Häufig gestellte Fragen zur Organspende, zur Gewebespende und zum Organspendeausweis (FAQs)

Hier finden Sie kurze Antworten und weiterführende Informationen zu häufig gestellten Fragen zur Organspende, Gewebespende sowie zum Organspendeausweis.

Häufig gestellte Fragen zur Organspende

  • Was ist eine Transplantation?

    Eine Transplantation (lateinisch: transplantare = verpflanzen) ist die Übertragung von funktionstüchtigen Organen und Geweben auf einen schwerkranken oder gesundheitlich beeinträchtigten Menschen. Ziel dieser Organ- und Gewebeübertragung ist es, die fehlende Funktion seiner eigenen Organe und Gewebe zu ersetzen.

  • Warum ist es wichtig, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden?

    In Deutschland werden Personen erst mit einer schriftlichen oder mündlichen Willenserklärung Organspenderin oder Organspender. Deswegen ist es wichtig, mit Angehörigen und engen Freunden über die eigene Entscheidung zu sprechen und einen Organspendeausweis bei sich zu tragen.

    Hat man keine Entscheidung getroffen, werden im Todesfall die nächsten Angehörigen befragt. Diese sollen im Sinne des Verstorbenen entscheiden. Damit sie in der akuten Situation Bescheid wissen, ist es wichtig, dass Sie sich frühzeitig Gedanken über die Organ- und Gewebespende machen und mit Ihren Angehörigen darüber sprechen.

    Erfahren Sie mehr über den Organspendeausweis.

  • Werden mögliche Organspenderinnen und Organspender offiziell registriert?

    In Deutschland gibt es kein Organspenderegister. Ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende wird an keiner Stelle gespeichert. Es genügt, wenn Sie einen Organspendeausweis besitzen und ihn stets bei sich tragen. Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organspende können Sie alternativ in einer Patientenverfügung festhalten.

    Erfahren Sie mehr über die Patientenverfügung.

  • Gibt es ein Höchstalter für die Organspende?

    Nein, es gibt keine Höchstalter für eine Organspende. Entscheidend ist das biologische und nicht das kalendarische Alter. Ob gespendete Organe für eine Transplantation geeignet sind, wird erst im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch geprüft.

    Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen für eine Organspende.

  • Welche Vorerkrankungen schließen eine Organspende generell aus?

    Es gibt nur wenige Erkrankungen, die eine Organspende ausschließen. Eine Organspende kann zum Beispiel bei bestimmten Infektionen oder bei akuten Krebserkrankungen nicht möglich sein. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärztinnen und Ärzte nach den erhobenen Befunden, ob eine Organspende infrage kommt.

    Ist eine chronische Krankheit bereits bekannt, sollte sie auf dem Organspendeausweis unter „Platz für Anmerkungen/Besondere Hinweise“ notiert werden.

    Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen für eine Organspende.

  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um nach dem Tod Organe spenden zu können?

    Die Voraussetzungen für eine Organspende sind im Transplantationsgesetz streng geregelt:

    • Bei der verstorbenen Person muss der Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) festgestellt worden sein.
    • Es muss eine Zustimmung zur Organspende vorliegen – zum Beispiel auf dem Organspendeausweis.

    Ob eine Vorerkrankung oder der Gesundheitszustand der verstorbenen Person eine Spende zulässt, entscheiden die Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall. Ein allgemeingültiges Höchstalter gibt es nicht.

    Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen für eine Organspende.

  • Was bedeutet unumkehrbarer Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod)?

    Hirntod beschreibt einen Zustand, in dem die Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms unumkehrbar erloschen sind. Er kann beispielsweise als Folge einer Hirnblutung, einer schweren Hirnverletzung oder eines Hirntumors eintreten. Das Gehirn ist dann als übergeordnetes Steuerorgan der elementaren Lebensvorgänge unwiderruflich ausgefallen und der Tod des Menschen eingetreten.

    Erfahren Sie mehr zum unumkehrbaren Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod).

  • Wenn ich einer Organspende zu Lebzeiten zugestimmt habe, wird dann in einer Notsituation alles getan, um mein Leben zu retten?

    Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sind dem Wohl aller Patientinnen und Patienten verpflichtet. Daher ist es das Ziel aller medizinischen Maßnahmen, das Leben einer Patientin oder eines Patienten zu retten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie einer Organspende zugestimmt haben oder nicht.

    Erfahren Sie mehr über den Ablauf einer Organspende.

  • Welche Rolle spielt mein Krankenversicherungsstatus bei der Vermittlung von Organen?

