Hauptregion der Seite anspringen

Der Ablauf einer Lebendorganspende

Lesedauer: 2 Minuten
Kurz gefasst

Vor der Entnahmeoperation werden psychologische Gesprächen geführt. Diese Gespräche stellen sicher, dass die Lebendorganspende freiwillig und ohne finanziellen Anreiz abläuft. Durch medizinische Voruntersuchungen überprüfen die Ärztinnen und Ärzte, ob spendende und empfangende Person zusammenpassen. Nach der Transplantation gehen sowohl die spendende als auch die empfangende Person zu Nachsorgeuntersuchungen. So können die Ärztinnen und Ärzte den weiteren Heilungsverlauf genau beobachten.

Vor der Transplantation

Eine Lebendorganspende beginnt schon lange vor der eigentlichen Entnahmeoperation und Transplantation. In medizinischen Voruntersuchungen überprüfen die Ärztinnen und Ärzte, ob spendende und empfangende Person für die Lebendorganspende geeignet sind.

Parallel dazu finden intensive Gespräche statt. Sie stellen sicher, dass die Spende des Organs freiwillig, ohne Druck und ohne finanzielle Anreize abläuft. Die Spenderin oder der Spender hat zu jeder Zeit das Recht, die Zustimmung zur Lebendorganspende zu widerrufen.

Vor der Transplantation müssen folgende Schritte ablaufen:

  • Medizinische Untersuchungen klären, ob spendende und empfangende Person grundsätzlich für eine Organtransplantation geeignet sind. Außerdem wird geprüft, ob das Spenderorgan zur Empfängerin oder zum Empfänger passt.
  • Es finden Aufklärungsgespräche statt mit dem Paar aus spendender und empfangender Person.
  • In psychologischen Einzelgesprächen wird überprüft, ob die beteiligten Personen die gesamte Tragweite der Lebendspende erfassen können. Die Beziehung von Spenderin oder Spender zur empfangenden Person wird geklärt und die Motivation für die Lebendorganspende erörtert.
  • Die Lebendspendekommission des Krankenhauses gibt eine Einschätzung ab.

Die Transplantation

Die Organentnahmeoperation und die Transplantation bei der Empfängerin oder dem Empfänger finden im selben Transplantationszentrum statt.

Die Lebendorganspende ist nur bei bestimmten Organen möglich

In Deutschland werden bei Lebendorganspenden fast ausschließlich Nieren und Teile der Leber übertragen. Diese Transplantationen sind heute ein etabliertes medizinisches Verfahren.

Möglich ist auch die Entnahme von Teilen der Lunge, des Dünndarms und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Diese Organe werden in Deutschland aber sehr selten bei einer Lebendorganspende übertragen. Seit 2012 wurden zum Beispiel nur drei Lungentransplantationen nach einer Lebendorganspende durchgeführt. Gründe dafür sind die komplizierten Operationstechniken und die erschwerten Voraussetzungen. Für eine Lungentransplantation sind zum Beispiel zwei spendende Personen nötig, denen jeweils ein Lungenlappen entnommen wird.

Die Über-Kreuz-Transplantation

Manchmal passt das Organ der Lebendspenderin oder des Lebendspenders aus medizinischen Gründen nicht zur Empfängerin oder zum Empfänger. In solch einem Fall können sich zwei Paare aus spendender und empfangender Person zusammentun. Die jeweilige spendende Person spendet das Organ nicht dem nahestehenden Menschen, sondern der „fremden“ Empfängerin oder dem „fremden“ Empfänger.

Die Dominospende 

Bei einer Organtransplantation wird der Empfängerin oder dem Empfänger ein Organ entnommen und durch ein Spenderorgan ersetzt. In einigen Fällen kann das entnommene Organ noch an eine weitere Person vermittelt werden. Wird dieses Organ einer weiteren, dritten Person transplantiert, spricht man von einer Dominospende.

Bei Lungentransplantationen kann es aus operationstechnischen Gründen nötig sein, einer Patientin oder einem Patienten Herz und Lunge gemeinsam zu transplantieren. Das entnommene, noch gesunde Herz kann dann einer weiteren Person gespendet werden.

Nach der Transplantation

Spenderin oder Spender und Empfängerin oder Empfänger bleiben nach der Operation eine bis zwei Wochen stationär im Krankenhaus. Danach müssen sie in regelmäßigen Abständen zu medizinischen Nachsorgeuntersuchungen. Die Nachsorgeuntersuchungen sollen die Gesundheit erhalten und fördern. Darüber hinaus können so wichtige Informationen zu möglichen Langzeitfolgen gesammelt werden. Eventuell auftretende gesundheitliche Veränderungen können rechtzeitig erkannt werden.

Die Empfängerin oder der Empfänger muss, wie bei der Transplantation eines postmortal gespendeten Organs, Medikamente nehmen. Diese Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, verhindern die Abstoßung des transplantierten Organs. Die Immunsuppressiva unterdrücken das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) der empfangenden Person. Die Reaktion des Abwehrsystems auf das fremde Organ wird damit abgeschwächt.