Die Transplantation von Knochen und Weichteilgewebe

Lesedauer: 2 Minuten

Knochen- und Weichteilgewebe wie Sehnen und Bänder sind essenziell für Stabilität, Bewegung und Belastbarkeit des menschlichen Körpers. Werden sie durch Verletzungen, Entzündungen oder Tumore geschädigt, kann eine Transplantation die Funktion des Bewegungsapparats wiederherstellen und in manchen Fällen sogar eine Amputation verhindern.

Piktogramm Knochen Weichteilgewebe Kurz gefasst
Piktogramm Knochen Weichteilgewebe
  • Knochengewebe stabilisiert den Körper, schützt Organe und ermöglicht Bewegung.
  • Knochentransplantationen ersetzen fehlendes Gewebe, füllen Defekte auf und unterstützen die Heilung geschädigter Knochen.
  • Sehnen- und Bändertransplantationen stellen Beweglichkeit wieder her und verhindern Gelenkversteifungen.
  • Die Heilungsdauer variiert je nach Defekt, Gewebeart und individueller Belastung. Häufig liegt sie bei mehreren Monaten.

Was sind die Aufgaben von Knochen und Weichteilgewebe?

Knochen sind – nach den Zähnen – das zweithärteste Körpergewebe. Ihre zentralen Aufgaben umfassen:

  • Stabilität und Schutz: Sie stützen den Körper und schützen lebenswichtige Organe.
  • Bewegung: Als Teil des Bewegungsapparats arbeiten sie eng mit Sehnen, Muskeln und Gelenken zusammen.
  • Speicherfunktion: Knochen speichern wichtige Mineralstoffe wie Kalzium.
  • Blutbildung: Im Knochenmark entsteht ein Großteil der Blutzellen.

Weichteilgewebe (Sehnen und Bänder) verbinden Muskeln und Knochen. Sie stabilisieren Gelenke und ermöglichen präzise Bewegungsabläufe.

Gründe für eine Knochentransplantation

Knochen können, obwohl sie so hart und stabil erscheinen, Schaden nehmen – zum Beispiel durch Unfälle, Entzündungen oder Tumore. Transplantationen ersetzen fehlende Knochenteile oder füllen Lücken auf. Bei einigen Patientinnen und Patienten kann die Transplantation von Knochen unter Umständen auch eine Amputation verhindern.

Woher stammen Knochenspenden?

  • Postmortale Spende: Bei einer Knochenspende von einer verstorbenen Person können die langen Röhrenknochen der Arme und Beine, Teile des Beckens (Beckenkamm), Rippenknorpel und ganze Gelenke entnommen werden. Der entnommene Knochen wird durch eine passgenaue Prothese ersetzt und ist äußerlich nicht zu erkennen.
  • Lebendgewebespende: Knochenspenden stammen vonMenschen, die eine Hüftgelenksoperation erhalten haben. Während der Operation wird der verschlissene Gelenkkopf des Oberschenkelknochens entnommen und durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Das entnommene Knochengewebe wird dann zur Transplantation genutzt. 

Gründe für die Transplantation von Weichteilgeweben

Weichteilgewebe, wie Sehnen und Bänder, ist für eine gute Gelenkfunktion unerlässlich. Wird es geschädigt, drohen Instabilität, Bewegungseinschränkungen oder Gelenkversteifungen. Eine Transplantation kann die Beweglichkeit vollständig oder teilweise zurückbringen.

Woher stammen die Gewebe?

  • Aus postmortalen Spenden
  • Aus Eigengewebespenden (autologen Spenden). Hierbei wird das Gewebe aus dem eigenen Körper entnommen und an eine andere Stelle verpflanzt.