0800 90 40 400 - Infotelefon Organspende


02.06.2000
0800 90 40 400 - Infotelefon Organspende

Zum Tag der Organspende startet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung neues Infotelefon in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation

Neue Anzeigenkampagne soll informieren und motivieren
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) richtet in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zum 03. Juni 2000 - dem Tag der Organspende - das "Infotelefon Organspende" mit der gebührenfreien Rufnummer 0800 90 40 400 ein. Es ist montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr besetzt.

Es sind meistens ganz persönliche Fragen, die die Menschen zum Thema Organspende bewegen: "Kann ich in meinem Alter oder mit meiner Vorerkrankung überhaupt Organspender sein?" "Muss ich mich an irgendeiner Stelle registrieren lassen?" "Wie fülle ich den Organspendeausweis richtig aus?" Im allgemeinen interessieren sich die Menschen für den Ablauf und die Durchführung einer Organtransplantation, aber auch Fragen zum Hirntod sind für viele Menschen von großem Interesse. Gerade bei diesem schwierigen, für Viele mit Tabus und Ängsten besetzten Thema ist die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch eine gute Voraussetzung, sich umfassend zu informieren und Hilfen für den eigenen Entscheidungsprozess zu bekommen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Deutsche Stiftung Organtransplantation geben deshalb mit dem "Infotelefon Organspende" allen Interessierten die Möglichkeit, mit Fachkräften über ihre persönlichen Fragen zu sprechen.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation übernimmt nach §11 des Transplantationsgesetzes die Aufgabe einer Koordinierungsstelle, die den gesamten Ablauf der Organspende organisiert und koordiniert. Sie ist daher die geeignete Fachorganisation, um die Aufklärung und Information der Bevölkerung zu unterstützen. Da sie bereits Erfahrungen auf dem Gebiet der Telefonberatung gesammelt hat, findet in der Kooperation zwischen der BZgA und der DSO eine Konzentration an fachlichem Know-how statt.

Das Infotelefon stellt ein weiteres Element der Aufklärungskampagne "Organspende schenkt Leben" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dar. Sie beinhaltet Plakate, Kino- und TV-Spots, Broschüren, Informationsmappen sowie das Angebot einer Ausstellung für den Einsatz durch zahlreiche Kooperationspartner. Damit wendet sich die Bundeszentrale an die Bevölkerung mit der Aufforderung, sich mit dem Thema zu beschäftigen und noch zu Lebzeiten eine persönliche Entscheidung zu treffen und diese in einem Organspendeausweis festzuhalten.

Wie eine Repräsentativerhebung der Bundeszentrale zur Organspendebereitschaft der Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik Deutschland vom Oktober 1999 ergibt, dokumentierten 11 Prozent der Bevölkerung ihre Entscheidung in einem Ausweis. In voran-gehenden Untersuchungen Mitte der 90er Jahre lag dieser Anteil noch bei nur ca. 5 Prozent. Auch die grundsätzliche Bereitschaft, nach dem eigenen Tod Organe zu spenden, ist seit 1997 gestiegen. So sprachen sich jetzt 63 Prozent der Befragten für eine Organspende aus, im Jahr 1997 lag diese Zahl noch bei 57 Prozent.

"Diese Ergebnisse machen trotz der Erfolge deutlich, dass immer noch eine erhebliche Diskrepanz zwischen der grundsätzlich positiven Einstellung zur Organspende und dem erklärten Willen bezüglich der eigenen Person besteht", erklärt die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dr. Elisabeth Pott. "Deshalb startet die Bundeszentrale zum Tag der Organspende mit einer Anzeigenkampagne, mit der sowohl auf das Infotelefon als auch auf den Organspendeausweis hingewiesen wird. Damit möchten wir die Menschen ansprechen, unser Informations- und Beratungsangebot zu nutzen und sich die Zeit zu nehmen, sich alleine, besser noch mit Angehörigen oder Freunden Gedanken zum Thema Organspende zu machen. Denn jeder sollte von seinem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machen und noch zu Lebzeiten eine bewusste Entscheidung im Organspendeausweis dokumentieren, um seinen Angehörigen eine schwere und belastende Situation zu ersparen, falls sich nach dem Tod die Frage einer möglichen Organspende stellt und die Angehörigen dann um eine Entscheidung gebeten werden", so Dr. Pott weiter.

 

Infotelefon Organspende

Das gebührenfreie Infotelefon bietet die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch von einem geschulten Team Informationen und Antworten auf Fragen zur Organspende zu bekommen.