Die Nierentransplantation

Menschliche Silhouette, in der die Nieren gekennzeichnet sind. Die Nieren nehmen eine zentrale Stellung im menschlichen Stoffwechsel ein. Eine Störung ihrer Funktion kann schwerwiegende Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben. Kommt es zu einem chronischen Nierenversagen (Niereninsuffizienz), muss ihre Funktion entweder durch Blutwäsche (Dialyse) oder die Transplantation einer Spenderniere ersetzt werden.

Nierentransplantation – Zahlen und Fakten

In Deutschland werden jährlich etwa 2.100 Nieren transplantiert, davon fast 600 als Lebendorganspende. Etwa 7.800 Patientinnen und Patienten warten auf eine Nieren-transplantation. Durchschnittlich vergehen sechs bis sieben Jahre, bis eine Patientin oder ein Patient auf der Warteliste ein postmortal gespendetes Organ erhält. Weitere Statistiken zur Organ- und Gewebespende finden Sie in der Infothek.

Eine verbesserte Nachsorge sowie Fortschritte in Medizin und Forschung haben die Langzeitergebnisse transplantierter Nieren stetig verbessert. Ein Jahr nach einer Nierentransplantation leben noch 95 Prozent der Organempfängerinnen oder -empfänger, nach drei Jahren sind es 91 Prozent.

Gründe für eine Nierentransplantation

Am häufigsten entstehen Nierenschädigungen durch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder langjährigen Bluthochdruck. Seltener sind entzündliche Nierenerkrankungen durch Fehlfunktionen des Immunsystems oder die langjährige Einnahme von Schmerzmedikamenten. Bei erkrankten Kindern liegen häufig entzündliche Nierenerkrankungen, Gendefekte oder Fehlbildungen vor.

Ein akutes Nierenversagen entwickelt sich innerhalb weniger Tage bis Wochen. Ursachen sind meist schwere Vorerkrankungen, starker Flüssigkeitsverlust oder allergische Reaktionen auf Medikamente. In den meisten Fällen heilt ein akutes Nierenversagen nahezu vollständig aus.

Chronische Nierenschädigung

Dahingegen entwickeln sich chronische Nierenschädigungen (chronische Niereninsuffizienz) langsam, oft über Jahre unbemerkt. Einmal eingetretene Schäden bilden sich in den meisten Fällen nicht mehr zurück. Versagen die Nieren endgültig, so muss ihre Funktion entweder durch Dialyse oder durch die Transplantation einer Spenderniere ersetzt werden.

Um auf die Warteliste für eine Spenderniere aufgenommen zu werden, muss ein endgültiges Nierenversagen vorliegen. Die Patientin oder der Patient muss dialysepflichtig oder die Dialysepflicht absehbar sein. Erfahren Sie mehr zu den Richtlinien für die Wartelistenführung und Organvermittlung zur Nierentransplantation der Bundesärztekammer.

Die Nierenlebendspende

Aufgrund der langen Wartezeit auf ein postmortal gespendetes Organ, kann die Transplantation einer lebendgespendeten Niere eine Alternative sein. Die Nieren sind paarig angelegt und eine gesunde Person kann mit nur einer Niere ein weitestgehend normales Leben führen. Daher ist es grundsätzlich möglich, eine von zwei Nieren zu Lebzeiten zu spenden.

Da eine Lebendorganspende für die Spenderin oder den Spender mit einem gewissen Risiko verbunden ist, ist sie nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. So muss die Patientin oder der Patient bereits auf der Warteliste für eine Nierentransplantation geführt sein und Spender und Empfänger müssen in einem engen persönlichen Verhältnis stehen. Der Schutz der Lebendorganspenderin oder des -spenders steht immer im Vordergrund.

Weiterführende Informationen zum Thema Nierenerkrankungen, Lebendspende sowie Erfahrungsberichte Nierentransplantierter finden Sie hier:

Aufgaben der Niere

Die Niere ist ein paariges Organ, das beidseitig der Wirbelsäule unterhalb des Zwerchfells angelegt ist. Bei einem erwachsenen Menschen wiegt sie 120 bis 300 Gramm. Innerhalb einer Minute durchströmen 20 Prozent der gesamten Blutmenge die Nieren. Diese sehr hohe Durchblutungsrate ist für ihre Klär- und Filterfunktion notwendig:

  • Die Nieren scheiden nicht mehr benötigte körpereigene Stoffe (Stoffwechselendprodukte) und körperfremde Substanzen (zum Beispiel Medikamente) aus.
  • Sie regulieren den Wasserhaushalt des Körpers.
  • Sie setzen verschiedene Hormone frei, die für die Blutbildung, den Blutdruck und den Knochenstoffwechsel bedeutsam sind.

Beratungsangebot: Das Nieren-Telefon

Blaue Karte mit der Darstellung eines blauen Telefons und weißer Auschrift sowie Zahlen.Interessierte und Betroffene können sich beim Nierentelefon des Verbands Deutsche Nierenzentren (DN) e.V. beraten lassen. Jeden Mittwoch stehen zwischen 16 und 18 Uhr Expertinnen und Experten für Fragen zur Verfügung. Anrufe sind kostenlos. Telefonnummer: 0800/248 48 48.

Links im Internet:

Stiftung Eurotransplant, Hintergrundinformationen und Statistiken zur Organtransplantation im Eurotransplant-Verbund.
Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Hintergrundinformationen und Statistiken zur Organtransplantation in Deutschland.
Bundesärztekammer, Richtlinien für Wartelistenführung und Organvermittlung.
Deutsche Nierenstiftung e.V., allgemeine Informationen zur Niere und zur Nierentransplantation.
Transplantationszentrum Stuttgart, Homepage zur Nierentransplantation mit Beratungs- und Diskussionsforum für Betroffene.
Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation, Informationen zur Dialyse und wichtige Tipps zur Vorbereitung auf eine Transplantation.