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Die Dünndarm­transplantation

Lesedauer: 2 Minuten
Kurz gefasst

Der Dünndarm bildet den längsten Teil des Verdauungstrakts. Als Folge von bestimmten Erkrankungen kann der Dünndarm stark verkürzt sein. In solchen Fällen ist die Transplantation eines gespendeten Dünndarms die einzige heilende Therapie.

Transplantation des Dünndarms – Zahlen und Fakten

Dünndarmtransplantationen sind im Vergleich zu anderen Organverpflanzungen sehr selten. In Deutschland werden jährlich ungefähr drei Dünndarmtransplantationen durchgeführt.

Im Dünndarm gibt es besonders viele Zellen des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem). Sie sind der Grund, warum bei einer Dünndarmtransplantation besonders häufig Abstoßungsreaktionen gegen das gespendete Organ auftreten.

Dank des medizinischen Fortschritts speziell auf dem Gebiet der Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen durch Medikamente (Immunsuppressiva) verbessern sich die Erfolgsaussichten einer Dünndarmtransplantation stetig. Von 100 transplantierten Dünndärmen funktionieren ein Jahr nach der Operation noch fast 90. Nach drei Jahren sind es noch etwa 70.

Gründe für eine Dünndarmtransplantation

Kurzdarmerkrankungen (Kurzdarmsyndrom) sind die häufigsten Gründe für eine Dünndarmtransplantation. Bei Kurzdarmerkrankungen ist der Dünndarm stark verkürzt. Als Folge ist die Nahrungsaufnahme gestört, sodass der Körper nicht genug Nährstoffe, Vitamine und Flüssigkeit bekommt. Es gibt verschiedene Ursachen für Kurzdarmerkrankungen. Sie können die Entfernung von Teilen des Dünndarms durch Operationen bei entzündlichen Darmerkrankungen (wie zum Beispiel Morbus Crohn) oder das Absterben von Teilen des Dünndarms bei Durchblutungsstörungen sein. Die Transplantation eines gespendeten Dünndarms stellt dann die einzige verbleibende Therapie dar.

In der Regel werden mehr Spenderorgane benötigt, als gespendet werden. Das bedeutet, dass Menschen, die ein Spenderorgan benötigen, auf eine Warteliste für das entsprechende Organ gesetzt werden müssen. Um auf die Warteliste für eine Dünndarmtransplantation aufgenommen zu werden, müssen Patientinnen und Patienten lebenslang auf eine künstliche Ernährung durch Dauerinfusion (parenterale Ernährung) angewiesen sein. Benötigte Nährstoffe werden dabei direkt dem Blutkreislauf zugeführt.

Verschiedene Erkrankungen können eine solche künstliche Ernährung erforderlich machen:

  • Kurzdarmsyndrom,
  • funktionelle Störungen des Dünndarms,
  • Tumore,
  • Entzündung des Darms nach einer Strahlenbehandlung (Strahlenenteritis).

Nicht selten treten nach einer längeren künstlichen Ernährung lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Gefäßverschlüsse, Infektionen, Nieren- oder Gallensteine und schwere Leberschäden auf. Häufig sind Personen, die auf eine Dünndarmtransplantation warten, auf die Transplantation weiterer Organe angewiesen.

Aufgaben des Dünndarms

Ein gesunder Dünndarm ist vier bis sechs Meter lang. Er grenzt direkt an den Magen und endet am Dickdarm. Der Dünndarm ist Teil des Verdauungsapparates und übernimmt dort zwei wesentliche Aufgaben:

  • Verdauung und anschließende Aufnahme von Nährstoffen sowie Wasser mithilfe von Verdauungssäften der Leber und der Bauchspeicheldrüse,
  • Abwehr von Krankheitserregern durch die zahlreichen Immunzellen des Dünndarms.

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