Statistiken zur Organspende in Deutschland und Europa

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Die Organspende rettet jedes Jahr viele Leben. Dennoch bleibt die Zahl der Spenderinnen und Spender in Deutschland vergleichsweise gering, viele Menschen stehen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Zahlen, Entwicklungen und Vergleiche zur Organspende im In- und Ausland.

Kurz gefasst
  • Etwa 8.575 Menschen standen in Deutschland Ende 2024 auf der Warteliste für ein Spenderorgan.
  • Die meisten warten auf eine Spenderniere.
  • Im Jahr 2024 verzeichnete Deutschland 953 Organspenderinnen und -spender. Das entspricht 11,4 Spenderinnen und Spendern pro Million Einwohner.
  • Spanien hat in Europa die höchste Spenderquote. 2023 kamen dort auf eine Million Einwohner 43,1 Organspenderinnen und Organspender.

Über 8.500 Menschen warten auf ein Spenderorgan

Ende 2024 standen in Deutschland 8.575 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die meisten von ihnen warteten auf eine Niere (6.397 Personen). 2024 wurden rund 4.700 neue Patientinnen und Patienten in eine Warteliste aufgenommen – gleichzeitig verstarben 679 Menschen, bevor sie ein passendes Organ erhalten haben.

Warum so viele Menschen auf eine Niere warten

Hauptursache für eine chronische Nierenerkrankung sind zum einen Bluthochdruck und zum anderen Diabetes mellitus. Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 treten in Deutschland häufig auf. Mit fortschreitender Nierenerkrankung kann das Organ so weit geschädigt werden, dass eine Diaslyse notwendig ist  – spezielle Verfahren, die das Blut reinigen. Eine Transplantation kann die Lebensqualität deutlich der Patientinnen und Patienten verbessern und das Leben verlängern. Momentan warten weit mehr Menschen auf eine Niere, als Spenderorgane verfügbar sind.

Anzahl der postmortalen Organspenderinnen und -spender in Deutschland

2024 gab es in Deutschland 953 postmortale Organspenderinnen und -spender, 12 weniger als im Vorjahr. 2017 gab es bundesweit 797 Menschen, die nach ihrem Tod Organe gespendet haben. Das war der niedrigste Stand seit 20 Jahren.

Spanien als europaweiter Vorreiter

Spanien zählt mit über 47 Spenderinnen und Spendern pro Million Einwohner (2023) zu den Ländern mit den meisten Organspenderinnen und -spendern in Europa. Deutschland bleibt im europäischen Vergleich im unteren Mittelfeld. 

Spanien zählt zu den Ländern mit den meisten Organspenderinnen und -spender in Europa. Mit Blick auf den Anteil an Organspenderinnen und -spender pro eine Million Einwohner gibt es in Deutschland europaweit vergleichsweise wenige Organspenden.

Zahl der Organspenderinnen und -spender pro eine Million Einwohner 2022

Quelle: IRODaT 2023

Die Liste zeigt eine Auswahl an Ländern.

 

Organtransplantationen in den letzten 50 Jahren

Seit dem Jahr 1963 wurden in Deutschland dank Organspende 156.923 Organe verpflanzt. Häufig werden bei einer Zustimmung zur Organspende mehrere Organe entnommen. 2024 wurden pro Spenderin oder Spender durchschnittlich 3 Organe entnommen und transplantiert.

 Transplantierte Organe zwischen 1963 und 2024:

  • 98.798 Nieren
  • 30.435 Lebern
  • 15.140 Herzen
  • 8.074 Lungen
  • 4.355 Bauchspeicheldrüsen
  • 121 Därme

FAQ: Häufig gestellte Fragen

1.Wie viele Organe werden pro Jahr in Deutschland transplantiert?

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 3.701 Organe aus Deutschland sowie aus dem Eurotransplant-Verbund transplantiert. Bundesweit konnte damit 3.150 Patientinnen und Patienten durch ein oder mehrere Organe eine bessere Lebensqualität oder ein Weiterleben ermöglicht werden – gleichzeitig warteten Ende des Jahres weiterhin 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan.

2. Welches ist das am häufigsten transplantierte Organ?

Die Niere ist mit Abstand das am häufigsten transplantierte Organ und wurde 2024 2.075 Patientinnen und Patienten transplantiert. Da der Mensch zwei Nieren hat und auch mit nur einer voll funktionsfähigen Niere gut leben kann, ist eine Spende bei guter Gesundheit deshalb auch zu Lebzeiten möglich.

3. Wie entwickeln sich die Spenderzahlen in Deutschland?

Die Zahl der Organspenderinnen und -spender bleibt seit Jahren relativ konstant, wobei das öffentliche Bewusstsein durch Aufklärung und Dokumentationsmöglichkeiten langsam wächst. 2025 spendeten 985 Menschen, leicht mehr als im Vorjahr und die höchste Zahl seit dem Jahr 2012.