Neues Leben durch Transplantation: Was jetzt zählt

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Eine Transplantation markiert den Beginn eines neuen Lebensabschnitts für viele Patientinnen und Patienten. Doch mit dem neuen Organ kommen auch neue Herausforderungen: Der Körper muss sich erst an das Spenderorgan gewöhnen, und bestimmte Medikamente sind lebenslang notwendig, um eine Abstoßung und damit den Verlust des Organs zu verhindern.

Kurz gefasst
  • Für viele Patientinnen und Patienten stellt die Transplantation eines Spenderorgans den Anfang eines neuen Lebensabschnitts dar.
  • Das Leben mit dem Organ muss sich erst einspielen. Entscheidend sind hier ärztliche Kontrollen, um den Verlust des Spenderorgans zu verhindern.
  • Bestimmte Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, helfen dabei, Abstoßungsreaktionen zu unterdrücken und so die Erfolgsaussichten der Transplantation zu erhöhen.

Der Beginn eines neuen Kapitels

Nach einer erfolgreichen Transplantation verändert sich das Leben vieler Patientinnen und Patienten grundlegend: Unabhängigkeit von der Dialyse, die Möglichkeit, tief durchzuatmen, sich frei zu bewegen oder auch Lebensmittel zu essen, die vor der Transplantation tabu waren.

Gleichzeitig kann ein solcher Einschnitt auch gemischte Gefühle mit sich bringen: Neben Freude und Dankbarkeit, die viele Transplantierte empfinden, stehen Mitgefühl und das Bewusstsein für den Verlust der Angehörigen der Spenderin oder des Spenders. Oft besteht deswegen der Wunsch, Dankbarkeit auszudrücken und zu zeigen, wie viel die Organspende für das eigene Leben bedeutet hat.

Dankesbriefe von Transplantierten

Um diesen Emotionen Raum zu geben und ihre Dankbarkeit zu zeigen, haben transplantierte Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, Briefe an die Angehörigen der Spenderin oder des Spenders zu schreiben. Dieser Briefwechsel findet über die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) statt und ist vollkommen anonym. Außerdem werden die Briefe nur dann weitergeleitet, wenn beide Seiten dieser Kontaktaufnahme zuvor zugestimmt haben.

Leben mit dem Spenderorgan

Der Alltag nach einer Transplantation muss sich meist erst einspielen. Gerade in der ersten Zeit nach einer Transplantation sind häufige ärztliche Kontrollen wichtig, um einen Organverlust zu verhindern. Grundsätzlich dauert die Nachsorge nach einer Organtransplantation jedoch ein Leben lang. Hier ist es wichtig, dass der Lebensstil an die neue, veränderte Situation angepasst wird und eine gute Zusammenarbeit zwischen Patientin oder Patient und den behandelnden Ärztinnen oder Ärzten gegeben ist.

Reaktion des Immunsystems

Nach einer Transplantation besteht immer die Gefahr, dass das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) der Empfängerin oder des Empfängers das Spenderorgan als Fremdkörper erkennt und angreift. In solchen Fällen kann es zu Abstoßungsreaktionen kommen, die den Erfolg der Transplantation gefährden.

Um dieses Risiko möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass das Spenderorgan möglichst gut zu der empfangenden Person passt. Je besser die medizinischen Daten von Spenderin oder Spender und Empfängerin oder Empfänger übereinstimmen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Organ abgestoßen wird.

Immunsuppressiva

Damit ein Spenderorgan im Körper dauerhaft angenommen wird, ist neben der medizinischen Übereinstimmung vor allem die medikamentöse Behandlung entscheidend. Hierfür wurden sogenannte Immunsuppressiva entwickelt, die die Abwehrreaktion des Körpers gezielt unterdrücken und verhindern, dass das Immunsystem das neue Organ angreift. Dadurch haben sich die Erfolgsaussichten von Transplantationen erheblich verbessert: Heute funktionieren viele Spenderorgane somit über Jahre hinweg stabil.

Wie bei allen anderen Medikamenten können jedoch auch bei Immunsuppressiva Nebenwirkungen auftreten: Wer sie dauerhaft einnehmen muss, etwa nach einer Nierentransplantation, ist beispielsweise anfälliger für Infektionen.

Gewebemerkmale

Ein wesentliches Kriterium bei der Vermittlung von Spenderorganen sind Gewebemerkmale. Diese sogenannten humanen Leukozyten-Antigene (HLA) sind charakteristische Strukturen auf Zelloberflächen. Fast alle Zellen des menschlichen Körpers haben diese Oberflächenstrukturen. Sie helfen dem Immunsystem dabei, zu erkennen, ob eine Zelle körpereigen oder körperfremd ist. Eine möglichst gute Übereinstimmung dieser Merkmale zwischen Spender- und Empfängerorgan ist entscheidend für den Erfolg einer Transplantation.

Langfristige Erfolgsaussicht einer Transplantation

Die erste erfolgreiche Organtransplantation gelang 1954 in Boston (USA): Hier wurde erstmals einem Menschen erfolgreich eine Niere verpflanzt. Was damals noch eine Besonderheit in der Medizin war, ist inzwischen ein etabliertes Verfahren. In Deutschland führen rund 50 Transplantationszentren jährlich etwa 3.000 Organverpflanzungen durch. Insgesamt wurden bis heute in Deutschland über 120.000 Organe übertragen.

Seit den Anfängen haben sich die langfristigen Erfolgsaussichten deutlich verbessert:

  • Bei Nierentransplantationen (mehr als die Hälfte aller transplantierten Organe) ist die Erfolgsquote heute besonders hoch: Nach einem Jahr funktionieren noch etwa 85 Prozent der Organe, nach fünf Jahren rund 75 Prozent.
  • Nach der ersten Herzverpflanzung im Jahr 1967 hielt das Organ nur rund 18 Tage lang – heute arbeiten nach einem Jahr noch etwa 75 Prozent und nach fünf Jahren rund 65 Prozent.