Transplantationen ersetzen fehlende Knochenteile oder füllen Lücken auf. Bei einigen Patientinnen und Patienten kann die Transplantation von Knochen unter Umständen auch eine Amputation verhindern. Woher stammen Knochenspenden? Postmortale Spende : Bei einer Knochenspende von einer verstorbenen Person können die langen Röhrenknochen der Arme und Beine, Teile des Beckens (Beckenkamm), Rippenknorpel und ganze Gelenke entnommen werden. Der entnommene Knochen wird durch eine passgenaue Prothese ersetzt und ist äußerlich nicht zu erkennen. Lebendgewebespende : Knochenspenden stammen vonMenschen, die eine Hüftgelenksoperation erhalten haben. Während der Operation wird der verschlissene Gelenkkopf des Oberschenkelknochens entnommen und durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Das entnommene Knochengewebe wird dann zur Transplantation genutzt. Gründe für die Transplantation von Weichteilgeweben Weichteilgewebe, wie Sehnen und Bänder, ist für eine gute Gelenkfunktion unerlässlich. Wird es geschädigt, drohen Instabilität, Bewegungseinschränkungen oder Gelenkversteifungen. Eine Transplantation kann die Beweglichkeit vollständig oder teilweise zurückbringen. Woher stammen die Gewebe? Aus postmortalen Spenden Aus Eigengewebespenden (autologen Spenden). Hierbei wird das Gewebe aus dem eigenen Körper entnommen und an eine andere Stelle verpflanzt.

Hautgewebe und Eihaut der Fruchtblase

Die Transplantation von Hautgewebe und Eihaut der Fruchtblase (Amnion) Lesedauer: 1 Minute Inhalt Was sind die Aufgaben von Hautgewebe und Amnionmembran? Gründe für die Transplantation von Hautgewebe Gründe für die Transplantation von Zellen der Eihaut Hautgewebe und die Amnionmembran (Eihaut der Fruchtblase) zählen zu den wichtigsten transplantierbaren Geweben der modernen Medizin. Sie unterstützen die Heilung schwerer Wunden, schützen vor Infektionen und fördern die Regeneration, insbesondere bei Verbrennungen oder Verletzungen an Hornhaut und Bindehaut. Kurz gefasst Spenderhaut wird genutzt, um großflächige Wunden zu verschließen. Bei schweren Verbrennungen kann die Transplantation von Spenderhaut lebensrettend sein. Spenderhaut stammt ausschließlich aus postmortalen Spenden, mit der Ausnahme von Eigenhauttransplantationen. Die Eihaut der Fruchtblase (Amnion) umgibt den Embryo während seiner Entwicklung im Mutterleib. Nach einer Kaiserschnittgeburt kann die Eihaut gespendet werden. Caiaimage / Tom Merton / Getty Images Was sind die Aufgaben von Hautgewebe und Amnionmembran? Aufgaben der Haut Die Haut ist die zentrale Schutzbarriere des Körpers. Ihre wichtigsten Funktionen sind: Schutz vor Infektionen, Kälte, Hitze und mechanischen Einwirkungen Regulierung von Temperatur und Flüssigkeitshaushalt Unterstützung der Wundheilung Abwehr von Fremdstoffen und Krankheitserregern. Aufgaben der Amnionmembran Die Amnionmembran (Eihaut) umgibt das ungeborene Kind während der Schwangerschaft. Sie besitzt besondere medizinische Eigenschaften : Fördert die Wundheilung Reduziert Schmerzen Wirkt leicht entzündungshemmend Unterstützt die Regeneration empfindlicher Gewebe, insbesondere Bindehaut und Hornhaut. Gründe für die Transplantation von Hautgewebe Ist die Haut beschädigt, können Erreger leichter eindringen und Infektionen auslösen, welche auf andere Organe übergreifen können. Grundsätzlich kann sich die Haut selbst regenerieren. Bei größeren Wundern jedoch, die nicht durch eine Naht verschlossen werden können, kommt eine Hauttransplantation infrage. Diese sind etwa bedingt durch: großflächige Verbrennungen Verletzungen der Haut durch Tumore chronische Verwundungen Hautspenden stammen ausschließlich aus postmortalen Spenden – mit der Ausnahme von Eigenhautspenden. Ein Hauttransplantat ist eine dünne Schicht der Oberhaut (etwa 4 Millimeter), welche auf die Wunde gelegt wird. Der Selbstheilungsprozess der Haut beginnt dann am Gewebetransplantat. Gründe für die Transplantation von Zellen der Eihaut Die Amnionmembran ist ein wertvolles Transplantat bei bestimmten Verletzungen am Auge . Sie kommt unter anderem zum Einsatz bei: Oberflächlichen Verletzungen der Hornhaut Defekten der Bindehaut Chronischen Entzündungen oder Wunden am Auge Heilungsstörungen nach Augenoperationen Amnionmembran wird ausschließlich nach Kaiserschnittgeburten als Lebendgewebe gespendet. Die Transplantation der Amnionmembran ist besonders, da sie sehr gut vertragen wird, während sie die Regeneration entscheidend fördert und Schmerzen deutlich reduzieren kann – ein entscheidender Vorteil bei den sensiblen Augenoberflächen. Auch Augenhornhaut kann transplantiert werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Blutgefässe