    Ob eine Patientin oder ein Patient auf der Warteliste privat oder gesetzlich krankenversichert ist, spielt bei der Organvergabe keine Rolle. Die Verteilung von Organen erfolgt ausschließlich nach medizinischen Kriterien, wie der Dringlichkeit und Erfolgsaussicht der Transplantation.

    Erfahren Sie mehr über die Vermittlung von Spenderorganen.

  • Wer erhält ein Spenderorgan?

    Es gibt viele Faktoren, die darüber entscheiden, wer ein bestimmtes Spenderorgan bekommt. Dazu zählen unter anderem die Blutgruppe, das Alter, das Gewicht und die Gewebemerkmale. Je mehr die Merkmale der spendenden Person denen der Empfängerin oder des Empfängers ähneln, desto wahrscheinlicher ist es, dass nur geringe Abstoßungsreaktionen auftreten. Bei sehr unterschiedlichen Gewebemerkmalen ist eine Abstoßung wahrscheinlicher. Die gemeinsame Warteliste des Verbundes von Eurotransplant, dem Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Slowenien und Ungarn angeschlossen sind, erleichtert es, die optimalen Empfängerinnen und Empfänger zu ermitteln.

    Erfahren Sie mehr über die Vermittlung von Spenderorganen.

  • Erfährt die Organempfängerin oder der Organempfänger, wer das Organ gespendet hat?

    Nein, eine Organspende ist anonym. Auch die Angehörigen der Spenderin oder des Spenders erfahren nicht, wer das Organ empfangen hat. Auf Wunsch wird aber über die Deutsche Stiftung Organtransplantation mitgeteilt, ob die Transplantation erfolgreich verlaufen ist.

    Erfahren Sie mehr zum Ablauf einer Organspende.

  • Was passiert nach einer Organspende mit dem Leichnam?

    Nach der Organentnahme verschließen die Ärztinnen und Ärzte die operativen Einschnitte wieder und verbinden die Wunden. Die Angehörigen erhalten den Leichnam in einem würdigen Zustand zur Beisetzung und können sich im gewünschten Rahmen von der verstorbenen Person verabschieden.

    Erfahren Sie mehr über den Ablauf einer Organspende.

  • Was versteht man unter einer Lebendorganspende?

    In einzelnen Fällen kommt eine Spende von Organen oder Organteilen zu Lebzeiten infrage. Das gilt für die Niere und – seltener – einen Teil der Leber. Ein gesunder Mensch kann mit nur einer Niere leben. Die Leber hat die Fähigkeit nachzuwachsen, sodass ein Teil des Organs entnommen werden kann. Eine Lebendorganspende ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Sie muss sorgfältig abgewogen werden, denn wie jede andere Operation stellt eine Organentnahme ein medizinisches Risiko dar.

    Erfahren Sie mehr über die Lebendorganspende.

  • Wann kommt eine Lebendorganspende infrage?

    Die Lebendorganspende ist durch das Transplantationsgesetz geregelt. Es erlaubt die Lebendorganspende nur unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, wie zum Beispiel bei Eltern und Geschwistern, unter Ehepartnern und Verlobten sowie unter Menschen, die sich persönlich sehr nahe stehen. Eine Organentnahme bei einem lebenden Menschen ist nur dann zulässig, wenn zum Zeitpunkt der Transplantation kein Spenderorgan einer verstorbenen Person zur Verfügung steht.

    Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen für eine Lebendorganspende.

  • Was ist das Transplantationsregister?

    Mit dem Transplantationsregister werden medizinisch relevante Daten von Menschen, die Organe gespendet bzw. empfangen haben, bundesweit zentral zusammengefasst und miteinander verknüpft. Damit soll die Transparenz in der Organspende erhöht und die transplantationsmedizinische Versorgung verbessert und weiterentwickelt werden.

    Erfahren Sie mehr zum Transplantationsregister.

  • Welche Daten werden im Transplantationsregister erfasst?

    Das Transplantationsregister erfasst medizinisch relevante Daten, die bei einer Organspende, einer Organtransplantation sowie der Nachsorge von Transplantierten und Lebendspenderinnen und Lebendspendern erhoben werden. Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende wird nicht erfasst. Erst im Falle einer Organspende werden alle medizinisch relevanten Daten der spendenden Person ins Register aufgenommen. Die Daten der transplantierten Personen und der Lebendspenderinnen und Lebendspender werden nur dann übermittelt und gespeichert, wenn sie ausdrücklich dazu eingewilligt haben. Eine unabhängige Vertrauensstelle verschlüsselt alle Daten, pseudonymisiert sie und leitet sie an das Transplantationsregister weiter.

