Was ist der Hirntod? Definition, Diagnose und Bedeutung

Der Hirntod ist der unumkehrbare Ausfall aller Hirnfunktionen. Er gehört zu den sicheren Todeszeichen, wie zum Beispiel die Leichenstarre oder Totenflecken. Der Hirntod wird medizinische mit Hilfe der Hirntoddiagnostik festgestellt. Erst mit seiner Feststellung ist eine Organspende möglich. Doch was passiert beim Hirntod im Körper, wie wird er festgestellt, und welche ethischen Fragen sind damit verbunden? Diese Seite bietet einen Überblick über medizinische Grundlagen, Diagnostik und die ethische Einordung zum Thema Hirntod.

Kurz gefasst
  • Der Hirntod ist der unumkehrbare Ausfall aller Hirnfunktionen und gilt als sicheres Todeszeichen.
  • Nur bei festgestelltem Hirntod darf juristisch eine porstmortale Organspende Betracht gezogen werden.
  • Der Zustand ist medizinisch eindeutig nachweisbar und wird von erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzten streng nach einer Richtlinie diagnostiziert.
  • Der Hirntod ist immer Folge einer schweren Hirnschädigung.
  • Ursachen können zum Beispiel Hirnblutungen, Tumore oder eine Sauerstoffunterversorgung sein.
  • Der Hirntod wirft neben medizinischen, auch ethische Fragen zum Sterben und zur Definition des Todes auf.

Was ist der Hirntod?

Der Hirntod bezeichnet den nicht behebbarenAusfall der Gesamtfunktion desGroßhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms. Er gehört medizinisch zu den sicheren Todeszeichen. Selbst wenn durch künstliche Beatmung Herz und Kreislauf noch eine Zeit lang aufrechterhalten werden können, ist der Hirntod nicht mehr rückgängig zu machen. Mit der Feststellung des Hirntods ist der Tod des Menschen sicher nachgewiesen. Eine Rückkehr ins Leben ist ausgeschlossen. 

Der Hirntod ist immer Folge einer schweren Hirnschädigung, die zum Beispiel durch eine Hirnblutung, ein Schädel-Hirn-Trauma oder einen Hirntumor verursacht werden kann. Mit dem Hirntod sind alle Funktionen des Gehirns unumkehrbar ausgefallen. Die Persönlichkeit und das Bewusstsein der Person sind erloschen. Sinneseindrücke können nicht mehr verarbeitet werden und Körperfunktionen nicht mehr gesteuert werden. 

Wie wird der Hirntod festgestellt?

Der Hirntod ist ein vergleichsweise seltenes Ereignis und kann nur auf der Intensivstation eines Krankenhauses nachgewiesen werden. Generell trifft er nur auf wenige Prozent aller Sterbefälle zu. Besteht bei einer Intensivstationspatientin oder einem -patienten der Verdacht auf Hirntod, wird ein mehrstufiges, streng geregeltes Diagnoseverfahren eingeleitet. Quailifizierte Fachärztinnen und -ärzte führen die Hirntoddiagnostik unabhängig voneinander durch. Mit Feststellung des Hirntods ist der Tod der betreffenden Person sicher nachgewiesen. 

Die Diagnostik umfasst immer diese drei Stufen:

  • Prüfung der Voraussetzungen für die Durchführung der Diagnostik,
  • Feststellung klinischer Symptome des Ausfalls der gesamten Hirnfunktionen,
  • Prüfung der Unumkehrbarkeit des Ausfalls der gesamten Hirnfunktionen (Irreversibilitätsnachweis).

Fallbeispiel

Das Fallbeispiel "Maria Dahl" zeigt, wie eine Hirnblutung zu schwerwiegenden Folgen führen kann. Schritt für Schritt wird nachvollziehbar, wie erste Symptome auftreten, welche medizinischen Maßnahmen folgen und wie schließlich die finale Diagnose des Hirntods gestellt wird.

Ethik und Sterben

Der Hirntod ist medizinisch und rechtlich eindeutig. Er ist ein sicherer Nachweis für den Tod eines Menschen. Während andere sichere Todeszeichen, wie Leichenflecken oder Totenstarre, den Tod greif- und sichtbar machen, ist der Hirntod emotional nicht leicht greifbar. Ein hirntoter Mensch, der noch eine gewisse Zeit auf einer Intensivstation beatmet wird, erscheint uns äußerlich nicht als "tot". Der Körper ist warm, die Haut rosig.

Das wirft Fragen auf: Wann endet das Leben? Und wann beginnt der Tod? Wichtig ist: Sterben ist ein Prozess, kein Moment. Während der Körper schrittweise seine Funktionen verliert, ist das Bewusstsein beim Hirntod bereits unwiederbringlich erloschen.

Schon gewusst?

Früher galt der Herzstillstand als sicheres Todeszeichen. Kamen Herz und Atem zum erliegen, war damit auch der Tod des Menschen eingetreten. Durch Entwicklungen in der Intensivmedizin des 20. Jahrhunderts konnten beide Zustände jedoch überwunden werden. Herzreanimationen wurden möglich. Die künstliche Beatmung konnte einen Atemstillstand überbrücken. Der Herzstillstand wurde damit reversibel, also umkehrbar, und die Grenze zwischen Leben und Tod konnte verschoben werden.