Patientenverfügung und Organspende

In der  Patientenverfügung können Sie als volljährige Person im Voraus festlegen, welche medizinischen Maßnahmen durchgeführt oder unterlassen werden sollen, wenn Sie nicht mehr entscheidungsfähig sind.

Auch Ihre Entscheidung für oder gegen die Organ- und Gewebespende kann in einer Patientenverfügung festgehalten werden.  Organspendeausweis und Patientenverfügung sind zwei gleichwertige, rechtlich verbindliche Dokumente, die im Fall der Fälle berücksichtigt werden müssen.

Patientenverfügung und Organspendeausweis

Es ist wichtig, dass die Patientenverfügung ohne Widersprüche ist. Ihre Aussagen und Entscheidungen in der Patientenverfügung und auf dem Organspendeausweis müssen übereinstimmen. Ein Widerspruch tritt zum Beispiel dann auf, wenn in einer Patientenverfügung lebensverlängernde Maßnahmen abgelehnt werden und gleichzeitig einer Organ- und Gewebespende an einer anderen Stelle in der Patientenverfügung oder auf dem Organspendeausweis zugestimmt werden. Denn um die medizinischen Voraussetzungen für eine Organspende zu klären und eine Organentnahme vorzunehmen, müssen lebensverlängernde Maßnahmen zeitweise fortgeführt werden (Lesen Sie mehr dazu im Verlauf einer Organspende).

Textbausteine zu Patientenverfügung und Organspende

Es gibt in Deutschland keine standardisierte Patientenverfügung. Den Text erstellen Sie individuell nach Ihren persönlichen Wünschen und Wertvorstellungen. Die folgenden Textbausteine helfen Ihnen, Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende widerspruchsfrei und klar zu formulieren. Ihre Patientenverfügung muss schriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben oder notariell beglaubigt werden. Sie können Ihre Patientenverfügung jederzeit ändern

Textbaustein: Zustimmung zur Organ- und Gewebespende

Es ist mir bewusst, dass Organe nur nach Feststellung des unumkehrbaren Ausfalls der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) bei aufrechterhaltenem Kreislauf-System und unter künstlicher Beatmung entnommen werden können. Deshalb gestatte ich ausnahmsweise für den Fall, dass bei mir eine Organspende medizinisch infrage kommt, die kurzfristige (ca. 72 Stunden) Durchführung intensivmedizinischer Maßnahmen zur Bestimmung des Hirntods nach den Richtlinien der Bundesärztekammer und zur anschließenden Entnahme der Organe.

Außerdem stimme ich der Durchführung von intensivmedizinischen Maßnahmen zu, die zum Schutz der Organe bis zu ihrer Entnahme erforderlich sind.

Entsprechendes soll auch für den Fall gelten, dass zu erwarten ist, dass der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) in wenigen Tagen eintreten wird.

Falls Sie unter diesen Bedingungen eine zeitliche Begrenzung der intensivmedizinischen Maßnahmen wünschen, sollte dies festgehalten werden:
Die intensivmedizinischen Maßnahmen sollen nicht länger als                       Stunden fortgesetzt werden.

Formulierung, falls Sie uneingeschränkt Organe und Gewebe spenden möchten:
Ich stimme einer Entnahme meiner Organe und Gewebe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu. Ich habe einen Organspendeausweis ausgefüllt. Der Organspendeausweis befindet sich an folgendem Ort:                                     

Wenn kein Organspendeausweis vorhanden ist:
Ich habe keinen Organspendeausweis ausgefüllt.

Falls Sie bestimmte Organe und/oder Gewebe von der Entnahme ausschließen wollen, müssen Sie diese benennen:
Ich gestatte eine Entnahme mit Ausnahme folgender Organe/Gewebe:                                                        

Textbaustein: Ablehnung einer Organ- und Gewebespende

Formulierung für die Ablehnung einer Organ- und Gewebespende:
Ich lehne eine Entnahme von meinen Organen und Geweben nach meinem Tod zu Transplantationszwecken ab. Ich habe einen Organspendeausweis ausgefüllt.

Wenn kein Organspendeausweis vorhanden ist:
Ich habe keinen Organspendeausweis ausgefüllt.

Textbaustein: Übertragung der Entscheidung auf eine andere Person

Ich übertrage die Entscheidung über die Entnahme von Organen und Geweben auf die nachfolgend benannte Person:

Name, Vorname:
Straße, Hausnummer:
PLZ, Ort:
Telefonnummer (Festnetz):
Telefonnummer (Mobil):
E-Mail:

Wie erfährt die Ärztin oder der Arzt im Ernstfall von meiner Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung sollte so verwahrt werden, dass insbesondere Ihre Angehörigen, Ärztinnen und Ärzte, Bevollmächtigte, Betreuerin oder Betreuer, aber gegebenenfalls auch das Betreuungsgericht, möglichst schnell und unkompliziert von der Existenz und dem Hinterlegungsort erfahren. Hier kann zum Beispiel ein Hinweis in der Geldbörse helfen, wo das Original hinterlegt ist und wer gegebenenfalls Bevollmächtigter ist.

Außerdem können Sie die Patientenverfügung sowie private und notarielle Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen beim Zentralen Vorsorgeregister  der Bundesnotarkammer kostenpflichtig registrieren lassen. Zugriffsberechtigt auf dieses Register sind jedoch nur Gerichte.

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