Fünf Jahre Infotelefon-Organspende

2. Juni 2005

Fünf Jahre Infotelefon-Organspende

Die meisten Menschen stehen der Organspende positiv gegenüber, nach Repräsentativbefragungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) etwa 80 Prozent. Bevor sie jedoch eine persönliche Entscheidung treffen ergeben sich oft spezielle Fragen, die sie im direkten Gespräch klären möchten. Hierfür haben die BZgA und die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) vor fünf Jahren das Infotelefon ins Leben gerufen, an dem geschulte Mitarbeiter Fragen rund um die Organspende beantworten. Die Akzeptanz dieses Angebotes ist groß, die Zahl der Gespräche kontinuierlich gestiegen. So werden inzwischen durchschnittlich 140 Anfragen pro Tag beantwortet. „Dies ist eine erfreuliche Bilanz. Es zeigt das große Interesse der Menschen an dem Thema Organspende“, erklärt Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch für Susan Urbahn, Projektleiterin des Infotelefons Organspende, ist diese Entwicklung eine Bestätigung dafür, dass die Menschen Interesse an dem Thema Organspende haben und fachkundige Beratung schätzen.

Trotz der generellen Bereitschaft, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen, besteht in Deutschland ein Ungleichgewicht zwischen dem Bedarf an Organen und der Zahl an tatsächlich gespendeten Organen. Einerseits steigt auf Grund der verbesserten technischen und medikamentösen Möglichkeiten die Zahl der Patienten, denen durch eine Organtransplantation geholfen werden kann, stetig an, derzeit warten etwa 12.000 Menschen auf eine Transplantation. Andererseits bleibt die Zahl an Organspendern konstant, es werden jährlich rund 3.500 Organe gespendet.

Deshalb ist es wichtig, dass Menschen die Möglichkeit einer fachkundigen Beratung erhalten. Sie ist eine wesentliche Voraussetzung, um eine persönliche Entscheidung zu treffen und diese in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sind für 59 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bevorzugte Ansprechpartner. Außerdem sind sie nach einer Repräsentativbefragung der BZgA in hohem Maß bereit, sich an der Information ihrer Patienten zur Organspende zu beteiligen, sei es im persönlichen Gespräch (89 Prozent) oder durch Weitergabe von Informationsmaterial (93 Prozent). Die BZgA unterstützt diese große Bereitschaft der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, indem sie regelmäßig die Arztpraxen über aktuelle Medien informiert und ihnen kostenlos Informationsmaterial zur Verfügung stellt.

Organspende ist für die meisten Menschen ein persönliches und sensibles Thema. Deshalb bedarf es unterschiedlicher seriöser Informationsangebote wie Patientengespräche, Beratungstelefone, Informationsbroschüren, Internetangebote etc. „Ich freue mich, dass wir mit unserer Aufklärungsaufgabe auf das hohe Interesse und die aktive Mitarbeit der deutschen Ärzteschaft bauen können. Ich bitte alle Patientinnen und Patienten, das Informationsangebot zu nutzen und sich mit Ihren Fragen, Ängsten und Unsicherheiten an den Arzt Ihres Vertrauens zu wenden“, erklärt die Direktorin Dr. Elisabeth Pott. „Alle diejenigen, die eine qualifizierte anonyme Beratung suchen, möchte ich ermuntern, das Infotelefon Organspende zu nutzen“, so Dr. Pott weiter.

Am Tag der Organspende – Samstag, dem 4. Juni 2005 - steht das Infotelefon Organspende unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 90 40 400 von 10.00 bis 15.00 Uhr zur Verfügung.
Sonstige Zeiten: Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 18.00 Uhr, Freitag von 9.00 bis 16.00 Uhr

Interesse am Thema zeigt sich in der Akzeptanz des Infotelefons Organspende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation