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Die Lungentransplantation

Lesedauer: 3 Minuten
Kurz gefasst

Die Lunge ist für die Atmung und damit für den Gasaustausch im Körper zuständig. Wenn die Lunge unwiederbringlich zu versagen droht und alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, kommt die Transplantation einer Spenderlunge in Betracht.

Lungentransplantation – Zahlen und Fakten

In Deutschland werden jährlich mehr als 350 Lungentransplantationen durchgeführt. Etwa 300 Patientinnen und Patienten warten gegenwärtig auf die Transplantation einer Lunge. Krankenhäuser melden jährlich etwa 400 neue Patientinnen und Patienten, die eine Spenderlunge benötigen. Die Lebendorganspende eines Teils der Lunge ist medizinisch möglich, wird jedoch in Deutschland selten durchgeführt. 

Die Erfolgsaussichten von Lungentransplantationen haben sich in den vergangenen Jahren durch medizinische Entwicklungen deutlich verbessert. Von 100 transplantierten Lungen funktionieren ein Jahr nach der Operation noch 75. Nach fünf Jahren sind es noch mehr als 50 Organe.

Herz und Lunge arbeiten sehr eng zusammen. Bei einer Schädigung von Herz oder Lunge ist es mitunter notwendig, beide Organe zu transplantieren. Eine Erkrankung des Herzens, wie ein angeborener Herzfehler, kann zu Bluthochdruck in der Lunge führen und diese schädigen. Andersherum können Lungenerkrankungen ein Herzversagen hervorrufen.

Einseitige und doppelseitige Lungentransplantation

Eine Lungentransplantation kann einseitig (unilateral) oder doppelseitig (bilateral) durchgeführt werden. Bei der einseitigen Lungentransplantation behält die Organempfängerin oder der Organempfänger einen Lungenflügel und erhält einen zweiten Lungenflügel aus einer Organspende. Bei der doppelseitigen Lungentransplantation werden beide Lungenflügel übertragen. Beide Formen finden etwa gleich häufig statt.

350
Lungen werden jährlich in Deutschland transplantiert
400
Patientinnen und Patienten warten auf eine Lungentransplantation

Gründe für eine Lungentransplantation

In der Regel werden mehr Spenderorgane benötigt, als gespendet werden. Das bedeutet, dass Menschen, die ein Spenderorgan benötigen, auf eine Warteliste für das entsprechende Organ gesetzt werden müssen. Personen werden auf die Warteliste für eine Lungentransplantation aufgenommen, wenn ein endgültiges Lungenversagen vorliegt und eine lebenserhaltende Behandlung erforderlich ist. Vielfältige Erkrankungen können zu einem Lungenversagen führen. Sie sind häufig altersabhängig.

Die häufigsten Ursachen für ein Lungenversagen sind:

  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD),
  • Lungenfibrose (Vernarbung des Lungengewebes),
  • Mukoviszidose (angeborene Stoffwechselerkrankung),
  • Wasseransammlung (Ödem) in der Lunge.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD = chronic obstructive pulmonary disease) entsteht durch entzündete und dauerhaft verengte Bronchien. Der Luftstrom der Atmung wird dadurch behindert. Es kommt zu Husten, Atemnot und Auswurf.

Den Patientinnen und Patienten fällt es immer schwerer, die Luft gegen den Widerstand der verengten Bronchien auszuatmen. Die Lungen werden überbläht und große Lungenblasen (Emphyseme) entstehen. In der Folge kann die Lunge immer weniger Sauerstoff aufnehmen.

Lungenfibrose

Bei einer Lungenfibrose (Narbenlunge) kommt es zu einer Vernarbung des Lungengewebes. Die Ursachen dafür lassen sich häufig nicht genau bestimmen. So können beispielsweise giftiger Staub oder auch Lungenentzündungen zu einer Fibrose führen.

Mukoviszidose

Die Mukoviszidose (auch zystische Fibrose) ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung. Die Erkrankung betrifft die Körperdrüsen. Als Folge der Mukoviszidose produzieren die Drüsen anstelle von Flüssigkeiten einen zähen Schleim. Auch die Lunge kann davon betroffen sein.

Der Schleim, der in den Bronchien gebildet wird, um diese von Schmutz zu reinigen, ist sehr zäh. Als Folge treten vermehrt Lungenentzündungen und andere Atemwegsinfekte auf. Zudem kommt es auch hier zu einer Überblähung der Lungen und damit zur Entstehung von Lungenblasen (Emphysemen).

Aufgaben der Lunge

Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, die in insgesamt fünf Lungenlappen aufgeteilt sind. Die Lungenflügel sind von feinen Verästelungen durchzogen. Die Lunge ist für die Atmung und damit für den Gasaustausch zuständig. Mit der Einatmung wird der Sauerstoff aus der Luft über die Luftröhre und die Bronchien in die Lungen transportiert. Dort wird der Sauerstoff in das Blut abgegeben. Gleichzeitig wird Kohlendioxid aus dem Blut aufgenommen und über die Ausatmung ausgeschieden.

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