Die postmortale Organspende

Bei einer postmortalen Organspende stellen verstorbene Spenderinnen oder Spender ihre Organe nach dem Tod für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Diese Form der Organspende ist die wichtigste und häufigste in Deutschland. Damit eine Spende möglich ist, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein – vor allem die zweifelsfreie Feststellung des Todes und eine Zustimmung zur Organspende.

Kurz gefasst
  • Bei der postmortalen Organspende werden Organe nach dem Tod gespendet.
  • Voraussetzung ist der nachgewiesene Hirntod und die Zustimmung der Spenderin oder des Spenders.
  • Gespendet werden können Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Darm.
  • Alle Schritte – von der Todesfeststellung bis zur Transplantation – sind gesetzlich geregelt.

Voraussetzungen für eine Organspende

Damit eine Organspende nach dem Tod möglich ist, müssen zwei grundlegende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Zustimmung zur Organspende muss vorliegen.
  • Der Tod der spendenden Person muss zweifelsfrei nachgewiesen sein – medizinisch über die Feststellung des Hirntods.

Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, darf eine Organentnahme erfolgen.

Eine Gruppe junger Menschen sitzt an einem Tisch. Ein Mann steht und erklärt etwas. Die anderen hören ihm interessiert zu und lächeln.
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Voraussetzungen

Wichtige Voraussetzungen für eine Organspende sind Zustimmung zur Spende und Todesfeststellung

Zustimmung zur Organspende

In Deutschland gilt die sogenannte Entscheidungslösung: Organe dürfen nur dann entnommen werden, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt hat oder die Angehörigen dies nach dem Tod bejahen. Eine Zustimmung kann auf verschiedene Weise dokumentiert werden, wie etwa:

Der Hirntod

Der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen, kurz Hirntod, ist die zentrale medizinische Voraussetzung für eine Organspende. Er gehört, wie die Leichenstarre und Leichenflecken, zu den sicheren Todeszeichen. Liegt der Hirntod vor, so ist der Tod der Person nachgewiesen. 

Hirntod bedeutet: Das Gehirn hat alle seine Funktionen vollständig und dauerhaft verloren. Damit ist das Leben beendet. Organe können trotzdem weiterhin durchblutet bleiben, wenn das Herz-Kreislauf-System in einer Intensivstation künstlich aufrechterhalten wird. So können sie für eine begrenzte Zeit transplantiert werden.

Ein Arzt betrachtet die grafische Ansicht eines Gehirns auf einem Tablet. Vor ihm auf dem Tisch liegen Akten.
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Hirntod

Der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) ist Voraussetzung zur Organspende

Transplantierbare Organe in Deutschland

Nicht alle Organe des Menschen können in Deutschland nach dem Tod gespendet werden. Möglich sind folgende Organe: Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Diese werden schwer erkrankten Menschen transplantiert, wenn keine andere Behandlung mehr hilft.

Schon gewusst?

Auch Gewebe wie Haut, Hornhaut, Herzklappen oder Blutgefäße können gespendet und transplantiert werden – oft noch Stunden nach Eintritt des Todes. Erfahren Sie hier mehr über die Gewebespende.

Ein Mann sitzt in einem Sprechzimmer einer Arztpraxis. Ihm gegenüber sitzt eine Ärztin und hört ihm aufmerksam zu. An der Wand hängen Poster, die das Innere des Menschen zeigen, auf dem Computerbildschirm der Ärztin ist ein Röntgenbild zu sehen.
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Transplantierbare Organe

Welche Organe gespendet und transplantiert werden können, ist gesetzlich streng geregelt

Ablauf einer postmortalen Organspende

Eine Organspende ist ein medizinisch und organisatorisch hochkomplexer Prozess, bei dem viele Beteiligte eng zusammenarbeiten – von Ärztinnen und Ärzten über Pflegepersonal bis zu Transplantationszentren und Transportteams. Nachdem zunächst die Voraussetzungen für eine Organspende geklärt wurden, geht es zur Entnahme, der Vermittlung und schließlich der Transplantation eines Organs.

Ein Arzt schreibt etwas auf einen Diagnosebogen.
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Ablauf

Für den Ablauf einer Organspende arbeiten viele Akteure eng zusammen

Schon gewusst?

Zwischen Organentnahme und der Transplantation werden die Spenderorgane nicht mehr durchblutet. Jede Minute zählt, um die Funktion des Spenderorgans zu erhalten. Gekühlt und mit einer konservierenden Lösung durchspült werden die Organe so schnell wie möglich zu der Empfängerin oder dem Empfänger transportiert. Dabei sind die verschiedenen Organe unterschiedlich empfindlich: So muss ein Herz innerhalb von 4 Stunden transplantiert werden, während die Niere am unempfindlichsten ist. Sie muss innerhalb von 24 Stunden transplantiert werden.

Schulmaterialien

Die Aufklärung über Organspende bereits im Klassenzimmer. Unsere Unterrichtsmaterialien bieten Lehrerinnen und Lehrern fundierte, altersgerechte Inhalte zur Organspende – von medizinischen Grundlagen bis zu ethischen Fragestellungen. Besonders Lehrerinnen und Lehrer sind dazu eingeladen, unsere Materialien im Unterricht zu nutzen.