Die Nierenlebendspende

Medizinische Voraussetzungen für eine Nierenlebendspende

Zwei gesunde Nieren und ein guter allgemeiner Gesundheitszustand sind maßgebliche medizinische Kriterien, die eine Spenderin oder ein Spender erfüllen muss, um für eine Nierenlebendspende infrage zu kommen. In Voruntersuchungen stellen die Ärztinnen und Ärzte fest, ob die Spenderniere für die Patientin oder den Patienten geeignet ist.

Gibt es eine Altersgrenze für eine Nierenlebendspende?

Grundsätzlich gibt es für eine Nierenlebendspende keine Altersgrenze. Generell gilt, dass die Spenderin oder der Spender gesund sein muss.

Ablauf einer Nierenlebendspende

  • Vor der Entnahme der Spenderniere wird der Zustand des Organs überprüft.
  • Unmittelbar nachdem das Organ entnommen wurde, wird es auf die Empfängerin oder den Empfänger übertragen.
  • Die Operation der Spenderin oder des Spenders und der Empfängerin oder des Empfängers finden etwa zeitgleich statt und dauern jeweils zwei bis drei Stunden.
  • Nach der Transplantation bleibt die Spenderin oder der Spender in der Regel fünf bis sieben Tage im Krankenhaus.

Risiken einer Nierenlebendspende für Spenderin oder Spender

Wie bei jeder Operation können auch bei einer Nierenlebendspende Komplikationen auftreten. Dazu zählen vor allem:

  • Nachblutungen aus dem Wundgebiet, Wundinfektionen, Venenentzündungen und andere Infekte.
  • In seltenen Fällen, Taubheitsgefühl an der Stelle der Operationsnarbe oder Narbenbruch.

Sehr seltene aber schwerwiegende Komplikationen können sein:

  • Bein- oder Lungenthrombosen, Folgeoperationen sowie Notwendigkeit einer Dialysebehandlung.
  • Das Risiko, dass eine Nierenspende das Risiko für Bluthochdruck erhöhen könnte, wird diskutiert.
  • Das Risiko, an einer Nierenentnahme zu versterben, ist sehr gering.

Wie ist die Nierenfunktion des spendenden Menschen nach der Nierenentnahme?

Langfristig verfügt die verbleibende Niere über eine Funktion von etwa 70 Prozent im Vergleich zur Nierenleistung vor der Lebendorganspende. Die Nierenleistung reicht für ein normales Leben aus. Die Spenderin oder der Spender muss weder eine spezielle Diät einhalten noch die Trinkmenge einschränken. Empfohlen sind regelmäßige Untersuchungen der Nierenleistungen, um mögliche Veränderungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Wie sind die Erfolgsaussichten bei einer Nierenlebendspende?

Die Fünf-Jahres-Transplantationsrate zeigt, dass fast 85 Prozent der Transplantate von Lebendspendern funktionieren. Nach der Transplantation von Organen verstorbener Spenderinnen oder Spendern beträgt dieser Wert circa 70 Prozent (Quelle: Collaborative Transplant Study). Wie lange ein transplantiertes Organ seine Funktion erfüllt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Neben der Organqualität spielen auch der gesundheitliche Zustand und die Anpassung des Lebensstils der Empfängerinnen und Empfänger sowie mögliche Abstoßungsreaktionen des Körpers eine Rolle.

Zahl der Nierenlebendspenden und Nierentransplantationen in Deutschland

Die Niere ist das am häufigsten transplantierte Organ. Die Nierenlebendspende hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Grund dafür ist vor allem der Mangel an postmortal gespendeten Organen und damit einhergehend lange Wartezeiten auf eine Transplantation. In Deutschland wurden 2016 insgesamt 2.094 Nieren transplantiert. 597 Nieren wurden bei einer Lebendorganspenden übertragen.

Grafik "Anteil der Nierenlebendspenden an der Nierentransplantation"Bild vergrößern[mit aktivem Javascript: Link überblendet Fenster mit einem modalen Dialogfeld]Nierenlebendspende und Nierentransplantation