Die Deutsche Stiftung Organtransplantation

Bei einer Organtransplantation müssen viele Verantwortliche eng miteinander kooperieren: Angehörige, Intensivmediziner, Pflegepersonal, die Vergabe-Stiftung Das Logo der DSO. Die DSO ist Koordinierungsstelle der Organspende in Deutschland. Eurotransplant, Eil-Kuriere und Transplantationschirurgen. Der Weg von der Spenderin bzw. dem Spender zur Empfängerin bzw. zum Empfänger ist oft weit. Damit er gelingt, muss er gesteuert und organisiert werden. Diese Aufgabe übernimmt in Deutschland die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit Sitz in Frankfurt.

Seit dem Jahr 2000 fungiert die Stiftung als Koordinierungsstelle für die Organspende in Deutschland. Das bedeutet: Sie bringt alle Beteiligten zusammen und sorgt für den möglichst reibungslosen Ablauf von jährlich über 5000 Organentnahmen.

Gesetzliche Basis

Grundlage für die Arbeit der DSO ist das Transplantationsgesetz. Das Gesetz teilt die Transplantationsmedizin in drei finanziell und organisatorisch voneinander unabhängige Bereiche: Erstens die Organisation der Organspende, die in den Händen der DSO liegt. Zweitens die Organvermittlung, die die Stiftung Eurotransplant organisiert. Und drittens die Organtransplantation, also die Übertragung des Organs auf die Empfängerin oder den Empfänger, die in den rund 50 Transplantationszentren bundesweit vorgenommen wird.

Die Arbeit der DSO

Ziel der DSO ist es, schwerkranken Menschen, die auf den Wartelisten verzeichnet sind, so schnell wie möglich eine Transplantation zu vermitteln, sobald ein geeignetes Organ zur Verfügung steht. In den sieben Regionalzentren in Berlin, Essen, Hannover, Leipzig, Mainz, Stuttgart und München sind daher die Telefone rund um die Uhr besetzt.

Sobald bei einer Patientin oder einem Patienten im Krankenhaus der Verdacht auf Hirntod besteht, wird die zuständige regionale Koordinierungsstelle der DSO informiert. Die DSO vermittelt dann bei Bedarf unabhängige Neurologinnen oder Neurologen, die die Hirntod-Diagnostik nach den strengen Vorgaben der Bundesärztekammer durchführen. Wurde der Hirntod zweifelsfrei festgestellt, muss die Einwilligung des verstorbenen Menschen geklärt werden. Liegt von ihm keine schriftliche Entscheidung (z.B. Organspendeausweis, Patientenverfügung) vor, müssen die Angehörigen nach seinem mutmaßlichem Willen befragt werden. Bei diesen Gesprächen unterstützt die DSO die Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus und steht auf Wunsch den Angehörigen zur Seite.

Liegt die Zustimmung zur Organspende vor, muss alles zügig und routiniert ablaufen: Die DSO übermittelt die Daten des gespendeten Organs an die Stiftung Eurotransplant. Dort wird computergestützt - nach medizinischen Kriterien wie Erfolgsaussicht und Dringlichkeit – eine passende Empfängerin oder ein passender Empfänger auf der Warteliste ermittelt.

Um den emfangenden Menschen zu schützen, veranlassen die Koordinatorin oder der Koordinator der DSO nun verschiedene Laboruntersuchungen, die ausschließen, dass der verstorbene Mensch an einer übertragbaren Krankheit, einer Infektion oder einem Tumor erkrankt war. Darüber hinaus werden die Organfunktionen, die Blutgruppe und die Gewebemerkmale getestet. Die DSO leitet die Daten weiter und organisiert den Organtransport. Während die Organe entnommen und für den Transport übergeben werden, bereiten die Chirurginnen bzw. Chirurgen des Transplantationszentrums den Empfänger für die Transplantation vor. Jeden Tag finden in Deutschland im Schnitt elf Transplantationen statt.

Unterstützung für das Klinikpersonal

Jede Organspende ist eine besondere Herausforderung für die Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Sie betreuen die trauernden Angehörigen und begleiten sie in dieser schwierigen Situation bei der Frage der Organspende. Darin werden sie von den Kordinatorinnen und Koordinatoren der DSO unterstützt. Bereits seit Jahren engagiert sich die DSO im Bereich der Angehörigenbetreuung.

Die DSO-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten Krankenhäuser auch dabei, ihrer gesetzlichen Pflicht nachzukommen, mögliche Organspenderinnen und -spender zu melden.

Transplantationsbeauftragte sichern die Zuständigkeiten

Die erfolgreiche Durchführung einer Organspende erfordert klare Abläufe und eindeutig definierte Zuständigkeiten. Das seit dem 2012 geänderte Transplantationsgesetz schreibt vor, dass Entnahmekrankenhäuser mindestens einen unabhängigen Transplantationsbeauftragten benennen, der oder die u.a. dafür verantwortlich ist, dass die Zuständigkeiten und Handlungsabläufe in den Entnahmekrankenhäusern zur Erfüllung der gesetzlichen Pflichten festgelegt und Ärzte und Pflegepersonal zur Organspende informiert werden. Auf Seminaren der DSO können sich die Transplantationsbeauftragten auf den aktuellen Wissenstand bringen. Darüber hinaus berät die DSO bei der Optimierung krankenhausinterner Abläufe innerhalb des Organspendeprozesses.

Die DSO erstattet die Personal- und Sachkosten, die durch eine Organspende anfallen. Ebenso bezahlt sie die Untersuchungen und den Transport der gespendeten Organe zu den Transplantationszentren. Das entsprechende Budget wird ihr von den Krankenkassen zur Verfügung gestellt. Wie viel Geld der Stiftung zur Verfügung steht, richtet sich nach der erwarteten Zahl der zu transplantierenden Organe.

Links im Internet:

Deutsche Stiftung Organtransplantation, Informationen zur Organtransplantation sowie neuste Daten und Statistiken.