Die Blutgefäß­transplantation Lesedauer: 1 Minute Inhalt Was sind die Aufgaben von Blutgefäßen? Gründe für eine Blutgefäßtransplantation Blutgefäße sind lebenswichtige Leitungen für den Blutfluss im Körper. Verengungen oder Verstopfungen, insbesondere im Herzbereich, können schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt haben. In solchen Fällen kann eine Transplantation von Blutgefäßen die Funktion wiederherstellen und die Lebensqualität verbessern. Kurz gefasst Die Blutgefäße des menschlichen Körpers können durch Ablagerungen verengt sein oder ganz verstopfen. Verengte Blutgefäße im Herzbereich können lebensbedrohlich werden und einen Herzinfarkt auslösen. Transplantiert werden meistens menschliche Blutgefäße. Kunststoffprothesen sind möglich, aber meist nur begrenzt einsetzbar. Was sind die Aufgaben von Blutgefäßen? Blutgefäße sind lebenswichtige Transportwege im Körper. Sie sorgen dafür, dass Sauerstoff, Nährstoffe und Abfallstoffe zuverlässig zwischen Herz, Organen und Geweben transportiert werden. Im Körper des Menschen gibt es zwei Arten von Blutgefäßen: Arterien: Transportieren das Blut vom Herzen weg. Venen: Transportieren das Blut zum Herzen zurück. Gründe für eine Blutgefäßtransplantation Im Verlauf des Lebens können sich Gefäße durch Ablagerungen verengen oder ganz verstopfen – häufig durch Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck oder Fettleibigkeit . Besonders verengte Gefäße im Herzbereich können lebensbedrohlich sein und einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) auslösen. In solchen Fällen kann eine Blutgefäßtransplantation notwendig werden: Bypassoperation : Hier ersetzen menschliche Spenderblutgefäße verengte oder verstopfte Blutgefäße und stellen die Durchblutung wieder her. Kunststoffprothesen: Nur bedingt einsetzbar, z. B. bei sehr großen Arterien oder der Halsschlagader. Sie bergen ein erhöhtes Infektionsrisiko und müssen bei Infektionen durch menschliche Transplantate ersetzt werden. Für medizinische Eingriffe können Spenderblutgefäße genutzt werden, die entweder aus postmortalen Spenden oder Lebendgewebespenden stammen. Bei einer sogenannten autologen Spende wird ein Blutgefäß direkt aus dem Körper der Patientin oder des Patienten entnommen und an einer anderen Stelle wieder eingesetzt. Mehr zur Herztransplantation.

Download und Bestellen

Der Organspendeausweis zum Bestellen oder online Ausfüllen Inhalt Organspendeausweis online ausfüllen – So geht's Organspendeausweis und Infomaterialien kostenlos bestellen Hier können Sie Ihren persönlichen Organspendeausweis direkt ausfüllen und als PDF herunterladen. Alternativ können Sie direkt und kostenlos im BIÖG Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit -Shop den Organspendeausweis als Plastikkarte bestellen. Alle Angaben, die Sie online machen, werden nicht gespeichert. Organspendeausweis online ausfüllen – So geht's Füllen Sie die Eingabefelder aus, um Ihren Organspendeausweis online zu erstellen . Sie können ihn anschließend als PDF-Datei herunterladen, speichern oder direkt ausdrucken. Ihre Daten und Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organspende werden an keiner Stelle gespeichert. Den Organspendeausweis kostenlos bestellen. Organspendeausweis und Infomaterialien kostenlos bestellen Bestellen Sie den Organspendeausweis kostenlos als Plastik- oder Papierkarte im Scheckkartenformat in verschiedenen Sprachen im BIÖG Shop . Hier können Sie den Organspendeausweis kostenlos bestellen. Organspendeausweis als Plastikkarte Organspendeausweise Hier bestellen Sie den Organspendeausweis als Plastikkarte im Scheckkartenformat. Flyer mit Organspendeausweis Organspendeausweise Der Flyer bietet erste Informationen zum Thema Organ- und Gewebespende sowie alles Wissenswerte rund um den Organspendeausweis. In verschiedenen Sprachen Organspendeausweise Es ist vor einem Auslandsaufenthalt ratsam, einen Organspendeausweis in der entsprechenden Landessprache auszufüllen und zu den Personalpapieren zu legen.

