Die Lebertransplantation

Menschliche Silhouette, in der die Leber gekennzeichnet ist. Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Organismus. Wenn ihre Funktion gestört ist, wird der Körper mit Giftstoffen überschwemmt und lebenswichtige Stoffe, wie Blutgerinnungsfaktoren, werden nicht mehr gebildet. Fällt die Leber komplett aus, tritt kurze Zeit später der Tod ein.

Lebertransplantation – Zahlen und Fakten

Bei einem akuten Leberversagen oder chronischen Lebererkrankungen im fortgeschrittenen Stadium ist die Transplantation einer Spenderleber häufig die letzte Behandlungsmöglichkeit. So genannte Leberdialyseverfahren können die Entgiftungsfunktion der Leber zwar für eine gewisse Zeit übernehmen, doch ersetzen sie viele andere Funktionen der Leber nicht.

In Deutschland werden jährlich fast 900 Lebertransplantationen vorgenommen, davon 60 Teilleber-Lebendspenden. Etwa 1.200 Patientinnen und Patienten warten derzeit auf eine Lebertransplantation. Weitere Statistiken zur Organ- und Gewebespende finden Sie in der Infothek.

Verbesserte Operationstechniken und Fortschritte in der Immuntherapie tragen dazu bei, dass die Erfolgsaussichten einer Lebertransplantation steigen.

Gründe für eine Lebertransplantation

Die Leber ist ein regenerationsfähiges Organ und Lebergewebe kann sich nach einer Schädigung neubilden. Eine Erkrankung kann aber so schwerwiegend sein, dass sie nicht mit Medikamenten geheilt werden und sich das Lebergewebe nicht erholen kann. Häufig werden Lebererkrankungen erst spät bemerkt, da die Leber Funktionsverluste zunächst selbst ausgleichen kann. So treten in einem frühen Krankheitsstadium eher unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Appetitverlust oder Konzentrationsstörungen auf. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium mehren sich die Beschwerden deutlich.

Personen werden auf die Warteliste für eine Lebertransplantation aufgenommen, wenn eine nicht regenerationsfähige, fortschreitende Erkrankung der Leber vorliegt, die lebensbedrohlich ist und es keine Behandlungsalternativen gibt. Unterschiedliche Diagnosen können zu einer Aufnahme auf die Warteliste für eine Lebertransplantation führen. Dazu zählen:

  • Leberzirrhose und –fibrose
  • Alkoholische Leberkrankheit
  • Krebserkrankungen

Erfahren Sie mehr zu den Richtlinien für die Wartelistenführung und Organvermittlung zur Lebertransplantation der Bundesärztekammer.

Die Split-Lebertransplantation

Bei einer postmortalen Organspende kann die Leber vollständig verpflanzt oder zuvor geteilt werden (Split-Leber). Bei einer Split-Lebertransplantation wird das Organ eines verstorbenen Spenders in zwei Teile geteilt, die jeweils einem Empfänger transplantiert werden.

Die Teilleber-Lebendspende

Die Leber besteht aus zwei Leberlappen und kann sich innerhalb kurzer Zeit regenerieren. Aus diesem Grund kann bereits zu Lebzeiten ein Teil der Leber gespendet werden. Da eine Teilleber-Lebendspende für den Lebendorganspender mit einem gewissen Risiko verbunden ist, ist sie nur unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlich erlaubt. So muss die Patientin oder der Patient bereits auf der Warteliste für eine Lebertransplantation geführt sein und es muss ein enges persönliches Verhältnis zur Spenderin oder zum Spender bestehen. Der Schutz der Lebendorganspenderin oder des -spenders steht immer im Vordergrund.

Da bei einer Lebendorganspende der Zeitpunkt der Transplantation optimal geplant werden kann und die Zeit, in der das Spenderorgan nicht durchblutet wird (Ischämiezeit) sehr gering bleibt, sind die Ergebnisse einer Teilleber-Lebendspende gut.

Bild einer Broschüre, mit bunter Schrift und Kacheln. Aufschrift Lebend-Organspende.Weiterführende Informationen zum Thema Lebendspende sowie Erfahrungsberichte Lebertransplantierter finden Sie hier:

Aufgaben der Leber

Die Leber ist mit etwa 1,5 Kilogramm das größte innere Organ des Menschen. Aufgrund ihrer starken Durchblutung mit ungefähr 1,5 Litern pro Minute ist die Leber dunkelrot-bräunlich gefärbt. In der Leber finden unterschiedliche Stoffwechsel-, Speicher- und Syntheseprozesse statt:

  • Bildung und Ausscheidung der Galle
  • Bildung verschiedener Enzyme und Faktoren für die Blutgerinnung
  • Speicherung von Glykogen, Spurenelementen, Fett und Vitaminen
  • Regulation des Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsels
  • Abbau und Entgiftung (zum Beispiel von Medikamenten)
  • Blutbildung beim Fötus bis zum 7. Schwangerschaftsmonat

Links im Internet:

Stiftung Eurotransplant, Hintergrundinformationen und Statistiken zur Organtransplantation im Eurotransplant-Verbund.
Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Hintergrundinformationen und Statistiken zur Organtransplantation in Deutschland.
Bundesärztekammer, Richtlinien für Wartelistenführung und Organvermittlung.
Lebertransplantierter Deutschland e.V., Homepage über Lebererkrankungen, Lebertransplantation und das Leben danach.