Im Jahr 2025 haben in Deutschland insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet – 32 mehr als 2024. Das entspricht 11,8 Organspenderinnen und Organspendern pro Million Einwohner. Mit dieser moderaten Steigerung um 3,4 Prozent erreicht die Organspende in Deutschland den höchsten Stand seit 2012. Zugleich bleibt festzuhalten: Die Zahl der Spenderorgane reicht weiterhin nicht aus, um allen Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3.020 Spenderorgane entnommen:
- 1.495 Nieren
- 823 Lebern
- 315 Herzen
- 308 Lungen
- 76 Bauchspeicheldrüsen
- 3 Därme
In den 43 deutschen Transplantationszentren wurden 2025 insgesamt 3.256 Organe nach postmortaler Spende aus Deutschland und dem Eurotransplant-Verbund übertragen (2024: 3.013). 3.150 Patientinnen und Patienten konnte durch die Transplantation so geholfen werden. Gleichzeitig warteten Ende des vergangenen Jahres weiterhin 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan.
Der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. med. Axel Rahmel, ordnet die Entwicklung ein: „Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal. Gleichzeitig reicht dieses Niveau noch nicht aus, um den Bedarf zu decken. Der Mangel an Spenderorganen besteht weiterhin."
Hohes Alter spricht nicht gegen eine Organspende
Die DSO weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine feste Altersgrenze für die Organspende gibt: „Nicht das kalendarische Alter ist entscheidend, sondern die Funktionsfähigkeit der Organe. Auch im hohen Lebensalter ist eine Organspende möglich", betont Rahmel. Die bislang älteste Organspenderin in Deutschland war 98 Jahre alt; ihre Leber konnte erfolgreich transplantiert werden. Der Altersmedian der Organspenderinnen und Organspender lag 2025 bei 59 Jahren.
Maschinenperfusion soll Nutzung von Spenderorganen verbessern
Ab dem 19. Januar 2026 tritt in Deutschland eine neue Richtlinie der Bundesärztekammer zur Nierentransplantation in Kraft. Diese sieht den grundsätzlichen Einsatz der Maschinenperfusion bei Nieren von Spendern mit erweiterten Spenderkriterien vor. Bei diesem Verfahren wird die entnommene Spenderniere außerhalb des Körpers kontinuierlich mit einer Konservierungslösung durchspült. Dies ermöglicht eine schonendere Konservierung und erhöht die Chancen, dass mehr Organe erfolgreich transplantiert werden können.