Gesetze und Richtlinien

Gesetze und Richtlinien zur Organ- und Gewebespende Lesedauer: 6 Minuten Inhalt Gesetze zur Organ- und Gewebespende Richtlinien In Deutschland gibt es verschiedene Gesetze und Richtlinien zur Organ- und Gewebespende. Während Gesetze Abläufe, Rechte und Pflichten festlegen, sichern Richtlinien die praktische Umsetzung und hohe Qualitätsstandards. Die Ständige Kommission Organtransplantation (StäKO) der Bundesärztekammer überwacht die Einhaltung. Kurz gefasst Die Organ- und Gewebespende und die Transplantation sind in Deutschland durch Gesetze streng geregelt. Die Gesetze legen Abläufe, Pflichten und Rechte aller Beteiligten fest. Richtlinien setzen diese Gesetze um und werden von der Bundesärztekammer nach Zustimmung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) umgesetzt. Suwannar Kawila / EyeEm / Getty Images Gesetze zur Organ- und Gewebespende Die Organ- und Gewebespende ist in Deutschland durch das Transplantationsgesetz (TPG) und das Gewebegesetz rechtlich geregelt. Sie bilden die Grundlage für Spende, Vermittlung und Transplantation von Organen und Geweben, einschließlich Lebendspenden. Das Transplantationsgesetz schafft Kontrolle und Transparenz. Das Transplantationsgesetz Das TPG ist seit 1997 die rechtliche Grundlage für Organ- und Gewebespende. Es regelt Spende, Vermittlung und Transplantation von Organen und Geweben, einschließlich Lebendspenden . Die derzeit geltende Rechtslage ist die Entscheidungslösung , nach welcher eine Organspende nur dann möglich ist, wenn die Person zu Lebzeiten eingewilligt hat oder die nächsten Angehörigen nach deren Willen zustimmen. Die letzte umfangreiche Änderung erfolgte 2020 durch das Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende mit dem Ziel, die persönliche Entscheidung zu registrieren, die Aufklärung zu verbessern und die Auseinandersetzung mit der Organspende zu fördern. Das Transplantationsgesetz (PDF nicht barrierefrei) Das Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende (PDF nicht barrierefrei) GZSO (PDF nicht barrierefrei) Das Transplantationsgesetz schafft Kontrolle und Transparenz. Lesen Sie mehr. Das Gewebegesetz Während Organe rasch nach der Entnahme an die Empfängerin oder den Empfänger vermittelt und transplantiert werden, müssen Gewebe nach der Entnahme zunächst weiterverarbeitet werden. Alle Verarbeitungsschritte, vom entnommenen Gewebe bis zum fertigen Gewebeprodukt, werden vom Gewebegesetz reguliert, welches ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität der Gewebeprodukte gewährleistet. Das Gewebegesetz ist ein sogenanntes Artikelgesetz : Es setzt Änderungen an mehreren Gesetzen gleichzeitig durch. Die Änderungen betreffen vor allem das Transplantationsgesetz (TPG) und das Arzneimittelgesetz (AMG), ferner das Transfusionsgesetz (TFG), die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) und die Betriebsverordnung für Arzneimittelgroßhandelsbetriebe (AMGrHdlBetrV). Das Gewebegesetz (PDF nicht barrierefrei) Lesen Sie hier mehr zur Gewebespende. Richtlinien Während Gesetze die Organ- und Gewebespende streng regulieren, setzen Richtlinien die gesetzlichen Vorgaben praktisch um . Sie stellen sicher, dass Organ- und Gewebespende einheitlich, sicher und nachvollziehbar ablaufen, werden von der Ständigen Kommission Organtransplantation (StäKO) der Bundesärztekammer erarbeitet und vom Bundesministerium für Gesundheit final freigegeben. Die Bundesärztekammer und die Ständige Kommission Organtransplantation (StäKO) Die Bundesärztekammer (BÄK) ist ein bundesweiter Zusammenschluss der 17 Ärzte- beziehungsweise Landesärztekammern. Sie