Die postmortale Gewebespende

Dargestellt wird das Symbol zum Thema Gewebespende. Innerhalb eines Kreises ist die Silhouette eines menschlichen Oberkörpers samt Kopf dargestellt. Auf Höhe des Herzens signalisiert ein nach oben gerichteter Pfeil die Gewebespende. Die Bedeutung der Gewebetransplantation ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen: In Deutschland profitieren mehrere zehntausend Patientinnen und Patienten pro Jahr von der Transplantation kleiner oder großer Gewebeteile.

Wofür werden Gewebespenden eingesetzt?

Körpergewebe werden zur Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen und Verletzungen eingesetzt. Ist zum Beispiel die Augenhornhaut eingetrübt oder verletzt, kann die Transplantation einer Spenderhornhaut das Sehvermögen verbessern.

Welche Gewebe können gespendet und transplantiert werden?

Für eine Gewebespende kommen unter anderem die Hornhaut der Augen, Herzklappen, Haut, Blutgefäße, Knochen, Sehnen, Bänder, Bindegewebe und die Eihaut der Fruchtblase (Amnion) infrage. Lesen Sie mehr zu spendefähigen Geweben.

Welche Voraussetzungen gelten für eine postmortale Gewebespende?

Wer nach dem Tod Gewebe spenden möchte, muss zu Lebzeiten einer Gewebespende zugestimmt haben. Das ist zum Beispiel auf dem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung möglich. Es ist auch möglich, nur bestimmte Gewebe für eine Spende freizugeben. Ist der Wille der verstorbenen Person nicht bekannt, werden die nächsten Angehörigen nach einer Entscheidung im Sinne der verstorbenen Person gefragt.

Gewebe dürfen entnommen werden, wenn der Tod der Spenderin oder des Spenders zweifelsfrei durch eine Ärztin oder einen Arzt festgestellt wurde. Bei der Gewebespende spielt der Nachweis des Todes nach Herz-Kreislauf-Versagen die entscheidende Rolle. Der Tod wird durch das Vorliegen äußerer Todeszeichen wie Totenflecken oder Leichenstarre nachgewiesen. Eine Gewebespende ist in der Regel bis zu 72 Stunden nach dem Eintritt des Todes möglich.

Kommt eine verstorbene Person zugleich als Spenderin oder als Spender von Organen und Geweben in Betracht, so hat die Organspende Vorrang gegenüber der Gewebespende.

Gibt es eine Altersgrenze für eine Gewebespende?

Es gibt keine feste Altersgrenze, die für alle Gewebe gilt. Wichtiger als das kalendarische Alter einer Spenderin oder eines Spenders ist das biologische Alter, also der allgemeine Gesundheitszustand. Einschränkungen gibt es bei der Haut sowie den Sehnen, Bändern und Faszien, deren Spende bis zum 75. beziehungsweise 65. Lebensjahr möglich ist. Keine obere Altersgrenze gibt es bei Augenhornhäuten. Hier ist eine Spende bis ins hohe Alter möglich.

Welche Vorerkrankungen schließen eine Gewebespende aus?

Viele Menschen, die im Krankenhaus oder auf einer Palliativstation versterben, können Gewebe spenden. Bei bestimmten Erkrankungen oder Infektionen ist eine Gewebespende jedoch ausgeschlossen. Dazu zählen unter anderem eine nicht zu klärende Todesursache, virale Infektionen sowie bestimmte Risikofaktoren für Infektionskrankheiten. Darüber hinaus gibt es für die einzelnen Körpergewebe bestimmte Ausschlusskriterien. Grundsätzlich wird im Einzelfall ärztlich entschieden, ob eine Gewebespende infrage kommt.

Wie verläuft eine Gewebespende?

Dargestellt wird der Ablauf einer Gewebespende in Form eines Baumdiagramms mithilfe verschiedener Symbole. Nach der Todesfeststellung eines Menschen wird ihre oder seine Spendebereitschaft geklärt. Es gibt die Möglichkeit der Ablehnung gegen und der Zustimmung zu einer Gewebespende. Nach der Zustimmung zu einer Gewebespende wird die Gewebebank informiert, das Gewebe wird entnommen und die Gewebespende wird im Labor untersucht. Im Anschluss daran kann das entnommene Gewebe sowohl unmittelbar für eine Transplantation verwendet werden oder konserviert, verarbeitet und für eine spätere Gewebetransplantation gelagert werden. Bild vergrößern[mit aktivem Javascript: Link überblendet Fenster mit einem modalen Dialogfeld]