    Das Transplantationsregister steht zudem unter der Aufsicht der Bundesbeauftragten für Datenschutz. Das Gesetz sieht vor, auch Daten in anonymisierter Form zu nutzen, die bis zu zehn Jahre vor Inkrafttreten des Gesetzes dezentral bei verschiedenen Einrichtungen, zum Beispiel bei den Transplantationszentren, erhoben wurden. Daten zu Gewebespenden und Gewebetransplantationen werden im Transplantationsregister nicht erfasst.

    Erfahren Sie mehr zum Transplantationsregister.

  • Sind die Regelungen zur Organ- und Gewebespende in allen Ländern gleich?

    Jedes Land kann in seiner Gesetzgebung die Regelung zur Organ- und Gewebespende selbst festlegen. Während in Deutschland die Entscheidungslösung gilt, haben andere Länder unterschiedliche gesetzliche Regelungen der Organ- und Gewebespende. Die Regelungen umfassen, wann und unter welchen Umständen die Organe oder Gewebe einer verstorbenen Person entnommen werden dürfen.

    Erfahren Sie mehr zu den gesetzlichen Regelungen in anderen Ländern.

Häufig gestellte Fragen zur Gewebespende

  • Was ist eine Transplantation?

    Eine Transplantation (lateinisch: transplantare = verpflanzen) ist die Übertragung von funktionstüchtigen Organen und Geweben auf einen schwerkranken oder gesundheitlich beeinträchtigen Menschen. Ziel dieser Organ- und Gewebeübertragung ist, die fehlende Funktion der eigenen Organe und Gewebe zu ersetzen.

  • Werden mögliche Gewebespenderinnen und Gewebespender offiziell registriert?

    In Deutschland gibt es kein Gewebespenderegister. Ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende wird an keiner Stelle gespeichert. Es genügt, wenn Sie einen Organspendeausweis haben und ihn stets bei sich tragen. Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende können Sie alternativ in einer Patientenverfügung festhalten.

    Erfahren Sie mehr zum Organspendeausweis.

  • Wie groß ist der Bedarf an Spendergeweben?

    Im Gegensatz zu Spenderorganen gibt es für Spendergewebe keine zentralen Wartelisten. Alle vier Jahre veröffentlichen gemeldete Gewebebanken, das Paul-Ehrlich-Institut, die einzelnen Länder, Verbände und Fachgesellschaften einen Bericht zur Situation bei der Versorgung mit Spendergeweben („Bericht der Bundesregierung über die Situation der Versorgung der Bevölkerung mit Gewebe und Gewebezubereitungen nach Artikel 7a Gewebegesetz“).

    In Deutschland gibt es grundsätzlich eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Gewebezubereitungen. Die benötigten Präparate werden überwiegend ohne eine nennenswerte zeitliche Verzögerung übertragen. Lokal und regional können jedoch, insbesondere bei der Versorgung mit Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen, Wartezeiten auftreten. Durch Kooperationen verschiedener Gewebebanken in Deutschland und Importe aus dem Ausland können aber auch diese Engpässe regelmäßig überwunden werden.

    Erfahren Sie mehr zum Ablauf einer Gewebespende.

  • Welche Gewebe können gespendet werden?

    Welche Gewebe gespendet werden dürfen, ist in Deutschland streng geregelt. Dazu zählen: Haut, Hornhaut der Augen, Herzklappen, Blutgefäße, Knochengewebe, Knorpelgewebe, Sehnen, Eihaut der Fruchtblase und Zellen der Bauchspeicheldrüse (Inselzellen).

    Erfahren Sie mehr dazu, welche Gewebe transplantiert werden können.

  • Wie erfolgreich ist die Transplantation von Geweben?

    Der Erfolg einer Transplantation hängt von vielen Faktoren ab. Die Erfolgsaussichten einer Gewebeübertragung variieren je nach Art des Gewebes. Bei einer Transplantation der Augenhornhaut liegen die Erfolgsraten beispielsweise sehr hoch. Einfluss auf den Erfolg der Übertragung bei Geweben haben zum Beispiel Grunderkrankungen der Empfängerin oder des Empfängers. Bei Gewebeübertragungen ist die Gefahr einer Abstoßungsreaktion im Vergleich zu Organtransplantationen deutlich geringer.