vertritt die gesundheits- und sozialpolitischen Interessen der Ärztinnen und Ärzte gegenüber der Politik, sorgt für eine einheitliche Regelung der ärztlichen Berufspflichten und Qualitätssicherung. Unmittelbare gesetzliche Aufgaben erfüllt die BÄK in Zusammenhang mit dem Transplantationsgesetz. Die StäKO ist Teil der BÄK und verantwortlich für Belange rund um die Organspende.. Sie erstellt Richtlinien für bundesweite Regelungen und besteht aus transplantationserfahrenen Ärztinnen und Ärzten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), der Stiftung Eurotransplant sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten von Transplantationspatienten, Fachjuristen, Ethikern und Kostenträgern. Die Feststellung des Todes Die Richtlinie für die Regeln zur Feststellung des Todes legt fest, wie der Tod eines Menschen nachgewiesen werden muss. Sie definiert nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft den Hirntod , also den unumkehrbaren Ausfall aller Hirnfunktionen, als naturwissenschaftlich-medizinischen Nachweis des Todes. Um den Hirntod festzustellen, schreibt die Richtlinie eine umfangreiche Diagnostik, die Hirntoddiagnostik, vor. Richtlinie für die Regeln zur Feststellung des Todes (PDF nicht barrierefrei) Organvermittlung und Wartelistenführung Die Aufnahme von Patientinnen und Patienten auf die Wartelisten zur Organtransplantation und das Vorgehen zur Vermittlung von postmortal gespendeten Organen sind in Richtlinien für das jeweilige Organ festgelegt. Richtlinien bei der Bundesärztekammer herunterladen (PDF nicht barrierefrei) Ablauf des Organspendeprozesses Richtlinie zur ärztlichen Beurteilung: Diese Richtlinie gibt Vorgaben zum Ablauf eines Organspendeprozesses. Sie unterstützt die Ärztinnen und Ärzte darin, potenzielle Spenderinnen und Spender zu erkennen und deren Spendefähigkeit zu beurteilen. Weiterhin schreibt die Richtlinie das Angehörigengespräch vor, um die Zustimmung oder Ablehnung einer Organspende zu klären. Richtlinie zur ärztlichen Beurteilung herunterladen Richtlinie zur medizinischen Beurteilung von Organspendern und zur Konservierung von Spenderorganen: Diese Richtlinie formuliert Maßnahmen zum Schutz der Organempfängerin und des Organempfängers. Hierzu gehören unter anderem die Anforderungen an Qualität, Konservierung, Aufbereitung, Aufbewahrung und Transport der entnommenen Organe. Richtlinie bei der Bundesärztekammer herunterladen. Richtlinie zu den erforderlichen Maßnahmen zur Qualitätssicherung: Diese Richtlinie legt die Maßnahmen zur Qualitätssicherung fest, die bei einer Organentnahme und -übertragung gemäß dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft erforderlich sind. Richtlinie zu den erforderlichen Maßnahmen (PDF nicht barrierefrei) Die europäische Richtlinie Die Qualitäts- und Sicherheitsstandards von Gewebeprodukten werden in der Europäischen Union einheitlich durch eine EU-Richtlinie, die EG-Geweberichtlinie , geregelt. Sie wurde 2004 durch das Europäische Parlament und den Rat der Europäischen Union erlassen und betreffen Spende, Beschaffung, Testung, Verarbeitung, Konservierung, Lagerung und Verteilung menschlicher Gewebe und Zellen. EG-Geweberichtlinie (PDF nicht barrierefrei) Die EG-Geweberichtlinie wird durch zwei Durchführungsrichtlinien unterstützt, die unter anderem die Rückverfolgung von Gewebeprodukten und die Meldung schwerwiegender Zwischenfälle beinhalten: 1. Durchführungsrichtlinie zur Meldung von Zwischenfällen und zu den technischen Anforderungen: Legt Anforderungen an die Rückverfolgung von Gewebeprodukten und die Meldung schwerwiegender Zwischenfälle und