Was Sie zum Organspendeausweis wissen sollten

Welche Möglichkeiten der Organspendeausweis bietet, wie man ihn richtig ausfüllt und welche Alternativen es gibt – auf dieser Seite finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen dazu, wie man seine Einstellung zur Organspende festhält. Nicht welche Entscheidung Sie im Organspendeausweis notieren, sondern dass Sie eine treffen, ist wichtig. Sie haben die Wahl – immer. Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende können Sie jederzeit ändern. Wie das geht und was zu beachten ist, erfahren Sie im Folgenden:

Welchen Sinn hat der Organspendeausweis?

Eine Organ- und Gewebespende ist theoretisch möglich, wenn der unumkehrbare Hirnfunktionsausfall („Hirntod“) eingetreten ist. In diesem Fall kann sich Ärztinnen und Ärzten die Frage stellen, ob die Organe des Verstorbenen zu Spenderorganen werden dürfen oder nicht. Für diesen Fall ist es wichtig, sich zu Lebzeiten mit dem Thema Organ- und Gewebespende zu beschäftigen, um zu einer persönlichen Entscheidung zu gelangen. 

Wer die eigene Entscheidung in einem Organspendeausweis festhält, schafft Klarheit und erspart seinen Angehörigen unter Umständen eine große Belastung: Denn wurde die Entscheidung für oder gegen einen Organ- und Gewebespende zu Lebzeiten nicht getroffen oder nicht dokumentiert, bleibt sie den Angehörigen überlassen. Kennen diese den Willen der verstorbenen Person nicht, ist es schwer, in ihrem Sinne zu entscheiden.

Was steht im Organspendeausweis?

Wer einen Organspendeausweis ausfüllt, kann als verschiedenen Optionen wählen. Sie können

• Ihr Einverständnis zur Organ- und Gewebespende generell erteilen
• Ihr Einverständnis zur Organ- und Gewebespende auf bestimmte Organe oder Gewebe beschränken
• bestimmte Organe von Ihrem Einverständnis zur Organ- und Gewebespende ausnehmen
• einer Organ- und Gewebespende widersprechen
• oder die Entscheidung einer namentlich zu benennenden Person überlassen. In diesem Fall informieren Sie diese Person bitte hierüber.

In der Zeile "Anmerkungen/Besondere Hinweise" kann eine Person benannt werden, die im Todesfall benachrichtigt werden soll. Zudem ist es ist hilfreich, Vorerkrankungen oder Allergien in diesem Feld zu dokumentieren. Auch für weitere Anmerkungen ist dieses Feld der richtige Ort.

Wichtig ist zudem, dass sich der Organspendeausweis über die korrekte Angabe von Name, Anschrift und Geburtsdatum eindeutig zuordnen lässt.

Unser Schaubild (PDF-Dokument 1,6 MB) liefert weitere Informationen und hilft Ihnen dabei, den Organspendeausweis richtig auszufüllen.

Gibt es Alternativen zum Organspendeausweis?

Ein weiterer Weg, die Entscheidung zu dokumentieren, ist eine Patientenverfügung. Organspende kann man auch darin thematisieren, das heißt die eigene Entscheidung für oder gegen eine Spende festlegen. Was Sie hierbei beachten müssen, erfahren Sie in der Broschüre des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sowie hier.

Es ist ebenfalls möglich, die Erklärung auf einem Bogen Papier formlos festzuhalten.

Nutzlos als Ersatz für einen Organspendeausweis hingegen ist eine testamentarische Erklärung, da ein Testament zu einem Zeitpunkt eröffnet wird, an dem es für eine Entnahme der Spenderorgane zu spät ist.

Ist die im Organspendeausweis getroffene Entscheidung verbindlich?

Sobald der Organspendeausweis unterschrieben ist, ist er verbindlich. Die Entscheidung wird aber nicht registriert. Niemand muss fürchten, sich endgültig festzulegen. Wer die eigene Einstellung zur Organ- und Gewebespende ändert, muss lediglich die alte Erklärung vernichten. Auf einem neuen Ausweis kann die geänderte Einstellung festgehalten werden.

