Befragung von Ärzten

26. Januar 2005

Ärzte unterstützen Aufklärung zur Organspende

Ärzte sind für die meisten Menschen die wichtigsten Ansprechpartner in Gesundheitsfragen. Das gilt auch für das Thema Organspende. In Repräsentativerhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus den Jahren 2003 und 2001 geben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sie sich bei Fragen rund um das Thema Organspende an ihren Arzt wenden. Für die BZgA war dies Anlass, eine gezielte Untersuchung bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten durchzuführen, um ihre Einstellung zu dem Thema Organspende und ihre Bereitschaft, Patienten zu beraten, in Erfahrung zu bringen. Insgesamt zeigt sich, dass ein großes Interesse an diesem Thema besteht.

Akzeptanz der Organspende und Besitz Organspendeausweis

Mit 88 Prozent steht die Mehrheit der befragten Mediziner dem Thema Organspende positiv gegenüber. 84 Prozent sind damit einverstanden, dass man ihnen nach ihrem Tod Organe entnimmt. Damit liegt ihr Anteil mit rund 20 Prozent über dem der Allgemeinbevölkerung. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil derer, die einen Organspendeausweis besitzen. Nahezu die Hälfte der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte verfügt über einen entsprechenden Ausweis, während der Anteil in der Gesamtbevölkerung unverändert bei 12 Prozent liegt. Interessanterweise werden die Medizinerinnen und Mediziner, die selbst einen Organspendeausweis haben, auch häufiger auf dieses Thema hin angesprochen.

Bereitschaft der Ärzteschaft, Aufklärungsaufgaben zu übernehmen

Innerhalb der Ärzteschaft zeigt sich eine hohe Bereitschaft, als Ansprechpartner für dieses Thema tätig zu sein. Fast alle signalisieren Interesse, in ihren Praxen Informationsmaterial anzubieten. 89 Prozent sind bereit, als Ansprechpartner für persönliche Fragen und Unsicherheiten in Zusammenhang mit diesem Thema zur Verfügung zu stehen. 88 Prozent der Befragten sehen sich in der Lage, medizinische Fragen zu beantworten und 80 Prozent halten es für möglich, ihre Patienten zu einer eigenen Entscheidungsfindung zu motivieren. Zwei Drittel der befragten Ärzte haben bereits in den vergangenen Jahren Organspendeausweise und teilweise auch Informationsbroschüren in ihren Praxen bereitgestellt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird deshalb auch in diesem Jahr wieder Arztpraxen anschreiben und sie über die Informationsmedien und Bestellmöglichkeiten informieren. „Die große Bereitschaft der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die Aufklärung zur Organspende zu ihrem eigenen Anliegen zu machen, ist für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine große Unterstützung. Damit bekräftigen sie die gemeinsame Verantwortung in dieser wichtigen Aufgabe“, erklärt die Direktorin Dr. Elisabeth Pott. „Ich freue mich, dass wir mit unserer Aufklärungsaufgabe auf das hohe Interesse und die aktive Mitarbeit der deutschen Ärzteschaft bauen können. Alle Patientinnen und Patienten bitte ich deshalb, das Informationsangebot zu nutzen und sich mit Ihren Fragen, Ängsten und Unsicherheiten an den Arzt Ihres Vertrauens zu wenden“, so Dr. Pott weiter. [file 1]

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung präsentiert Ergebnisse der Repräsentativbefragung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zur Organspende