Die Transplantation der Augenhornhaut ist ein medizinischer Routineeingriff. In Deutschland werden im Jahr etwa 9.000 Augenhornhäute transplantiert. Zum Vergleich: Die am häufigsten durchgeführte Organtransplantation - die Nierentransplantation - wird durchschnittlich 2.000-mal im Jahr durchgeführt.
Die Erfolgsaussichten sind hoch. Das Immunsystem reagiert kaum auf die transplantierte Augenhornhaut und Abstoßungsreaktionen sind selten. Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva) sind dadurch in der Regel nicht nötig.
Augenhornhäute stammen ausschließlich aus postmortalen Spenden. Es gibt zwei Varianten der Entnahmeoperation:
- Komplettes Auge
- Stück der Hornhaute: etwa so groß wie eine 2-Cent-Münze, inklusive einem Teil der Lederhaut, also dem weißen Teil des Auges
Nach der Entnahme werden der Spenderin oder dem Spender künstliche Linsen oder Augenprothesen eingesetzt, sodass der Gesichtsausdruck erhalten bleibt. Die Entnahme ist so äußerlich nicht zu erkennen. Die Angehörigen können von der verstorbenen Person in gewünschter Weise Abschied nehmen.