Hauptregion der Seite anspringen

Die Nierentransplantation

Lesedauer: 2 Minuten
Kurz gefasst

Die Niere ist das am häufigsten für eine Transplantation benötigte Organ. Etwa sechs Jahre müssen Menschen, die eine Spenderniere benötigen, auf die Transplantation warten. Funktionieren die Nieren nicht richtig, hat das schwerwiegende Auswirkungen auf den gesamten Körper. Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Bluthochdruck sind die häufigste Ursache für eine Nierenschädigung. In schweren Fällen muss die Funktion der Nieren entweder durch Blutwäsche (Dialyse) oder die Transplantation einer Spenderniere ersetzt werden.

Nierentransplantation – Zahlen und Fakten

In Deutschland werden jährlich mehr als 2.000 Nieren transplantiert, davon mehr als 600 nach einer Lebendorganspende. Demgegenüber stehen etwa 7.500 Patientinnen und Patienten, die auf eine Nierentransplantation warten. Krankenhäuser melden jährlich etwa 2.600 neue Patientinnen und Patienten, die eine Spenderniere benötigen. Die Wartezeit auf ein postmortal gespendetes Organ beträgt durchschnittlich sechs Jahre.

Fortschritte in Medizin und Forschung haben die Erfolgsaussichten einer Nierentransplantation stetig verbessert. Heute funktionieren von 100 transplantierten Nieren ein Jahr nach der Operation noch etwa 85. Nach fünf Jahren arbeiten noch 75 der Spenderorgane.

2.000
Nieren werden jährlich in Deutschland transplantiert
7.500
Patientinnen und Patienten warten auf eine Nierentransplantation

Gründe für eine Nierentransplantation

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder ein langjähriger Bluthochdruck sind die häufigsten Ursachen für Nierenschäden. Seltener sind entzündliche Nierenerkrankungen, die durch eine Fehlfunktion des Abwehrsystems des Körpers (Immunsystem) oder die langjährige Einnahme von Schmerzmedikamenten ausgelöst werden. Bei erkrankten Kindern liegen häufig Gendefekte, entzündliche Nierenerkrankungen oder Fehlbildungen vor.

Ein akutes Nierenversagen entwickelt sich innerhalb weniger Tage bis Wochen. Ursachen sind meist schwere Vorerkrankungen, starker Flüssigkeitsverlust oder allergische Reaktionen auf Medikamente. In den meisten Fällen heilt ein akutes Nierenversagen nahezu vollständig aus. Dauerhafte Nierenschädigungen (chronische Niereninsuffizienz) entwickeln sich langsam und oft über Jahre unbemerkt. Einmal eingetretene Schäden bilden sich in den meisten Fällen nicht mehr zurück.

 

Versagen die Nieren endgültig, so muss ihre Funktion entweder durch Blutwäsche (Dialyse) oder durch die Transplantation einer Spenderniere ersetzt werden. In der Regel werden mehr Spenderorgane benötigt, als gespendet werden.

Das bedeutet, dass Menschen, die ein Spenderorgan benötigen, auf eine Warteliste für das entsprechende Organ gesetzt werden müssen. Um auf die Warteliste für eine Spenderniere aufgenommen zu werden, muss ein endgültiges Nierenversagen vorliegen. Die Patientin oder der Patient muss dialysepflichtig oder die Dialysepflicht absehbar sein.

Julia Speyer wartete über 10 Jahre auf eine Spenderniere.

Aufgaben der Niere

Die Niere ist ein paariges Organ, das beidseitig der Wirbelsäule unterhalb des Zwerchfells angelegt ist. Bei einem erwachsenen Menschen wiegt sie 120 bis 300 Gramm. Innerhalb einer Minute durchströmt mehr als ein Liter Blut die Nieren. Diese sehr hohe Durchblutungsrate ist für die Klär- und Filterfunktion der Niere notwendig:

  • Die Nieren entfernen nicht mehr benötigte körpereigene Abfallstoffe und körperfremde Substanzen (zum Beispiel Medikamente) aus dem Blut und scheiden sie aus.
  • Sie sind an der Regulation des Wasser und Elektrolythaushalts des Körpers beteiligt.
  • Sie bilden verschiedene Hormone, die für den Blutdruck, die Blutbildung und den Knochenstoffwechsel bedeutsam sind (Renin, Erythropoetin und Calcitriol).

Themenverwandt