unerwünschter Reaktionen infolge einer Gewebetransplantation fest. Außerdem werden die technischen Anforderungen an die Kodierung, Verarbeitung, Konservierung, Lagerung und Verteilung menschlicher Gewebe und Zellen geregelt. EG-Richtlinie zur Meldung von Zwischenfällen (PDF nicht barrierefrei) Richtlinie zu den technischen Anforderungen (PDF nicht barrierefrei) 2. Durchführungsrichtlinie zu Qualitäts- und Sicherheitsstandards Gibt ein Verfahren zur Prüfung der Gleichwertigkeit von Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei eingeführten Geweben und Zellen vor. Richtlinie zu Qualitäts- und Sicherheitsstandards (PDF nicht barrierefrei)

Entscheidungslösung der Organspende in Deutschland

Entscheidungslösung der Organspende in Deutschland Lesedauer: 2 Minuten Inhalt Was ist die Entscheidungslösung? Die verschiedenen Arten der gesetzlichen Regelung Welches Gesetz gilt bei Auslandsaufenthalten? In Deutschland regelt die Entscheidungslösung, wann und unter welchen Bedingungen Organe oder Gewebe entnommen werden dürfen. Die Entnahme ist nur nach Zustimmung der verstorbenen Person erlaubt. Liegt diese nicht vor werden die Angehörigen befragt. Regelmäßige Aufklärung und Informationsmaterialien unterstützen die persönliche Entscheidungsfindung für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende. Im europäischen Vergleich unterscheiden sich die gesetzlichen Regelungen deutlich. Kurz gefasst In Deutschland gilt die Entscheidungslösung: Organe und Gewebe dürfen nur nach Zustimmung entnommen werden. Liegt keine Entscheidung vor, können Angehörige stellvertretend zustimmen oder ablehnen. Alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren erhalten regelmäßig Informationsmaterialien zur Unterstützung der Entscheidung. Im Ausland gelten andere gesetzliche Regelungen: Weit verbreitet sind die (erweiterte) Zustimmungslösung und die Widerspruchslösung. Verstirbt eine Person im Ausland, so greift die Regelung des jeweiligen Landes, nicht die des Heimatlandes. Halfpoint / Getty Images Was ist die Entscheidungslösung? Die Entscheidungslösung ist eine Abwandlung der Zustimmungslösung und regelt, dass eine Organ- oder Gewebeentnahme nur nach Zustimmung der verstorbenen Person (oder stellvertretend ihrer Angehörigen) zulässig ist. Innerhalb der Entscheidungslösung soll die Entscheidungsfindung mittels Aufklärung über die Möglichkeiten der Organ- und Gewebespende unterstützt werden. Die Aufklärung muss die gesamte Tragweite der Entscheidung abbilden und ergebnisoffen sein: Deswegen sind damit spezifische Stellen betraut, insbesondere das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) . Außerdem erhalten alle bei einer deutschen Krankenversicherung versicherten Menschen ab 16 Jahren kostenfrei mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte Informationsmaterialien und einen Organspendeausweis zum Ausfüllen. Lesen Sie hier mehr über die politische Debatte um die gesetzliche Regelung. Widersprechen oder aktiv zustimmen? Am 16. Januar 2020 beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende. Es regelt, dass die Bereitschaft zur Organspende regelmäßiger erfragt wird und eine Erklärung nun auch online im Organspende-Register oder über Ausweisstellen möglich ist. Zusätzlich können Hausärztinnen und Hausärzte beraten. Das Gesetz trat zwei Jahre nach Verkündung in Kraft. Lesen Sie hier mehr zur Gesetzesänderung. Die verschiedenen Arten der gesetzlichen Regelung Während in Deutschland die Entscheidungslösung gilt, haben andere Länder unterschiedliche gesetzliche Regelungen der Organ- und Gewebespende: Zustimmungslösung: Organe und