Hauptregion der Seite anspringen

Die Lebertransplantation

Lesedauer: 2 Minuten
Kurz gefasst

Die Leber ist das zentrale Organ für die Entgiftung des Körpers. Wenn ihre Funktion gestört ist, wird der Körper mit Giftstoffen überschwemmt, und lebenswichtige Stoffe, die zum Beispiel für die Blutgerinnung verantwortlich sind, werden nicht mehr gebildet. Für Patientinnen und Patienten mit einem Leberversagen ist die Lebertransplantation oftmals die einzige Möglichkeit einer Behandlung.

Lebertransplantation – Zahlen und Fakten

In Deutschland werden jährlich etwa 870 Lebertransplantationen vorgenommen, davon etwa 60 Leberlebendspenden. Etwa 850 Patientinnen und Patienten warten derzeit auf eine Lebertransplantation. Krankenhäuser melden jährlich mehr als 1.000 neue Patientinnen und Patienten, die eine Lebertransplantation benötigen.

Durch verbesserte Operationstechniken und Fortschritte in der medizinischen Behandlung steigen die Erfolgsaussichten einer Lebertransplantation an. Heute funktionieren von 100 transplantierten Lebern ein Jahr nach der Operation noch fast 75. Nach fünf Jahren arbeiten noch etwa 55 der Spenderorgane.

870
Lebern werden jährlich in Deutschland transplantiert
850
Patientinnen und Patienten warten auf eine Lebertransplantation

Gründe für eine Lebertransplantation

Die Leber ist ein regenerationsfähiges Organ. Das bedeutet, Lebergewebe kann sich nach einer Schädigung erneuern. Manche Erkrankungen sind aber so schwer, dass sich das Lebergewebe nicht erholen kann. Häufig werden Lebererkrankungen erst spät bemerkt, da die Leber Funktionsverluste zunächst selbst ausgleichen kann. Die meisten Patientinnen und Patienten, die eine Spenderleber benötigen, leiden an einer durch Alkoholkonsum verursachten Vernarbung der Leber (alkoholische Zirrhose). Seltener sind Tumore oder Gefäßerkrankungen Ursache der Leberschädigung.

Bei einem akuten Leberversagen oder chronischen Lebererkrankungen im fortgeschrittenen Stadium ist die Transplantation einer Spenderleber die letzte Behandlungsmöglichkeit. Medizinische Reinigungsverfahren, sogenannte Leberdialyseverfahren, können die Entgiftungsfunktion der Leber zwar für eine gewisse Zeit übernehmen, doch ersetzen sie viele andere Funktionen der Leber nicht.

In der Regel werden mehr Spenderorgane benötigt, als gespendet werden. Das bedeutet, dass Menschen, die ein Spenderorgan benötigen, auf eine Warteliste für das entsprechende Organ gesetzt werden müssen. Voraussetzung dafür ist, dass eine nicht regenerationsfähige, fortschreitende Erkrankung der Leber vorliegt. Die Erkrankung muss lebensbedrohlich sein und es dürfen keine anderen Behandlungsmethoden außer der Transplantation möglich sein.

Unterschiedliche Diagnosen können zu einer Aufnahme auf die Warteliste für eine Lebertransplantation führen. Dazu zählen:

  • Lebervernarbung (Fibrose und Zirrhose),
  • alkoholische Leberkrankheit,
  • Krebserkrankungen.

Die Split-Lebertransplantation

Bei einer postmortalen Organspende kann die Leber vollständig verpflanzt oder zuvor geteilt werden (Split-Leber). Bei einer Split-Lebertransplantation wird das Organ einer verstorbenen Spenderin oder eines verstorbenen Spenders in zwei Teile geteilt, die auf zwei Menschen übertragen werden.

Sascha Koch benötigte eine Lebertransplantation nach einer schweren Pilzvergiftung.

Aufgaben der Leber

Die Leber ist mit etwa 1,5 Kilogramm das größte innere Organ des Menschen. Aufgrund ihrer starken Durchblutung mit ungefähr 1,5 Litern pro Minute ist die Leber dunkelrot-bräunlich gefärbt. In der Leber finden unterschiedliche Stoffwechsel-, Speicher- und Syntheseprozesse statt:

  • Die Leber ist für die Entgiftung und Ausscheidung körpereigener Abfallprodukte und körperfremder Substanzen (zum Beispiel Medikamente) zuständig.
  • Sie bildet die Gallenflüssigkeit, die für die Fettverdauung wichtig ist.
  • Sie bildet verschiedene Enzyme und Faktoren für die Blutgerinnung.
  • Die Leber speichert Vitamine und Spurenelemente.
  • Sie reguliert den Kohlenhydrat, Fett- und Eiweißstoffwechsel.

Themenverwandt