Todesfeststellung und Klärung der Spendebereitschaft

Eine Gewebespende ist nur dann möglich, wenn der Tod einer Patientin Dargestellt wird das Symbol zu den Themen Todesfeststellung und Klärung der Spendebereitschaft. Innerhalb eines Kreises ist die Miniatur eines Organspendeausweises abgebildet. Ein kleiner Haken symbolisiert die Zustimmung zur Gewebespende. oder eines Patienten zweifelsfrei nachgewiesen wurde und eine Zustimmung zur Spende vorliegt.

Meldung an die Gewebebank

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte informieren die zuständige Dargestellt wird das Symbol zum Thema Meldung an die Gewebebank. Innerhalb eines Kreises ist ein Smartphone abgebildet, in dessen Mitte sich eine Sprechblase befindet.Gewebebank. Dabei kann es sich beispielsweise um eine krankenhauseigene oder um eine selbstständige Gewebebank handeln, mit der das Krankenhaus für die Gewebespende zusammenarbeitet. Die meisten Gewebebanken arbeiten gemeinnützig.

Gewebeentnahme

Dargestellt wird das Symbol zum Thema Gewebeentnahme. Innerhalb eines Kreises ist die Silhouette eines menschlichen Oberkörpers samt Kopf dargestellt. Auf Höhe des Herzens signalisiert ein nach oben gerichteter Pfeil die Gewebespende.Die Gewebeentnahme kann im Operationssaal oder im Sektionssaal eines pathologischen oder rechtsmedizinischen Institutes erfolgen. Sie wird mit der gleichen Sorgfalt wie jede andere Operation durchgeführt. Nach dem Eingriff werden die durch die Gewebeentnahme entstandenen Wunden wie bei einem lebenden Menschen verschlossen. Der Leichnam wird den Angehörigen in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben.

Untersuchung und Konservierung, Verarbeitung, Lagerung

Entnommene Gewebe müssen – anders als Organe zur TransplantationDargestellt wird das Symbol zu den Themen Untersuchung und Konservierung, Verarbeitung und Lagerung. Innerhalb eines Kreises ist die seitliche Silhouette eines nach vorn geneigten Kopfes abgebildet, der Blick ist auf ein Mikroskop gerichtet. – in der Regel nicht direkt übertragen werden. Körpergewebe können konserviert und zwischengelagert werden. Nach der Entnahme werden die Gewebe beispielsweise in einer Gewebebank untersucht, dort be- oder verarbeitet, verpackt und gelagert, bis eine geeignete Empfängerin oder ein geeigneter Empfänger gefunden wurde. Aus diesem Grund ist zum Zeitpunkt der Entnahmeoperation häufig noch nicht entschieden, wann und bei welcher Empfängerin oder welchem Empfänger die Gewebespende eingesetzt werden kann.

Gewebetransplantation

Dargestellt wird das Symbol zum Thema Gewebetransplantation. Innerhalb eines Kreises ist die Silhouette eines menschlichen Oberkörpers samt Kopf dargestellt. Auf Höhe des Herzens signalisiert ein nach unten gerichteter Pfeil die Gewebeentnahme. Anders als für Organtransplantationen gibt es für Gewebetransplantationen keine zentrale Liste aller Wartenden. Die Patientinnen und Patienten erhalten Plätze auf Wartelisten, die zum Beispiel zur Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) oder zu Unikliniken gehören. Die Kriterien, nach denen Gewebespenden Patientinnen und Patienten zugeteilt werden, orientieren sich an den Kriterien, nach denen Spenderorgane vergeben werden. Dabei sind Dringlichkeit, Erfolgsaussicht für eine Genesung nach der Transplantation und Chancengleichheit ausschlaggebend. Ausführliche Informationen über die Rechtslage finden Sie hier.

Welche Erfolgsaussichten haben Gewebetransplantationen?

Die Erfolgsaussichten einer Gewebetransplantation variieren je nach Art des Gewebes. Auch die Grunderkrankungen der Empfängerin oder des Empfängers sind hier entscheidend. Bei Hornhauttransplantationen liegt die Erfolgsquote bei 90 bis 95 Prozent. Diese Prozentangabe gibt an, in wie vielen Fällen Hornhaut ohne Komplikationen durch Abstoßungsreaktionen einwächst.

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