Stammzellenspende: Hoffnung bei schweren Bluterkrankungen

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Stammzellen im Knochenmark bilden die Grundlage für neue Blutzellen. Bei Erkrankungen wie Leukämie oder anderen schweren Störungen der Blutbildung kann eine Transplantation gesunder Stammzellen die Heilungschancen deutlich erhöhen. Lesen Sie hier alles zu den Voraussetzungen und dem Ablauf einer Stammzellenspende.

Kurz gefasst
  • Stammzellen befinden sich im Knochenmark und entwickeln sich zu verschiedenen Blutzellen.
  • Bei schweren Erkrankungen wie Blutkrebs (Leukämie) kann die Transplantation von Blutstammzellen Leben retten.
  • Gesunde, volljährige Personen bis 61 Jahre können sich typisieren und als Spenderin oder Spender registrieren lassen.

Was ist eine Stammzellentransplantation?

Stammzellen befinden sich im Knochenmark und entwickeln sich dort zu den verschiedenen Blutzellen weiter. Bei schwerwiegenden Erkrankungen des Blutes wie etwa Blutkrebs (Leukämie) ist diese normale Produktion der Blutzellen gestört. Hier kann eine Transplantation gesunder Stammzellen die Heilungschancen deutlich erhöhen. 

Vor der Transplantation werden Knochenmark und erkrankte Stammzellen der Patientin oder des Patienten zunächst durch eine Ganzkörperbestrahlung oder eine hochdosierte Chemotherapie zerstört. Anschließend erhält die Person gesunde Stammzellen einer Spenderin oder eines Spenders, aus denen sich im Idealfall ein neues blutbildendes System entwickelt.

Ablauf einer Stammzellenspende

Eine Spende kann auf drei verschiedenen Wegen erfolgen:

  • Periphere Stammzellenspende: Bei dieser Art der Spende werden die Stammzellen direkt aus der Blutbahn gewonnen. Zuvor erhält die spendende Person ein Medikament, das die Stammzellbildung im Knochenmark anregt, sodass diese in die Blutbahn übertreten. Anschließend werden die Zellen über ein spezielles Verfahren (Apherese) ähnlich wie bei einer Blutspende herausgefiltert.
  • Knochenmarkspende: Hier werden die Stammzellen nicht aus dem Blut, sondern aus dem Knochenmark des Beckenbodens entnommen.
  • Stammzellen aus Nabelschnurblut werden in Deutschland nur in Ausnahmefällen und bei besonders schwierigen Suchen nach einer passenden Stammzellspenderin oder -spender genutzt.

Erfolgsfaktoren einer Stammzellentransplantation

Für den Erfolg einer Stammzellentransplantation ist entscheidend, dass die Gewebemerkmale (sogenannte humane Leukozyten-Antigene = HLA) der spendenden und der empfangenden Person übereinstimmen. Unter Geschwistern ist die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung am höchsten.

In vielen Fällen sind die Patientinnen und Patienten jedoch auf die Spende von außerhalb ihrer Verwandtschaft angewiesen. Hierfür werden internationale und nationale Spenderdatenbanken geführt.

Voraussetzungen für eine Stammzellenspende

Grundsätzlich kann jede gesunde, volljährige Person Blutstammzellen spenden. Anders als bei der Organspende gibt es bei der Stammzellenspende ein Höchstalter: dieses beträgt beträgt 61 Jahre. Vor der Aufnahme in ein Spenderregister wird geprüft, ob gesundheitliche Risiken bestehen. Die Kriterien ähneln denen einer Blutspende.

Ausschlussgründe sind unter anderem:

  • Bestimmte Herz-Kreislauf- oder Infektionskrankheiten
  • Autoimmunerkrankungen
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Krebserkrankungen

Das Zentrale Knochenmarkspender-Register

Um passende Spenderinnen und Spender schneller zu finden, werden alle Daten aus den verschiedenen Spenderdateien in Deutschland im Zentralen Knochenmarkspender-Register (ZKRD) zusammengeführt. Die Stammzellenspende ist damit die einzige Spendenart, bei der mögliche Spenderinnen und Spender mit ihren Gewebemerkmalen zentral erfasst werden.

Wer sich registrieren lassen möchte, kann sich bei den Spenderdatenbanken informieren und eine Typisierung der Gewebemerkmale vornehmen lassen – meist einfach über einen Mundschleimhautabstrich. Informationen zur Registrierung finden Sie bei der DKMS oder direkt beim ZKRD.