Was passiert mit meinen Daten im Organspendeausweis?

Organspendeausweise und die darauf angegebenen Daten werden an keiner offiziellen Stelle registriert oder hinterlegt. Sie dienen allein für den Fall, dass in einem Todesfall eine Organspende infrage kommt. Gültig ist der Organspendeausweis nur mit Unterschrift.

Ab welchem Alter kann ich einen Ausweis haben?

Schon Minderjährige können sich einen Organspendeausweis anlegen: Das Transplantationsgesetz erlaubt Jugendlichen ab dem 16. Geburtstag, ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende zu erklären. Bereits ab einem Mindestalter von 14 Lebensjahren kann man einer Organ- und Gewebeentnahme widersprechen.

Eine obere Altersgrenze für eine Organspende gibt es nicht. Entscheidend ist der Zustand der Organe, nicht das Alter des Spenders oder der Spenderin. Bei Gewebespenden gibt es Altersbegrenzungen: Sehnen und Bänder kann man bis zum 65 Lebensjahr und Haut bis zum 75. Jahren spenden. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier.

Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet kostenlose Organspendeausweise in analoger und digitaler Form. Hier können Sie Ihren Organspendeausweis online ausfüllen und ausdrucken. Oder Sie bestellen ihn und wir senden ihn Ihnen per Post zu.

Zudem sind Organspendeausweise kostenlos in vielen Arztpraxen und Apotheken erhältlich.

Krankenkassen und Krankenversicherungsunternehmen sind in Deutschland dazu verpflichtet, ihre versicherten Personen über das Thema Organ- und Gewebespende zu informieren und Spenderausweise auszuhändigen. Außerdem sollen die Pass- und Meldeämter Organspendeausweise mit den Ausweispapieren ausgeben.

Wo sollte ich den Ausweis aufbewahren?

Es ist ratsam, den Organspendeausweis bei sich zu tragen, zum Beispiel im Portemonnaie bei ihren Personalpapieren. Dort wird er im Notfall am ehesten gefunden.

Wer sollte über meinen Ausweis Bescheid wissen?

Informieren Sie Ihre Familie beziehungsweise Vertrauenspersonen über Ihre persönliche Entscheidung und über Ihren Organspendeausweis. Liegt kein Ausweis vor oder wird er nicht gefunden, werden die Angehörige im Fall eines Hirntodes nach einer  Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende gefragt. Wenn Sie diesen Personen zu Lebzeiten von Ihrer persönlichen Entscheidung und Ihrem Spenderausweis erzählen, ersparen Sie ihnen im Ernstfall eine zusätzliche Belastung.

Gilt der Organspendeausweis auch im Ausland?

Zwar gelten in verschiedenen Ländern unterschiedliche gesetzliche Bestimmungen zur Organ- und Gewebespende. Dennoch ist es ratsam, vor einer Reise einen ausgefüllten Organspendeausweis zu den Ausweispapieren zu legen und mit den nächsten Angehörigen oder Mitreisenden darüber zu sprechen. Der ausgefüllte Organspendeausweis aus Deutschland hat auch in anderen Ländern Gültigkeit.

Damit die persönliche Entscheidung auch im fremdsprachigen Ausland verstanden und beachtet wird, gibt es den Organspendeausweis außer in deutscher auch in 27 weiteren Sprachen zum Herunterladen und Ausdrucken.

Was passiert, wenn sich meine persönlichen Daten ändern (beispielsweise durch Heirat oder Umzug) oder ich meinen Organspendeausweis verliere?

Genau wie bei der Änderung der Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende gilt in diesen Fällen: Den Organspendeausweis kann man einfach aktualisieren, indem man einen neuen ausfüllt. Hier können Sie Ihren Ausweis online ausfüllen und ausdrucken oder bestellen ihn.

Infomaterialien

Hier finden Sie eine Übersicht aller verfügbaren Informationsmaterialien zum Thema Organ- und Gewebespende.

Infotelefon Organspende

Das gebührenfreie Infotelefon bietet die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch von einem geschulten Team Informationen und Antworten auf Fragen zur Organspende zu bekommen.