Das Transplantationsgesetz

In Deutschland sind die Organ- und Gewebespende und Organ- und Gewebetransplantation durch das Transplantationsgesetz (TPG) streng geregelt. Es legt genau fest, wie Spende, Entnahme und Übertragung menschlicher Organe und Gewebe ablaufen muss. Das Transplantationsgesetzt benennt verschiedene Maßnahmen und Kontrollinstanzen, die das System der Organ- und Gewebespende schützen und für die Bevölkerung transparenter gestalten. An dieser Stelle finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte des TPGs:

Entscheidung für oder gegen die Organ- und Gewebespende

Organisation der Organ- und Gewebespende

  • Transplantationen lebenswichtiger Organe wie Herzen, Lebern oder Nieren dürfen nur in dafür zugelassenen Transplantationszentren vorgenommen werden.
  • Die Bereiche Organentnahme, Organvermittlung und Organtransplantation sind organisatorisch und personell voneinander zu trennen. Lesen Sie mehr zu dem Verlauf einer Organspende.
  • Die Organspende hat Vorrang gegenüber der Gewebespende. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Entnahme vermittlungspflichtiger Organe durch eine Gewebeentnahme beeinträchtigt oder gar unmöglich wird.
  • Für die Übertragung vermittlungspflichtiger Organe müssen die Transplantationszentren Wartelisten führen. Die Spenderorgane sind nach speziellen Regeln, die dem neusten Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen, an geeignete Patientinnen und Patienten zu vermitteln.
  • Unabhängige Transplantationsbeauftragte in den Entnahmekrankenhäusern legen Handlungsabläufe der Organspende fest und informieren das medizinische Personal regelmäßig über Organspende.  Außerdem begleiten sie Angehörige von Organspenderinnen und -spendern in angemessener Weise.

Voraussetzung der Organ- und Gewebespende

  • Organe und Gewebe dürfen, abgesehen von einer Lebendorganspende, erst entnommen werden, nachdem der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) der Spenderin oder des Spenders festgestellt wurde.
  • Den Hirntod müssen zwei erfahrene Ärztinnen oder Ärzte unabhängig voneinander feststellen und das Ergebnis ihrer Untersuchungen schriftlich, entsprechend einer Richtlinie der Bundesärztekammer, dokumentieren.
  • Die Lebendorganspende ist nur zugunsten eines Verwandten ersten oder zweiten Grades, Ehepartners, Verlobten oder einer der Spenderin oder dem Spender nahe stehenden Person möglich.

Sicherheit der Organ- und Gewebespende

  • Die unrichtige Erhebung, Dokumentation und Übermittlung  von Patientendaten in der Absicht, Patienten auf der Warteliste zu bevorzugen, sind strafbar.
  • Handel mit Organen oder Geweben zur Transplantation sowie das Übertragen und das Sich-Übertragenlassen gehandelter Organe und Gewebe stehen unter Strafe.
  • Interdisziplinäre Transplantationskonferenzen innerhalb der Transplantationszentren stellen sicher, dass Laborwerte der Patientinnen und Patienten nicht manipuliert werden können.
  • Eine Prüfungs- und Überwachungskommission (PÜK) überprüft alle Transplantationszentren in Deutschland. Darüber hinaus überprüft die Kommission auch die Koordinierungsstelle für Organ- und Gewebespende, die Vermittlungsentscheidungen der Stiftung Eurotransplant und die Entnahmekrankenhäuser. Mögliche Verstöße gegen das Transplantationsgesetz meldet die Prüfungs- und Überwachungskommission an die zuständigen Behörden der Länder.
  • Die Vertrauensstelle Transplantationsmedizin nimmt Hinweise über Unregelmäßigkeiten im Bereich der Organ- und Gewebespende entgegen und versucht diese zusammen mit der PÜK zu klären. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich an die Vertrauensstelle wenden:

Vertrauensstelle Transplantationsmedizin
Bundesärztekammer
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin

vertrauensstelle_transplantationsmedizin@baek.de

  • Ein Transplantationsregister führt die medizinischen Daten der Spenderinnen und Spender mit den Empfängerinnen und Empfängern zusammen. Lesen Sie mehr zum Transplantationsregister

Den gesamten Gesetzestext des TPG finden Sie hier: Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Gewebe (TPG)