Info-Tour "ORGANPATEN werden" zu Gast in Bochum

„ORGANPATEN werden“ – Informationstour der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Gast an der Ruhr-Universität Bochum

BZgA, Universität und Knappschaftskrankenhaus informieren und diskutieren mit Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Organ- und Gewebespende

Köln/Bochum, 10. Oktober 2012. Mit der Einführung der Entscheidungslösung am 1. November 2012 soll innerhalb eines Jahres allen Krankenversicherten ab dem 16. Lebensjahr ein Organ-spendeausweis durch ihre Krankenkasse zur Verfügung gestellt werden. Damit verbunden ist die Aufforderung, eine persönliche Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zu treffen. In den vergangenen Wochen haben allerdings die Manipulationsvorwürfe in den Transplantations-zentren Göttingen und Regensburg die Bevölkerung stark verunsichert, der Informationsbedarf zum Thema ist dadurch gestiegen.

Vom 10. bis 12. Oktober 2012 haben die Bochumer nun die Gelegenheit, sich intensiv mit allen Fragen zur Organ- und Gewebespende auseinanderzusetzen. Denn die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist mit ihrer deutschlandweiten Informationstour „ORGAN-PATEN werden“ an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) zu Gast. Zum Auftakt hatte die BZgA gemeinsam mit der RUB und dem Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum außerdem zu einer Diskussionsveranstaltung mit Experten im Audimax der RUB eingeladen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger erhielten dort am Mittwoch (10. Oktober) die Möglichkeit, offene Fragen zu klären.

Zur aktuellen Diskussion um die Organspende erklärt die BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott: „Die Vorfälle in Göttingen und Regensburg haben bei vielen Menschen das Vertrauen in die Transplantationsmedizin erschüttert. Die Leidtragenden dürfen nicht die Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan sein. Darum will die BZgA mit ihrer Informationstour dazu beitragen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Wir bitten jede Bürgerin und jeden Bürger, sich weiterhin mit der Frage der persönlichen Einstellung zur Organspende auseinanderzusetzen und einen Organspendeausweis auszufüllen.“

Einen wesentlichen Beitrag zur Wiederherstellung des Vertrauens in das System der Organ-transplantation können die Transplantationszentren leisten. Hierzu erklärt Prof. Dr. Richard Viebahn, Direktor des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum und Trans-plantationschirurg: „Die viel zu geringe Organspende in Deutschland hat den Boden für die Manipulationen mit bereitet. In einem hoch entwickelten Land wie unserem sollte auf der Basis von Fakten das Thema „Organspende“ diskutiert werden, damit es nicht erforderlich ist, das Leid des einen Patienten gegen das Leid seines „Konkurrenten“ auf der Warteliste durch „scores“ aufzurechnen. Ein Rückgang der Organspende gefährdet in erster Linie die Patienten auf der Warteliste und ich begrüße die Initiative der BZgA, die mit „ORGANPATEN werden“ einen wichtigen Beitrag zur Sachdiskussion stellt.“

Zur Informationstour der BZgA

Die Informationstour der BZgA zieht durch ganz Deutschland und macht Station an belebten Orten, wie in Einkaufszentren großer Städte, bei Großveranstaltungen sowie in Kliniken. Im Mittelpunkt stehen elektronische und mechanische Module, an denen sich die Besucherinnen und Besucher anschaulich über das Thema Organspende informieren können. Interaktive Stelen zeigen beispielsweise den Ablauf einer Organtransplantation, an Multi Touch-Tischen erhält man zudem einen virtuellen Einblick in den Körper und erfährt, welche Organe transplantiert werden dürfen. Ein geschultes Team der BZgA und Vertreterinnen und Vertreter von Selbst-hilfegruppen stehen darüber hinaus für persönliche Fragen und Gespräche zur Verfügung. Damit leistet die Informationstour einen wesentlichen Beitrag dazu, die Bürgerinnen und Bürger in die Lage zu versetzen, eine informierte und unabhängige Entscheidung zu treffen.

Neben der Informationstour hält das Internetportal der BZgA-Kampagne www.organpaten.de eine Fülle an Informationen zum Thema bereit und bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich als Organpate mit einem Statement einzutragen. Auch der Organspendeausweis steht dort zum Download zur Verfügung.

 

Weitere Informationen zur Organ- und Gewebespende auf www.organspende-info.de sowie Ergebnisse der BZgA-Studie „Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organspende 2010“ unter http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/organ-und-gewebespende/?sub=71

Pressefotos von der Informationstour, Bildmaterial vom Organspendeausweis und Plakatmotive der Kampagne „ORGANPATEN werden“ stehen unter http://www.bzga.de/presse/pressemotive/organspende