Gewebe dürfen nur entnommen werden, wenn die verstorbene Person einer Organspende zugestimmt hat. Liegt keine Zustimmung vor, ist eine Entnahme nicht möglich. Eine reine Zustimmungslösung gibt es innerhalb des Eurotransplant-Verbunds, zu dem auch Deutschland gehört, nicht. Es gilt die sogenannte erweiterte Zustimmungslösung: Nahe Angehörige können bei einer fehlenden Erklärung im Sinne der verstorbenen Person entscheiden. Entscheidungslösung: Eine Entnahme erfolgt auch hier nur bei vorliegender Zustimmung. Nahe Angehörige dürfen stellvertretend entscheiden. Zusätzlich sollen Bürgerinnen und Bürger regelmäßig mit neutralen und ergebnisoffenen Informationen versorgt werden, um eine sichere Entscheidung treffen zu können. Widerspruchlösung: Organe können prinzipiell entnommen werden, sofern die verstorbene Person einer Organspende zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat. In einigen Ländern können Angehörige einer Organentnahme widersprechen, sollte keine Entscheidung der verstorbenen Person vorliegen. Mischsystem: Kombination von Elementen aus der Zustimmungslösung und der Widerspruchslösung. Regelungen in den Ländern Europas Die verschiedenen Länder in Europa die Organ- und Gewebespende unterschiedlich. In den meisten Ländern gilt die Widerspruchslösung: (Erweiterte) Zustimmungslösung: Georgien, Griechenland, Israel, Litauen, Malta, Montenegro, Rumänien, Schweiz, Türkei, Vereinigtes Königreich (Nordirland) Entscheidungslösung: Deutschland Widerspruchlösung: Armenien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Island, Irland, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Russland, San Marino, Serbien, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich (England, Schottland, Wales), Nordmazedonien Mischsystem: Moldau, Slowenien, Schweden, Italien, Zypern Welches Gesetz gilt bei Auslandsaufenthalten? Im Ausland gilt das jeweilige Landesrecht . Die Regelung der Organ- und Gewebespende gilt in der Regel nicht nur für die Staatsangehörigen des jeweiligen Landes, sondern für alle Menschen, die sich in dem Land aufhalten. Vor einem Auslandsaufenthalt ist es daher ratsam, sich über die Regelung des Reiselandes zu informieren und einen Organspendeausweis in der entsprechenden Landessprache mitzuführen. So wird Ihre persönliche Entscheidung für oder gegen die Organ- und Gewebespende auch im Ausland verstanden. Hier können Sie sich den Organspendeausweis in unterschiedlichen Sprachen ausdrucken..

Christentum

Das Christentum und die Organspende Lesedauer: 3 Minuten Inhalt Die Organspende als Akt der Nächstenliebe Organspende als Geschenk Unterschiedliche Auslegung vom christlichen Verständnis zum Tod Die christlichen Kirchen in Deutschland – sowohl die katholische als auch die evangelische – sehen die Organspende grundsätzlich positiv. Sie verstehen sie als einen Akt der Nächstenliebe und als freiwilliges Geschenk zur Rettung von Menschenleben. Allerdings betonen beide Kirchen, dass es sich um eine persönliche, freiwillige Entscheidung handeln muss, zu der niemand verpflichtet oder gedrängt werden darf. Kurz gefasst Die christlichen Kirchen sehen die Organspende als Akt der Nächstenliebe und als freiwilliges Geschenk an. Eine religiöse Verpflichtung zu einer Spende sehen sie jedoch nicht : Sowohl die Spende als auch der Empfang eines Organs müssen freiwillig sein. Entscheidend ist, dass eine Spende in keinem Fall von einem Streben nach Gewinn getrieben wird. Der Tod des Menschen muss zweifelsfrei festgestellt sein. Die christlichen Kirchen akzeptieren den unumkehrbaren Ausfall aller Hirnfunktionen (Hirntod) als Nachweis für