Die Lebertransplantation: Ablauf, Gründe und Aufgaben der Leber

Lesedauer: 2 Minuten

Die Leber ist das zentrale Organ für die Entgiftung des Körpers. Ist ihre Funktion gestört, sammeln sich Giftstoffe an und lebenswichtige Substanzen, etwa für die Blutgerinnung, werden nicht mehr gebildet. Oft ist eine Lebertransplantation die einzige Behandlungsmöglichkeit. Hier finden Sie Zahlen, medizinische Hintergründe und Informationen zur Funktion dieses lebenswichtigen Organs.

Piktogramm Leber Kurz gefasst
Piktogramm Leber
  • Die Leber ist das zentrale Organ für die Entgiftung des Körpers.
  • Bei schwerem Leberversagen sammeln sich Giftstoffe im Körper und  lebenswichtige Stoffe, die zum Beispiel für die Blutgerinnung verantwortlich sind, werden nicht mehr gebildet.
  • Für Betroffene ist eine Lebertransplantation oftmals die einzige Möglichkeit einer Behandlung.
  • Teilweise kann sich die Leber selbst regenerieren, auch nach einer Teilspende (Split-Leber).

Lebertransplantation - Zahlen und Fakten

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 890 Lebertransplantationen vorgenommen, davon 56 nach einer Lebendorganspende. Insgesamt meldeten die Kliniken 1.529 neue Patientinnen und Patienten, die eine Spende benötigten. Zum Jahresende standen 904 Menschen auf der Warteliste für eine Spenderleber.

Dank Fortschritten in Chirurgie und Medizin sind die Erfolgsaussichten einer Lebertransplantation deutlich gestiegen: Ein Jahr nach der Transplantation funktionieren von 100 Lebern noch 80. Nach fünf Jahren arbeiten noch etwa 68 der Spenderorgane.Diese Daten wurden europaweit in einer Studie über einen Zeitraum von 1990 bis 2023 erfasst. 

Schon gewusst?

Die Leber ist das einzige Organ, das sich teilweise selbst regenerieren kann.  Funktioniert die Leber nicht mehr richtig, so kann sie das bis zu einem gewissen Grad selbst ausgleichen. Erkrankungen der Leber werden deshalb häufig erst spät entdeckt. Die Regenerationsfähigkeit der Leber geht sogar so weit, dass sie nach einer Teilspende wieder auf die ungefähre Ausgangsgröße heranwächst

890

Lebern wurden 2024 in Deutschland transplantiert

904

Patientinnen und Patienten warten auf eine Lebertransplantation

Gründe für eine Lebertransplantation

Die Leber kann Schäden bis zu einem gewissen Grad selbst ausgleichen. Medizinische Reinigungsverfahren, sogenannte Leberdialysen, können die Entgiftungsfunktion der Leber zeitweise unterstützen, ersetzen jedoch nicht alle Aufgaben . Wenn sich das Organ nicht mehr erholt, bleibt die Transplantation als letzte Option. Sie wird als Behandlungsmöglichkeit genutzt, wenn das Gewebe zu stark vernarbt oder dauerhaft geschädigt,. Häufige Gründe für die Transplantation sind:

  • Lebervernarbung (Fibrose und Zirrhose)
  • Krebserkrankungen der Leber
  • Akutes Leberversagen (zum Beispiel durch Pilzvergiftungen)

Häufiger Auslöser für die Leberzirrhose ist eine Alkoholkrankheit: Chronischer und übermäßiger Alkoholkonsum schädigt das Lebergewebe und über die Zeit kann sich eine Lebervernarbung entwickeln. Auch Menschen, die unter einer Alkoholkrankheit leiden, können eine Spenderleber erhalten. Vor der Aufnahme in die Warteliste müssen die Betroffenen sechs Monate Alkoholabstinenz nachweisen. Auf der Warteliste wird die Abstinenz alle drei Monate überprüft. 

Die Split-Lebertransplantation

Bei einer postmortalen Organspende wird die Leber entweder vollständig verpflanzt oder zuvor geteilt (Split-Leber). Bei einer Split-Lebertransplantation wird das Organ einer verstorbenen Spenderin oder Spenders in zwei Teile geteilt, welche auf zwei Menschen übertragen werden können.

Aufgaben der Leber

Die Leber ist mit etwa 1,5 Kilogramm das größte innere Organ des Menschen. Sie ist stark durchblutet (ca. 1,5 Liter pro Minute) und dadurch dunkelrot-bräunlich gefärbt. Ihre zentralen Aufgaben umfassen:

  • Entgiftung sowie Ausscheidung körpereigener Abfallprodukte und körperfremder Substanzen (wie Medikamente)
  • Produktion von Galle (für die Fettverdauung) sowie von verschiedenen Enzymen und Gerinnungsfaktoren (für die Blutgerinnung)
  • Speicherung von Vitaminen und Spurenelementen
  • Regulation des Stoffwechsels von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen