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Bei der Leberlebendspende wird nur ein Teilstück der Leber entnommen

Lesedauer: 3 Minuten
Kurz gefasst

Bei der Leberlebendspende wird ein Teilstück der Leber transplantiert. Das übrige Leberstück verbleibt im Körper der Spenderin oder des Spenders und wächst nach der Spende nahezu wieder auf die Ausgangsgröße an. Das entnommene Leberteilstück wird auf die Empfängerin oder den Empfänger übertragen und übernimmt die Aufgaben der erkrankten Leber.

Leberlebendspende – Zahlen und Fakten

In Deutschland warten zurzeit etwa 1.000 Menschen auf eine Lebertransplantation. Jährlich werden um die 800 Lebern transplantiert. Rund 50 dieser Spenderlebern stammen aus einer Lebendorganspende. Das heißt, von 100 transplantierten Lebern stammen etwa sieben aus einer Lebendorganspende. Dabei wird der Spenderin oder dem Spender ein Teil der Leber entnommen. Das Leberteilstück wird danach transplantiert.

Durch verbesserte Operationstechniken und Fortschritte in der medizinischen Behandlung steigen die Erfolgsaussichten einer Lebertransplantation an. Von 100 transplantierten Lebern, die lebend gespendet wurden, funktionieren ein Jahr nach der Operation noch etwa 75. Nach fünf Jahren arbeiten noch mehr als 55 der Spenderorgane.

Ablauf der Leberlebendspende

Der Prozess der Lebendorganspende beginnt schon lange vor der eigentlichen Entnahmeoperation. Vor der eigentlichen Transplantation müssen die Voraussetzungen geklärt werden. Dann finden Entnahmeoperation und Transplantation statt. Die Zeit nach der Transplantation ist von Nachsorgeuntersuchungen geprägt.

Vor der Transplantation

  • Die Empfängerin oder der Empfänger muss auf der Warteliste für eine postmortal gespendete Leber stehen.
  • Die Spenderin oder der Spender muss alle Voraussetzungen für eine Lebendorganspende erfüllen.
  • Vor der Entnahme des Leberteilstücks wird der Zustand des Organs medizinisch überprüft.
  • In psychologischen Einzelgesprächen wird die Motivation der Spenderin oder des Spenders und der Empfängerin oder des Empfängers geklärt.
  • Die Lebendspendekommission des Krankenhauses erstellt eine Empfehlung zur Lebendorganspende.

Die Transplantation

  • Unmittelbar nachdem der Teil der Leber entnommen wurde, wird er auf die Empfängerin oder den Empfänger übertragen.
  • Die Entnahmeoperation und die Transplantation auf die Empfängerin oder den Empfänger finden etwa zeitgleich und im selben Krankenhaus statt.

Nach der Transplantation

  • Nach der Transplantation bleibt die Spenderin oder der Spender in der Regel ein bis zwei Wochen im Krankenhaus.
  • Beide Seiten gehen in regelmäßigen Abständen zu medizinischen Nachsorgeuntersuchungen.

Die Spenderin oder der Spender

Generell gilt, dass die Spenderin oder der Spender gesund sein muss. Leber, Herz und Gefäße sollten normal funktionieren. Bluthochdruck und abweichende Blutzuckerwerte sind Gründe, die gegen eine Spende sprechen können.

Für eine Leberlebendspende liegt die Altersgrenze zwischen 18 und 60 Jahren.

Risiken einer Leberlebendspende für die Spenderin oder den Spender

Wie bei jeder Operation können auch bei einer Leberlebendspende Komplikationen auftreten. Dazu zählen vor allem:

  • Wundheilungsstörungen und Temperaturerhöhungen,
  • vorübergehendes Leberversagen,
  • Absterben (Nekrose) des Lebergewebes an der Schnittstelle,
  • Entzündungen des Gallensystems,
  • Verletzung der Gallengänge (Gallenleck).

Bei der Leberlebendspende wird nur ein Teil des Lebergewebes transplantiert

Es wird nur so viel Lebergewebe entfernt, dass die Transplantation hohe Erfolgsaussichten hat. Gleichzeitig verbleibt so viel Lebergewebe bei der Spenderin oder beim Spender, dass keine dauerhafte Beeinträchtigung der Gesundheit zu erwarten ist.

Der Schutz der spendenden Person steht immer im Vordergrund. Bei erwachsenen Spenderinnen und Spendern werden etwa 60 Prozent der Leber entnommen. Auf Kinder wird häufig ein Teil des etwas kleineren linken Leberlappens übertragen. Auf Jugendliche wird der gesamte linke Leberlappen und auf Erwachsene der rechte Leberlappen übertragen.

Wichtig ist das Verhältnis des zu transplantierenden Lebergewebes und des Körpergewichtes der Empfängerin oder des Empfängers. Für eine Empfängerin oder einen Empfänger mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm sollte das Transplantat mindestens ein Gewicht von 700 Gramm haben. Aus diesem Grund sollte die Spenderin oder der Spender nicht wesentlich kleiner und leichter sein als die Empfängerin oder der Empfänger.

Nach der Spende wächst die verbleibende Leber nahezu auf Ausgangsgröße wieder nach. Das Gleiche gilt auch für das transplantierte Leberteilstück.