Reaktion des Immunsystems
Nach einer Transplantation besteht immer die Gefahr, dass das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) der Empfängerin oder des Empfängers das Spenderorgan als Fremdkörper erkennt und angreift. In solchen Fällen kann es zu Abstoßungsreaktionen kommen, die den Erfolg der Transplantation gefährden.
Um dieses Risiko möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass das Spenderorgan möglichst gut zu der empfangenden Person passt. Je besser die medizinischen Daten von Spenderin oder Spender und Empfängerin oder Empfänger übereinstimmen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Organ abgestoßen wird.
Immunsuppressiva
Damit ein Spenderorgan im Körper dauerhaft angenommen wird, ist neben der medizinischen Übereinstimmung vor allem die medikamentöse Behandlung entscheidend. Hierfür wurden sogenannte Immunsuppressiva entwickelt, die die Abwehrreaktion des Körpers gezielt unterdrücken und verhindern, dass das Immunsystem das neue Organ angreift. Dadurch haben sich die Erfolgsaussichten von Transplantationen erheblich verbessert: Heute funktionieren viele Spenderorgane somit über Jahre hinweg stabil.
Wie bei allen anderen Medikamenten können jedoch auch bei Immunsuppressiva Nebenwirkungen auftreten: Wer sie dauerhaft einnehmen muss, etwa nach einer Nierentransplantation, ist beispielsweise anfälliger für Infektionen.