    Erfahren Sie mehr dazu, welche Gewebe transplantiert werden können.

  • Gibt es ein Höchstalter für die Gewebespende?

    Generell gibt es kein Höchstalter bei Gewebespenden. Das heißt: Eine Gewebespende ist auch bis ins hohe Alter möglich. Es gibt für einzelne Gewebe ungefähre Richtwerte, aber grundsätzlich wird die Ärztin oder der Arzt individuell entscheiden, ob eine Spende möglich ist oder nicht. Knochen und Weichteile, wie Sehnen und Bänder, können in der Regel bis zum 75. Lebensjahr, Herzklappen und Blutgefäße bis zum 65. Lebensjahr gespendet werden. Keine solchen Altersobergrenzen gibt es für die Spende der Augenhornhaut.

    Erfahren Sie mehr zu den Voraussetzungen für eine Gewebespende.

  • Welche Vorerkrankungen schließen eine Gewebespende generell aus?

    Ausschlusskriterien für die Gewebeentnahme bei verstorbenen Personen sind unter anderem eine unbekannte, nicht zu klärende Todesursache, das Vorliegen einer bösartigen Krebserkrankung sowie bestimmte Infektionskrankheiten.

    Erfahren Sie mehr zu den Voraussetzungen für eine Gewebespende.

  • Welche Voraussetzungen gelten für die postmortale Gewebespende?

    Bevor eine postmortale Gewebespende in Betracht gezogen werden kann, müssen zwingend zwei Kriterien erfüllt sein: Der Tod der potenziellen Spenderin oder des potenziellen Spenders ist zweifelsfrei nachgewiesen und es liegt eine Zustimmung zur Gewebespende vor. Anders als Spenderorgane können Spendergewebe auch nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand entnommen werden. In solch einem Fall wird der Tod der Spenderin oder des Spenders nicht mithilfe der Hirntoddiagnostik festgestellt, sondern anhand weiterer sicherer Todeszeichen, wie Totenstarre oder Leichenflecken. Diese sicheren Todeszeichen entstehen, nachdem das Herz-Kreislauf-System endgültig ausgefallen ist. Treten solche sicheren Todeszeichen auf, liegt damit auch der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) vor, und der Tod des Menschen ist zweifelsfrei festgestellt. In der Regel ist eine Gewebespende bis zu 72 Stunden nach dem Eintritt des Herz-Kreislauf-Stillstands möglich. Somit kommen für eine Gewebespende potenziell rund die Hälfte aller Verstorbenen infrage.

    Erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen für eine Gewebespende.

  • Wenn ich einer Gewebespende zu Lebzeiten zugestimmt habe, wird dann in einer Notsituation alles getan, um mein Leben zu retten?

    Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sind dem Wohl aller Patientinnen und Patienten verpflichtet. Daher ist es das Ziel aller medizinischen Maßnahmen, das Leben einer Patientin oder eines Patienten zu retten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie einer Gewebespende zugestimmt haben oder nicht.

    Erfahren Sie mehr über den Ablauf einer Gewebespende.

  • Was passiert nach einer Gewebespende mit dem Leichnam?

    Eine Gewebeentnahme wird mit der gleichen Sorgfalt wie jede andere Operation durchgeführt. Nach dem Eingriff werden die durch die Gewebeentnahme entstandenen Wunden wieder verschlossen. Der Leichnam des verstorbenen Menschen wird den Angehörigen in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben. So können die Angehörigen nach dem Eingriff in jeder gewünschten Weise Abschied nehmen.

    Erfahren Sie mehr über den Ablauf einer Gewebespende.

  • Können Gewebe nur unverändert übertragen werden?

    Während Organe direkt transplantiert werden müssen, werden Gewebe vor der Transplantation in industriellen und nicht industriellen Verfahren weiter be- und verarbeitet (Prozessierung). Es besteht die Möglichkeit, die Gewebe zu konservieren und zwischenzulagern. Nach der Entnahme werden die Gewebe beispielsweise in einer Gewebebank untersucht, dort verarbeitet, verpackt und gelagert, bis eine geeignete Empfängerin oder ein geeigneter Empfänger gefunden wurde.

    Erfahren Sie mehr über den Ablauf einer Gewebespende.

  • Weiß die Empfängerin oder der Empfänger des Gewebes, wer es gespendet hat?