den Tod. adamkaz / iStock Die Organspende als Akt der Nächstenliebe Die katholische wie auch die evangelische Kirche sehen die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod als ein Zeichen der Nächstenliebe . Damit stehen die beiden größten christlichen Kirchen in Deutschland der Organspende positiv gegenüber. Sie betonen dabei jedoch, dass niemand zu einer Organspende verpflichtet ist oder dazu gedrängt werden darf . Eine Spende von Organen und Geweben nach dem Tod muss immer freiwillig sein und ist untrennbar mit dem Willen der potenziellen Spenderin oder des Spenders verbunden. Die Würde des Menschen verbietet es, den verstorbenen Körper als eine Art Ressource zu betrachten, über den Dritte verfügen dürfen. Die christlichen Kirchen empfehlen deshalb, sich mit der Organ- und Gewebespende auseinanderzusetzen und eine informierte und sorgsam reflektierte Entscheidung zu treffen. Mehr dazu, wie Sie eine persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organspende treffen können, finden Sie hier. Organspende als Geschenk Das Ziel einer Organtransplantation ist es, Leben zu erhalten oder zu verbessern. Die christlichen Kirchen betonen jedoch, dass es keinen Anspruch auf die Organe eines Menschen geben darf – weder zu Lebzeiten noch nach dem Tod. Eine Organspende ist immer ein freiwilliges Geschenk . Damit dieses Geschenk ethisch verantwortbar bleibt, heben die Kirchen einige Grundsätze hervor: Es darf kein finanzieller Vorteil durch die Spende entstehen. Niemand darf zu einer Organspende gedrängt werden. Sowohl Empfang als auch Spende müssen freiwillig sein. Bei der postmortalen Organspende muss der Wille der Spenderin oder des Spenders beachtet und der Leichnam respektvoll behandelt werden. Lebendspenden dürfen das Leben der spendenden Person nicht gefährden . Die Grundsätze der Organverteilung müssen transparent und nachvollziehbar sein. Es darf keine Verpflanzung von Eierstöcken oder Hoden geben, da dies in die genetische Individualität des Menschen eingreift. Erfahren Sie hier mehr zum Ablauf einer Organspende. Tinpixels / Getty Images Unterschiedliche Auslegung vom christlichen Verständnis zum Tod Vor einer postmortalen Organ- und Gewebespende muss zunächst der Tod der spendenden Person zweifelsfrei feststehen. Sowohl die katholische wie auch die evangelische Kirche befürworten dabei die Annahme, dass der unumkehrbare Ausfall aller Hirnfunktionen ( Hirntod ) ein sicheres Todeszeichen ist. Eine Rückkehr ins Leben ist damit nicht mehr möglich. Innerhalb der christlichen Gemeinschaften gibt es jedoch auch andere Sichtweisen. Einige Gläubige verstehen den Hirntod nicht als Anzeichen des bereits eingetretenen Todes, sondern als letzte Phase des Sterbens und lehnen die Gleichsetzung mit dem finalen Tod eines Menschen somit ab. Die Auferstehung der Toten Aus christlicher Sicht sind das Leben und damit auch der menschliche Körper ein Geschenk Gottes . Der Mensch darf deshalb nicht nach Belieben über den eigenen Körper verfügen. Nach sorgfältiger Gewissensprüfung kann eine Organspende jedoch als Ausdruck der Nächstenliebe durchgeführt werden. Sie verletzt weder die Würde des Menschen noch widerspricht sie dem Glauben an die Auferstehung. Die Auferstehung der Toten und die Hoffnung auf ewiges Leben ist eng mit der christlichen Vorstellungswelt verknüpft. Der Glaube an die körperliche Auferstehung bedeutet nicht den Fortbestand des unveränderten Körpers, sondern geht von einer Verwandlung der leiblichen Hülle aus. Daher bestünde kein Widerspruch zwischen der Organspende und der Hoffnung auf das ewige Leben, so die christlichen Kirchen.

