Die Leberlebendspende

Voraussetzungen für eine Leberlebendspende

Um eine Leber spenden zu können, müssen Spenderin oder Spender vollständig gesund sein. Neben diesen medizinischen Voraussetzungen gibt es weitere Voraussetzungen, die die Spenderin oder der Spender erfüllen müssen. Es muss ein enges persönliches Verhältnis zur Empfängerin oder zum Empfänger bestehen. Dieses besteht bei Verwandten ersten oder zweiten Grades, Ehepaaren, Verlobten oder andere Personen, die der Spenderin oder dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit nahestehen.

Um für eine Lebendorganspende in Frage zu kommen muss die Empfängerin oder der Empfänger bereits auf der Warteliste für eine Lebertransplantation geführt sein.

Im Schnitt erweist sich nur einer von drei Spendewilligen nach den Voruntersuchungen tatsächlich als geeignet.

Gibt es eine Altersgrenze für eine Leberlebendspende?

Für eine Leberlebendspende liegt die Altersgrenze zwischen 18 und 60 Jahren. Generell gilt, dass die Spenderin oder der Spender gesund sein muss und Leber, Herz und Gefäße normal funktionieren. Bluthochdruck und abweichende Blutzuckerwerte dürfen nicht vorliegen.

Ablauf einer Leberlebendspende

  • Vor der Entnahme eines Teils der Leber wird der Zustand des Organs überprüft.
  • Unmittelbar, nachdem das Leberteilstück entnommen wurde, wird es auf die Empfängerin oder den Empfänger übertragen.
  • Die Operation der Spenderin oder des Spenders und der Empfängerin oder des Empfängers finden etwa zeitgleich statt und dauern jeweils vier bis sechs Stunden.
  • Nach der Transplantation bleibt die Spenderin oder der Spender etwa sieben Tage bis zwei Wochen stationär im Krankenhaus.

Risiken einer Leberlebendspende für Spenderin oder Spender

Wie bei jeder Operation können auch bei einer Leberlebendspende Komplikationen auftreten. Dazu zählen vor allem:

  • Wundheilungsstörungen und Temperaturerhöhungen
  • Vorübergehendes Leberversagen
  • an der Schnittstelle Absterben (Nekrose) des Lebergewebes
  • Entzündungen des Gallensystems
  • Verletzung der Gallengänge (Gallenleck)

Wie viel Lebergewebe wird bei einer Lebendorganspende entfernt?

Es wird nur so viel Lebergewebe entfernt, dass die Transplantation hohe Erfolgsaussichten hat. Gleichzeitig verbleibt so viel Lebergewebe bei der Spenderin oder beim Spender, sodass keine dauerhafte Beeinträchtigung der Gesundheit zu erwarten ist. Der Schutz der spendenden Person steht immer im Vordergrund. Bei erwachsenen Spenderinnen und Spendern wird in etwa 60 Prozent der Leber entnommen.  Auf Kinder wird häufig ein Teil des etwas kleineren linken Leberlappens übertragen, auf Jugendliche der gesamte linke Leberlappen und auf Erwachsenen der rechte Leberlappen.

Wichtig ist das Verhältnis des zu transplantierenden Lebergewebes und des Körpergewichtes der Empfängerin oder des Empfängers. Für eine Empfängerin oder einen Empfänger mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm sollte das Transplantat mindestens ein Gewicht von 700 Gramm haben.  Aus diesem Grund sollte die Spenderin oder der Spender nicht wesentlich kleiner und leichter sein als die Empfängerin oder der Empfänger

Nach der Spende wächst die verbleibende Leber nahezu auf Ausgangsgröße wieder nach. Das gleiche gilt auch für das transplantierte Leberteilstück.

Zahl der Leberlebendspende und Lebertransplantationen in Deutschland

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 840 Lebertransplantationen nach postmortaler Organspende und etwa 60 nach einer Lebendspende durchgeführt. Das heißt, von 100 transplantierten Lebern stammen etwa sieben aus einer Lebendspende.

Grafik "Anteil der Nierenlebendspenden an der Nierentransplantation"Bild vergrößern[mit aktivem Javascript: Link überblendet Fenster mit einem modalen Dialogfeld]Leberlebendspende und Lebertransplantation