    Nein. Bei einer Gewebetransplantation wird der Empfängerin oder dem Empfänger der Name der spendenden Person nicht mitgeteilt. Umgekehrt gilt: Auch die Angehörigen der Spenderin oder des Spenders erfahren nicht, wer ein gespendetes Gewebe erhalten hat. Diese Anonymität verhindert, dass wechselseitige Abhängigkeiten auftreten, die für alle Beteiligten belastend sein könnten.

    Erfahren Sie mehr über den Ablauf einer Gewebespende.

  • Wann kommt eine Lebendspende von Gewebe infrage?

    Eine Lebendspende von Gewebe wird derzeit vor allem bei Eigengewebetransplantationen (autologe Transplantationen) genutzt. Bei einer Eigenhauttransplantation wird zum Beispiel die Brandwunde einer Patientin oder eines Patienten versorgt, indem an einer anderen Körperstelle Haut entnommen wird und diese genutzt wird, um die Brandwunde zu schließen. Auch der Ersatz verengter Herzgefäße durch andere körpereigene Gefäße ist über eine autologe Lebendspende möglich.

    Die Lebendgewebespende von einer Person auf eine andere ist ebenfalls möglich. So kann bei einer Hüftgelenksoperation der entnommene Oberschenkelkopf für eine Transplantation zur Verfügung gestellt werden. Außerdem kann die Eihaut der Fruchtblase (Amnion), welche das Ungeborene während der Entwicklung im Mutterleib umgibt, nach der Geburt gespendet werden. Die Membran der Eihaut wird zur Unterstützung von Wundheilungen eingesetzt.

    Erfahren Sie mehr über die Gewebespende.

  • Wie wird in Deutschland die Gewebespende finanziert?

    Die Kosten für die Transplantation des Spendergewebes übernimmt in der Regel die Krankenversicherung der Empfängerin oder des Empfängers. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen von Fallpauschalen.

    Spendergewebe muss vor der Transplantation durch eine Gewebebank aufbereitet, konserviert und gelagert werden. Dabei entstehen Kosten. Diese decken die Gewebebanken dadurch ab, dass sie sich die Weitergabe dieser Gewebezubereitungen erstatten lassen. Der Vertrieb geschieht über die Gewebebanken selbst. Die meisten Gewebebanken in Deutschland arbeiten gemeinnützig. Das heißt, sie geben die Transplantate ohne Gewinninteressen an Kliniken und Arztpraxen weiter.

    Erfahren Sie mehr über die Gewebespende.

  • Wie ist in Deutschland die Gewebespende gesetzlich geregelt?

    In Deutschland wird die Organ- und Gewebespende durch das Transplantationsgesetz (TPG) rechtlich geregelt. Das TPG trat 1997 in Kraft und wurde 2007 durch das Gewebegesetz um das Thema Gewebespende erweitert.

    Vor ihrer Transplantation müssen Gewebe weiterverarbeitet und gelagert werden. Alle Verarbeitungsschritte – vom entnommenen Gewebe bis zum fertigen Gewebeprodukt – reguliert das Gewebegesetz. Durch diese Regulierung wird ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität der Gewebeprodukte gewährleistet.

    Das Gewebegesetz ist ein sogenanntes Artikelgesetz. Das bedeutet, es setzt Änderungen an mehreren Gesetzen durch. Die Änderungen durch das Gewebegesetz betreffen vor allem das Transplantationsgesetz (TPG) und das Arzneimittelgesetz (AMG). Außerdem sind das Transfusionsgesetz (TFG), die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) und die Betriebsverordnung für Arzneimittelgroßhandelsbetriebe (AMGrHdlBetrV) betroffen.

    Erfahren Sie mehr zum Gewebegesetz.

Häufig gestellte Fragen zum Organspendeausweis

  • Wo erhalte ich einen Organspendeausweis?

    Sie können den Organspendeausweis hier online ausfüllen und ausdrucken oder ihn kostenfrei bestellen. Organspendeausweise sind zudem in vielen Arztpraxen oder Apotheken erhältlich.

    Drucken Sie hier einen Organspendeausweis aus.

  • Ab welchem Alter kann ich einen Organspendeausweis ausfüllen?

    Minderjährige können ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende ab dem 16. Geburtstag und ihren Widerspruch ab dem 14. Geburtstag erklären. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht notwendig. Bei Kindern entscheiden die Erziehungsberechtigten über eine Organ- und Gewebespende.

    Erfahren Sie mehr über den Organspendeausweis.

  • Darf ich aufgrund einer Vorerkrankung keinen Organspendeausweis ausfüllen?