Einstellungen und Wissen

Wissen, Einstellung und Verhalten zur Organ- und Gewebespende Lesedauer: 4 Minuten Inhalt Welche Einstellung haben Menschen in Deutschland zur Organspende? Wie viele haben eine Entscheidung getroffen und sie dokumentiert? Welche Gründe haben Menschen für ihre Entscheidung? Wie gut fühlen sich die Befragten informiert? Wie viele Menschen in Deutschland besitzen einen Organspendeausweis? Welche Gründe sprechen für oder gegen eine Spende – und wie gut fühlen sich die Menschen informiert? Eine aktuelle BIÖG Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit -Studie liefert spannende Einblicke in Wissen, Meinung und Verhalten zur Organspende und zeigt, welche Faktoren Entscheidungen besonders beeinflussen. Kurz gefasst Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland steht einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber. Über die Hälfte hat eine eigene Entscheidung getroffen, 41 Prozent besitzen einen Organspendeausweis. Die häufigsten Gründe für eine Organspende: Anderen helfen und dem Tod einen Sinn geben. Gründe gegen Organspende: Angst vor Missbrauch oder Annahme ungeeignet zur Organspende zu sein. Welche Einstellung haben Menschen in Deutschland zur Organspende? Eine bundesweite Repräsentativbefragung des BIÖG Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit mit 4.001 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigt, dass ein Großteil (85 Prozent) der Organspende positiv gegenüberstehen. 2010 waren es 79 Prozent. Lesen Sie hier mehr zur Studie „Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende“. Einstellung zur Organ- und Gewebespende: Zeitvergleich 84 Prozent der Befragten schätzen ihre generellen Einstellung zur Organ- und Gewebespende als eher positiv ein. 2022 waren das 84 Prozent. 2010 beschrieben 79 Prozent der Befragten ihre Einstellung als eher positiv. Über den Zeitverlauf kann eine Tendenz hin zu einer höheren Akzeptanz der Organ- und Gewebespende beobachtet werden. Wie viele haben eine Entscheidung getroffen und sie dokumentiert? 62 Prozent der Befragten haben bereits eine persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende getroffen. Deutlich weniger haben diese auch schriftlich dokumentiert – in einem Organspendeausweis, einer Patientenverfügung oder beidem. Der Anteil der Menschen mit Organspendeausweis ist seit 2012 deutlich gestiegen: von 22 auf 41 Prozent (2024). Dennoch bleibt Potenzial: 17 Prozent der Befragten haben sich zwar entschieden, ihre Entscheidung aber nicht dokumentiert. Lesen Sie hier, warum eine Entscheidung für Sie und Ihre Angehörigen wichtig ist. 62 % Entscheidung getroffen (Prozent) 45 % Entscheidung dokumentiert (Prozent) Anteil der Menschen mit Organspendeausweis im Jahresvergleich Gefragt nach dem Besitz des Organspendeausweises, bejahen dies 2022 40 Prozent der Befragten. 2020 waren es 39 Prozent. 2010 besaßen 25 Prozent der Befragten einen Organspendeausweis. Wie haben sich die Befragten entschieden? Von allen Befragten stimmen 46 Prozent einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu; acht Prozent widersprechen ihr. Fünf Prozent der Befragten übertragen die Entscheidung auf eine andere Person. Basis: 4.004 Befragte Angaben in Prozent Welche Gründe haben Menschen für ihre Entscheidung? Für eine Organspende sprechen laut Umfragedaten vor allem altruistische Motive: Wunsch, anderen Menschen zu helfen Dem Tod einen Sinn geben Prinzip der Gegenseitigkeit: Auch selber im Notfall ein Organ erhalten zu wollen Gegen eine Organspende sprechen laut der Umfrage vor allem Ängste und Unsicherheiten: Angst vor Missbrauch oder falscher Organentnahme Generell gegen Organspende oder lebensverlängernde Maßnahmen Annahme, für eine Spende nicht geeignet zu sein Religiöse / ethische / spirituelle Gründe Unsicherheit bezüglich des Todes bei der Organentnahme Erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten des Organspendeausweises. 35 Prozent aller Befragten hatten noch keine Entscheidung getroffen. Gründe seien: Zu wenig mit dem Thema beschäftigt Auseinandersetzung mit dem Thema vermieden Annahme, für eine Organspende nicht geeignet zu sein Wie gut fühlen sich die Befragten informiert? 51 Prozent aller Befragten fühlen sich über das Thema Organ- und Gewebespende gut oder sehr gut informiert . Bei Frauen liegt der Anteil etwas höher (56 Prozent) als bei Männern (46 Prozent). Dennoch gibt fast die Hälfte der Befragten an, Unsicherheiten oder Wissenslücken zu haben. Der subjektive Informationsstand stellt eine Selbsteinschätzung der Befragten bezüglich ihres Wissens zum Thema Organ- und Gewebespende dar. Nach der Frage "Was würden Sie sagen, wie gut sind Sie über das Thema Organ- und Gewebespende informiert?" fühlen sich 54 Prozent der Befragten gut bis sehr gut informiert. 49 Prozent der Befragten fühlt sich weniger gut bis schlecht informiert. Basis: 4.004 Befragte Über die Umfrage Für die bundesweite repräsentative Studie „Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende 2024“ haben wir von April bis Mai 2024 4.001 Bürgerinnen und Bürger im Alter von 14 bis 75 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung wird alle zwei Jahre durchgeführt.

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„Organspende – Die Entscheidung zählt!“ ist eine Kampagne des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland. Diese Internetseite bietet unabhängige und überprüfte Informationen.
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