Organspende und Jugendliche

04.06.2003
Organspende für Jugendliche aktuelles Thema

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt zum Tag der Organspende am kommenden Samstag neueste Ergebnisse der bundesweiten Repräsentativbefragung bei Jugendlichen vor

Erstmalig hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Repräsentativerhebung zur „Einstellung Jugendlicher zum Thema Organspende“ durchführen lassen. Bereits bei den bisherigen Untersuchungen der BZgA innerhalb der Allgemeinbevölkerung zeichnete sich eine hohe Akzeptanz zur Organspende bei jungen Menschen ab. Da allerdings aufgrund der geringen Fallzahl innerhalb der Gesamtstichprobe keine repräsentativen Aussagen zu Jugendlichen möglich waren, erfolgte im April 2003 eine spezielle Untersuchung der 14- bis 24-jährigen.
Ergebnisse der Repräsentativerhebung
Die Ergebnisse lassen ein deutliches Interesse junger Menschen an diesem Thema erkennen. 68 Prozent der befragten Jugendlichen wären mit einer Organentnahme im Falle eines Todes einverstanden, Mädchen und junge Frauen mehr als junge Männer (72 Prozent weiblich, 64 Prozent männlich). Je höher der Schulabschluss, desto größer ist ebenfalls die positive Einstellung zur Organspende (59 Prozent Hauptschule, 66 Prozent Mittlere Reife, 71 Prozent Abitur/Studium). Die Bereitschaft zur Organspende ist besonders hoch bei den Jugendlichen, die sich bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben und sogar noch höher als in der Allgemeinbevölkerung (85 Prozent der Jugendlichen, 77 Prozent der Allgemeinbevölkerung).

11 Prozent der Befragten (12 Prozent der Allgemeinbevölkerung) verfügen über einen Organspendeausweis. Mit höherem Schulabschluss und zunehmendem Alter steigt der Anteil derjenigen, die einen Spendeausweis besitzen (16 Prozent mit Abitur/Studium, 20 Prozent bei den 22 bis 24Jährigen).

Die Hälfte der Befragten (49 Prozent) kennt die Einstellung von Angehörigen und Freunden zur Organspende. Da die Angehörigen eines Verstorbenen in einer psychisch belastenden Situation nach dem mutmaßlichen Willen gefragt werden – sofern der Verstorbene seinen Willen nicht dokumentiert hat – ist die Kenntnis der Einstellung eine große Entlastung innerhalb der Familie.

Als Informationsquellen zum Thema Organspende nennen Jugendliche an erster Stelle das Internet (22 Prozent). Auf die Frage, über welche Medien sie sich weitere Informationen zum Thema Organspende wünschen, geben die jungen Menschen sogar zu 48 Prozent das Internet an. Es folgen Zeitungen/Zeitschriften (37 Prozent), Schulunterricht (36 Prozent), Fernseh- und Radiospots (36 Prozent) und Broschüren (33 Prozent). Während alle Altersstufen ein besonderes Interesse an Informationen über das Internet zeigen, sind die 14- bis 17-Jährigen verstärkt an einer Wissensvermittlung über den Schulunterricht interessiert.

„Die Studienergebnisse zeigen eine große Bereitschaft bei jungen Menschen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Und sie zeigen generell eine positive Einstellung. Ich freue mich über diese Entwicklung ganz besonders, zumal Jugendliche im Hinblick auf die weitere Entwicklung eine wichtige gesellschaftliche Gruppe sind“, erklärt Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Viele junge Menschen setzen sich mit großem Interesse, mit dem nötigen Ernst aber auch mit Offenheit und Aufgeschlossenheit mit dem Thema Organspende auseinander. Sie dienen damit auch als Multiplikatoren innerhalb ihrer Familie, ihrer Freunde und Bekannten. Wir sind deshalb auch gefordert, jugendgerechte Informationen und Medien bereitzustellen.“

Die Ergebnisse der Repräsentativbefragung „Einstellung Jugendlicher zum Thema Organspende“ stehen im Internet unter www.bzga.de (weiter unter Studien/Untersuchungen) zum Downloaden bereit.