Die Augenhornhaut­transplantation

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Die Transplantation der Augenhornhaut ist ein medizinischer Routineeingriff in Deutschland, der jährlich rund 9.000 Mal durchgeführt wird. Für Menschen mit getrübter oder verletzter Hornhaut kann dieser Eingriff die Sehkraft wiederherstellen und die Lebensqualität erheblich verbessern. Augenhornhäute stammen ausschließlich aus postmortalen Spenden.

Piktogramm eines Auges für Augenhornhaut Kurz gefasst
Piktogramm eines Auges für Augenhornhaut
  • Die Transplantation der Augenhornhaut wird in Deutschland pro Jahr etwa 9.000-mal durchgeführt.
  • Sie ist damit ein medizinischer Routineeingriff und hat eine hohe Erfolgsquote.
  • Für die Empfängerin oder den Empfänger einer Augenhornhautspende kann dieser Eingriff das Sehvermögen deutlich verbessern und so die Lebensqualität steigern.
  • Augenhornhäute stammen ausschließlich aus postmortalen Spenden.

Was sind die Aufgaben der Augenhornhaut?

Die Augenhornhaut (Cornea) ist der transparente Teil des Auges direkt vor der Pupille und der Iris. Sie besteht aus mehreren Schichten und begrenzt das Auge nach außen. Die Hornhaut …

  • … wird über die Tränenflüssigkeit mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt,
  • … schützt das Auge und ermöglicht scharfes Sehen,
  • … ist essentiell für die Lichtbrechung und damit für die Sehschärfe.

Gründe für eine Augenhornhauttransplantation

Eine Transplantation der Augenhornhaut wird nötig, wenn die Sehkraft einer Person durch Eintrübungen oder Verletzungen der Augenhornhaut stark beeinträchtigt ist. Eine Erkrankung der Augenhornhaut kann so weit voranschreiten, dass die Betroffenen ganz erblinden. 

Bei einer Augenhornhauttransplantation wird die getrübte Hornhaut durch eine klare Spenderhornhaut ersetzt. Betroffene erhalten so größtmögliche Sehfähigkeit zurück, was die Lebensqualität erheblich steigert.

Zahlen und Fakten zur Transplantation

Die Transplantation der Augenhornhaut ist ein medizinischer Routineeingriff. In Deutschland werden im Jahr etwa 9.000 Augenhornhäute transplantiert. Zum Vergleich: Die am häufigsten durchgeführte Organtransplantation - die Nierentransplantation - wird durchschnittlich 2.000-mal im Jahr durchgeführt.

Die Erfolgsaussichten sind hoch. Das Immunsystem reagiert kaum auf die transplantierte Augenhornhaut und Abstoßungsreaktionen sind selten. Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva) sind dadurch in der Regel nicht nötig.

Augenhornhäute stammen ausschließlich aus postmortalen Spenden. Es gibt zwei Varianten der Entnahmeoperation: 

  • Komplettes Auge
  • Stück der Hornhaute: etwa so groß wie eine 2-Cent-Münze, inklusive einem Teil der Lederhaut, also dem weißen Teil des Auges

Nach der Entnahme werden der Spenderin oder dem Spender künstliche Linsen oder Augenprothesen eingesetzt, sodass der Gesichtsausdruck erhalten bleibt. Die Entnahme ist so äußerlich nicht zu erkennen. Die Angehörigen können von der verstorbenen Person in gewünschter Weise Abschied nehmen.

9.197

Augenhornhäute wurden 2019 transplantiert.

Hintergründe zur Augentransplantation

Die Transplantation eines gesamten Augapfels gelang erstmals im Mai 2023 einem Team aus Chirurginnen und Chirurgen der New Yorker Universitätsklinik Langone Health (USA). Während der 21-stündigen Operation wurden dem Patienten, Aaron James, Teile des Gesichts sowie das linke Auge transplantiert. Bei der Transplantation wurden die Blutgefäße, die das Auge versorgen, zwischen dem Gesicht des Spenders und dem des Empfängers verbunden und der Sehnerv vernäht. Eine Sehfunktion ist beim transplantierten Auge jedoch nicht vorhanden, und auch andere Funktionen wie Lidhebung oder Augenbewegungen waren nicht nachweisbar.