Richtlinien zur Organtransplantation

Das Transplantationsgesetz (TPG) regelt die Organ- und Gewebespende. Zur Umsetzung dieses Gesetzes sind Richtlinien erforderlich. Die Richtlinien werden von der Bundesärztekammer verabschiedet und nach der Zustimmung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) umgesetzt.

Innerhalb der Bundesärztekammer erarbeitet die „Ständigen Kommission Organtransplantation“  die Richtlinien. Neben medizinischen Expertinnen und Experten gehören verschiedene Vertretungen der Akteure im Bereich der Organspende, Patientinnen und Patienten und Angehörige von verstorbenen Spenderinnen und Spendern zu der Kommission. Die Richtlinien werden in einem transparenten Verfahren erlassen und sind der Öffentlichkeit zugänglich.Hier finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Richtlinien:

Feststellung des unumkehrbaren Ausfalls der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod)

Die Richtlinie legt die Definition und das Diagnoseverfahren zur Feststellung des unumkehrbaren Ausfalls der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) fest. Sie ist verpflichtende Entscheidungsgrundlage für die Ärzte und Ärztinnen, die die Hirntoddiagnostik durchführen.

Richtlinie gemäß § 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 TPG für die Regeln zur Feststellung des Todes nach § 3 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 TPG und die Verfahrensregeln zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach § 3 Abs. 2 Nr. 2 TPG, Vierte Fortschreibung

Wartelistenführung und Organvermittlung

Die Aufnahme von Patientinnen und Patienten in die Wartelisten zur Organtransplantation und das Vorgehen zur Vermittlung von postmortal gespendeter Organe sind in Richtlinien für das jeweilige Organ festgelegt. Hier finden Sie eine Übersicht über die Richtlinien für die Wartelistenführung und die Organvermittlung der verschiedenen Organe.

Spendermeldung - ärztliche Beurteilung

Diese Richtlinie regelt was zu tun ist, wenn eine Person am Hirntod verstorben ist und festgestellt werden muss, ob eine Organentnahme möglich ist. Ergänzend zum Verfahren an den Entnahmekrankenhäusern, ist der gesamte Prozess der Organentnahme und -vermittlung  einheitlich verbindlich geregelt.

Richtlinie gemäß § 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 TPG zur ärztlichen Beurteilung nach § 11 Abs. 4 S. 2 TPG

Empfängerschutz - medizinische Beurteilung

Diese Richtlinie formuliert Maßnahmen zum Schutz der Organempfängerin und des Organempfängers in der Transplantationsmedizin. Hierzu gehören unter anderem die Anforderungen an die Qualität der entnommenen Organe sowie die Anforderungen an Konservierung, Aufbereitung, Aufbewahrung und Transport.

Richtlinie gemäß § 16 Abs. 1 S 1 Nr. 4 a) und b) TPG zur medizinischen Beurteilung von Organspendern und zur Konservierung von Spenderorganen

Maßnahmen zur Qualitätssicherung

Diese Richtlinie legt die Maßnahmen zur Qualitätssicherung fest, die bei einer Organentnahme und -übertragung gemäß dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft erforderlich sind.

Richtlinie zur Organtransplantation gemäß § 16 Transplantationsgesetz zu den Anforderungen an die im Zusammenhang mit einer Organentnahme und -übertragung erforderlichen Maßnahmen zur Qualitätssicherung

Richtlinien zur Gewebespende

Die Qualitäts- und Sicherheitsstandards von Gewebeprodukten werden in der Europäischen Union einheitlich durch eine EU-Richtlinie, der Richtlinie zur Festlegung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards, geregelt. Die EG-Geweberichtlinie wird durch zwei sogenannte Durchführungsrichtlinien unterstützt, die unter anderem die Rückverfolgung von Gewebeprodukten und die Meldung schwerwiegender Zwischenfälle beinhalten.

Richtlinie 2004/23/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur   Festlegung   von   Qualitäts-   und   Sicherheitsstandards   für   die   Spende,   Beschaffung,   Testung,Verarbeitung,  Konservierung,  Lagerung  und  Verteilung  von menschlichen  Geweben  und  Zellen

Richtlinie (EU) 2015/565 der Kommission zur Änderung der Richtlinie 2006/86/EG zur Änderung der Richtlinie 2006/86/EG hinsichtlich bestimmter technischer Vorschriften für die Kodierung menschlicher Gewebe und Zellen

Richtlinie (EU) 2015/566 der Kommission zur  Durchführung  der  Richtlinie 2004/23/EG hinsichtlich der  Verfahren zur  Prüfung der Gleichwertigkeit von Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei eingeführten Geweben und Zellen