Die Elite des Sports an der Seite der BZgA

30.05.2001
Die Elite des Sports an der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Verein Sportler für Organspende kooperieren mit dem Ziel, Organspendebereitschaft in Deutschland zu erhöhen

Zum diesjährigen Tag der Organspende am 2. Juni 2001 startet die neue Kooperation zwischen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Verein Sportler für Organspende (VSO), in dem sich u.a. mehr als vierzig deutsche Weltmeister und Olympiasieger zusammengefunden haben. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, die Menschen zu motivieren, sich mit dem Thema zu beschäftigen, noch zu Lebzeiten eine persönliche Entscheidung zu treffen und sie möglichst auch in einem Organspendeausweis zu dokumentieren.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt:" Ich möchte alle Bürgerinnen und Bürger bitten, sich zu informieren. Dazu können Sie das gebührenfreie Infotelefon Organspende 0800/ 90 40 400 in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation nutzen! Bestellen Sie sich Aufklärungsbroschüren, die Sie kostenlos bei ihrer Krankenkasse, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder den Landesbehörden erhalten. Vor allem aber: Treffen Sie ihre persönliche Entscheidung und dokumentieren Sie dies mit dem Organspendeausweis, den Sie in vielen Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern bekommen. So schaffen Sie Klarheit für sich und ihre Angehörigen und helfen anderen Menschen."

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wendet sich mit der Kampagne "Organspende schenkt Leben" seit drei Jahren an die Bevölkerung, um sie zu allen Fragen der Organspende umfassend und sachlich zu informieren. "Wir bemühen uns dabei darum, die Menschen zu bewegen ihr Persönlichkeitsrecht zu Lebzeiten wahrzunehmen und eine Entscheidung zu treffen, diese im Organspendeausweis niederzuschreiben und mit den Angehörigen darüber zu sprechen", betont Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Dabei wird jede Entscheidung respektiert, denn in der Sache der Organspende gibt es kein richtig oder falsch".

"Ob Jan Ullrich oder Franz Beckenbauer, ob Rosi Mittermaier, Reinhold Messner oder Steffi Graf - unsere Mitglieder und Förderer wollen die Bevölkerung über die lebensrettende Möglichkeit einer Organspende informieren, an das Schicksal von 14.000 Wartepatienten erinnern und zur Erhöhung der Organspendebereitschaft beitragen. Wir wollen einfach ein positives Beispiel geben, sei es als erklärte Organspender oder als erfolgreich Transplantierte", sagt der VSO-Vorsitzende Hans Wilhelm Gäb und weist darauf hin, dass der Verein auch vom Deutschen Fußball-Bund und von prominenten Moderatoren wie beispielsweise Günther Jauch, Johannes B. Kerner oder Dieter Kürten unterstützt wird.

"Da sich unser jeweiliges Engagement in hervorragender Weise ergänzt, planen unsere beiden Organisationen eine enge Zusammenarbeit. Die jahrelange Kampagnenerfahrung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Bereich der Prävention und die Prominenz und Glaubwürdigkeit deutscher Spitzensportler im Einsatz für eine Idee der Humanität und Solidarität sind die Basis für eine gemeinsame Aufklärungsarbeit zum Thema Organspende", unterstreichen Dr. Elisabeth Pott und Hans Wilhelm Gäb.

Bundesweite Streuaktion des Organspendeausweises
Zum Tag der Organspende führt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine bundesweite Streuaktion des Organspendeausweises an alle Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken durch.

Wie die neuesten Repräsentativergebnisse zur Organspendebereitschaft zeigen, gibt es in der Bundesrepublik Deutschland eine große und wachsende Aufgeschlossenheit der Bevölkerung sowohl gegenüber dem Thema als auch in Bezug auf eine Organspende im Falle des eigenen Todes. Dennoch hat nur einer kleiner Teil der Befürworter einen Organspendeausweis ausgefüllt (14 Prozent). Dies liegt - neben Unsicherheiten und Ängsten, die das Thema Organspende häufig auslösen - auch daran, dass nur ca. 50 Prozent der Befragten wissen, wo sie einen Ausweis beziehen können. Von ihnen geben die meisten Arztpraxen (48 Prozent) und Krankenhäuser (36 Prozent), aber auch Apotheken (6 Prozent) als mögliche Bezugsquelle an. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass in den genannten Einrichtungen leider nicht regelmäßig Ausweise bereit liegen.

Aus diesem Grund erhalten zum Tag der Organspende alle Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken in Deutschland ein Schreiben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, in dem auf die Bedeutung des Ausweises, die jeweilige Rolle von ÄrztInnen, ApothekerInnen und Krankenhäusern bei der Aufklärung zur Organspende und die Erwartung seitens der Bevölkerung hingewiesen wird. Ein neu entwickeltes Innenraumplakat soll auf das Thema zusätzlich aufmerksam machen und zeigen, dass die PatientInnen und KundInnen an dieser Stelle einen Organspendeausweis erhalten können. Gleichzeitig finden sie dort auch Ansprechpartner.

"Mit dieser Aktion will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ganz bewusst einen Anstoß geben", erklärt die Direktorin Dr. Elisabeth Pott. "Noch immer ruft das Thema Organspende und Transplantation bei vielen Menschen Ängste und auch Unsicherheit hervor. Sich mit der Frage von Leben und Tod zu beschäftigen erfordert über die rein medizinischen Aspekte hinaus von jedem Menschen letztlich eine ganz persönliche Entscheidung. Wir wollen gemeinsam mit kompetenten Ansprechpartnern in den Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern mit Informationsangeboten zur Klärung offener Fragen beitragen. Gleichzeitig wollen wir das Thema ganz bewusst in die öffentliche Diskussion tragen, denn ein offenes gesellschaftliches Klima im Zusammenhang mit diesen Fragen trägt entscheidend zur Aufgeschlossenheit der Bevölkerung gegenüber Organspende und Transplantation bei", so Dr. Pott weiter.