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Wissen, Einstellung und Verhalten zur Organ- und Gewebespende

Lesedauer: 4 Minuten
Kurz gefasst

Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland steht einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber und immer mehr besitzen einen Organspendeausweis. Personen, die sich für eine Spende entschieden haben, möchten mehrheitlich anderen helfen und ihrem Tod einen Sinn geben. Menschen, die sich dagegen entschieden haben, nehmen häufig an, ungeeignet zu sein, oder befürworten Missbrauch.

84 Prozent haben eine positive Einstellung gegenüber der Organ- und Gewebespende

2018 haben wir in einer bundesweiten Repräsentativbefragung über 4.000 Menschen in Deutschland gefragt, was sie über das Thema Organ- und Gewebespende denken. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die positive Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende in Deutschland 2018 mit 84 Prozent so hoch ist wie nie zuvor.

Acht Prozent zeigten sich neutral und acht Prozent beantworteten die Frage mit „eher negativ“. In der Befragung 2016 standen 81 Prozent einer Organ- und Gewebespende grundsätzlich eher positiv gegenüber.

Einstellung zur Organ- und Gewebespende: Zeitvergleich

Man kann ja Organ- und Gewebespender werden, wenn man sich bereit erklärt, nach dem Tod seine Organe, z.B. für Nieren-, Leber- oder Herzverpflanzungen oder seine Gewebe zur Verfügung zu stellen. Was halten Sie generell von Organ- und Gewebespende? Stehen Sie dem eher positiv oder eher negativ gegenüber?

Basis: 4.001 Befragte

Mehr als die Hälfte hat eine Entscheidung getroffen

56 Prozent der Befragten haben ihre persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende getroffen. Deutlich weniger Menschen haben ihre Entscheidung dann auch dokumentiert.

56 %
Entscheidung getroffen
39 %
Entscheidung dokumentiert

Dokumentation der Entscheidung zur Organ- und Gewebespende

39 Prozent haben ihre Entscheidung schriftlich auf einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung dokumentiert. 17 Prozent der Befragten haben sich zwar entschieden, ihre Entscheidung aber nicht dokumentiert.

Basis: 4.001 Befragte

Immer mehr Menschen besitzen einen Organspendeausweis

Der Organspendeausweis bleibt die am häufigsten genutzte Möglichkeit, die persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu dokumentieren. Seit 2010 ist der Anteil der Befragten, die einen Organspendeausweis besitzen, zwar ungleichmäßig, aber signifikant gestiegen. Waren es 2012 noch 22 Prozent, sind es im Jahr 2018 bereits 36 Prozent.

Besitz eines Organspendeausweises: Zeitvergleich

Wie haben sich die Menschen entschieden?

Von den Personen, die eine Entscheidung getroffen haben, stimmen die meisten einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu; acht Prozent widersprechen ihr. Fünf Prozent der Befragten übertragen die Entscheidung auf eine andere Person.

Angaben in Prozent

Warum sich Menschen für oder gegen eine Organ- und Gewebespende entscheiden

Die Gründe, warum sich die Befragten für oder gegen eine Organ- und Gewebespende entschieden oder noch keine Entscheidung getroffen haben, sind vielfältig.

Gründe für eine Organspende

Auf die Frage nach den Motiven für die Zustimmung zur Organ- und Gewebespende im Organspendeausweis geben 73 Prozent an, dass sie anderen Menschen helfen und durch die Spende ihrem eigenen Tod einen Sinn geben wollen.

Gründe gegen eine Organspende

24 Prozent der Befragten, die sich auf ihrem Organspendeausweis gegen eine postmortale Organ- und Gewebespende entschieden haben, glauben, nicht als Spenderin oder Spender geeignet zu sein. 22 Prozent äußern Angst vor Missbrauch beziehungsweise mangelndes Vertrauen aufgrund negativer Berichterstattung als Grund dafür, eine Spende abzulehnen.

Fast die Hälfte der Personen, die noch keine Entscheidung getroffen haben (43 Prozent), begründen dies damit, sich bisher zu wenig mit dem Thema beschäftigt zu haben. 17 Prozent nehmen an, nicht als Spenderin oder als Spender geeignet zu sein.

Mehr als die Hälfte der Befragten fühlen sich gut oder sehr gut informiert

52 Prozent aller Befragten fühlen sich gut oder sehr gut über das Thema Organ- und Gewebespende informiert. 56 Prozent der Frauen fühlen sich gut oder sehr gut informiert sowie 48 Prozent der Männer.

Subjektiver Informationsstand

Was würden Sie sagen, wie gut sind Sie über das Thema Organ- und Gewebespende informiert: sehr gut, gut, weniger gut oder schlecht?

Basis: 4.001 Befragte

 

Repräsentativbefragung 2018

Für die bundesweite repräsentative Studie "Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende 2018" haben wir von November 2017 bis Februar 2018 4.001 Bürgerinnen und Bürger im Alter von 14 bis 75 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung wird alle zwei Jahre durchgeführt.