    Es gibt nur wenige Vorerkrankungen, die eine Organ- und Gewebespende ausschließen. Ob eine Spende möglich ist, wird im Einzelfall entschieden. Auf dem Organspendeausweis können Sie unter „Platz für Anmerkungen / Besondere Hinweise“ etwaige Vorerkrankungen vermerken.

    Erfahren Sie mehr zum Ausfüllen eines Organspendeausweises.

  • Wo sollte ich den Organspendeausweis aufbewahren?

    Damit Ihre Entscheidung im Fall der Fälle bekannt ist, sollten Sie den Organspendeausweis ständig bei sich tragen, zum Beispiel zusammen mit dem Personalausweis im Portemonnaie. Wir raten zudem, die Angehörigen über die eigene Entscheidung zu informieren.

    Erfahren Sie mehr zum Ausfüllen eines Organspendeausweises.

  • Welche Alternativen gibt es zum Organspendeausweis?

    Sie können Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende auch in einer Patientenverfügung oder auf einem formlosen Blatt Papier, das mit Namen und Unterschrift versehen ist, festhalten. Sollten Sie Ihren Willen in unterschiedlichen Dokumenten festhalten, sollten sich die Angaben nicht widersprechen. Eine Erklärung in einem Testament ist hingegen sinnlos, da es zu spät eröffnet wird.

    Erfahren Sie mehr zur Patientenverfügung.

  • Wie kann ich festhalten, wenn ich keine Organe oder Gewebe spenden möchte?

    Sie können Ihre Ablehnung ebenso wie eine Zustimmung zur Organ- und Gewebespende dokumentieren: auf dem Organspendeausweis, in einer Patientenverfügung oder formlos auf einem Blatt Papier, das mit Namen und Unterschrift versehen ist.

    Erfahren Sie mehr zu den Möglichkeiten auf einem Organspendeausweis.

  • Was passiert, wenn ich meine Meinung zur Organ- und Gewebespende ändere?

    Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende wird an keiner Stelle registriert oder hinterlegt. Sie können deshalb jederzeit einen neuen Organspendeausweis ausfüllen oder die Patientenverfügung ändern lassen. Sie sollten zudem Ihre Angehörigen informieren.

    Laden Sie hier einen Organspendeausweis herunter.

  • Wer entscheidet über eine Organ- und Gewebespende, wenn meine Entscheidung nicht bekannt ist?

    Nach dem Transplantationsgesetz dürfen nur die nächsten Angehörigen nach dem Wissen der verstorbenen Person entscheiden. Dazu gehören die Ehepartnerin oder der Ehepartner, gefolgt von volljährigen Kindern, den Eltern oder dem Vormund, den volljährigen Geschwistern und den Großeltern. Voraussetzung ist, dass der oder die Angehörige in den letzten zwei Jahren Kontakt zu der verstorbenen Person hatte.

    Erfahren Sie mehr zur Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende.

  • Was heißt: „nach dem mutmaßlichen Willen entscheiden“?

    Ist den Angehörigen nicht bekannt, ob die oder der Verstorbene eine Organ- und Gewebespende befürwortet hätte oder nicht, müssen sie nach dem mutmaßlichen Willen der Person entscheiden. Das bedeutet, dass sie nicht ihrer eigenen Haltung folgen dürfen, sondern sich in den verstorbenen Menschen hineinversetzen müssen.

    Erfahren Sie mehr über die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende.

  • Ist die im Organspendeausweis getroffene Entscheidung verbindlich?

    Sobald der Organspendeausweis unterschrieben ist, ist er verbindlich. Die Entscheidung wird aber nicht registriert. Niemand muss fürchten, sich endgültig festzulegen. Wer die eigene Einstellung zur Organ- und Gewebespende ändert, muss lediglich die alte Erklärung vernichten. Auf einem neuen Ausweis kann die geänderte Einstellung festgehalten werden.

    Erfahren Sie mehr zum Ausfüllen eines Organspendeausweises.

  • Gilt mein Organspendeausweis auch in anderen Ländern?

    Grundsätzlich gilt immer die gesetzliche Regelung des jeweiligen Aufenthaltslandes. Im Todesfall werden aber in der Regel die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen der verstorbenen Person befragt. Es ist vor allem hilfreich, einen ausgefüllten Organspendeausweis (am besten auch in der Sprache des Aufenthaltslandes) bei sich zu tragen und Ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende bereits zu Lebzeiten Ihnen nahestehenden Menschen mitzuteilen.

    Laden Sie sich hier einen fremdsprachigen Organspendeausweis herunter.