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Ablauf einer postmortalen Gewebespende und Transplantation

Bei einer Organspende müssen viele Verantwortliche eng zusammenarbeiten: Angehörige, Intensivmedizinerinnen und -mediziner, Pflegepersonal und Mitarbeitende einer Gewebebank. Spendergewebe werden nicht sofort nach der Entnahme auf eine Empfängerin oder einen Empfänger übertragen.

Die Gewebe werden zunächst in einer speziellen Einrichtung, einer Gewebebank, aufbereitet und konserviert. Die Gewebebank lagert die Gewebezubereitungen – in manchen Fällen bis zu mehreren Jahren – bis sie schließlich transplantiert werden.

Voraussetzungen der postmortalen Gewebespende werden geklärt

Gewebe dürfen nur dann für eine Transplantation entnommen werden, wenn die Voraussetzungen klar erfüllt sind: Zum einen muss der Tod der spendenden Person zweifelsfrei nachgewiesen sein. Zum anderen muss eine Zustimmung für die Gewebespende vorliegen – zum Beispiel auf einem Organspendeausweis.

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Der Tod wird festgestellt

Gewebe können nur Menschen spenden, bei denen der Tod eingetreten ist. Voraussetzung für eine Gewebespende ist, dass die gesamten Hirnfunktionen unumkehrbar ausgefallen sind. Dieser Zustand wird auch als „Hirntod“ bezeichnet.

Gespräche mit den Angehörigen

Ist der Tod einer Patientin oder eines Patienten nachgewiesen, muss die Ärztin oder der Arzt mit den Angehörigen sprechen und sie darüber informieren.

Klärung der Spendebereitschaft

Gewebe dürfen nur dann entnommen werden, wenn eine Zustimmung dazu vorliegt.

Voraussetzungen

Entnahme, Konservierung und Vermittlung der Spendergewebe

Im Gegensatz zu Spenderorganen werden Spendergewebe nicht sofort transplantiert. Die Gewebe werden in einer Gewebebank zunächst weiterverarbeitet und konserviert. In der Gewebebank werden die konservierten Gewebe solange gelagert, bis sie an eine Empfängerin oder einen Empfänger vermittlet und dann transplantiert werden.

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Medizinische Untersuchung

Sollen Gewebe entnommen werden, prüfen die Ärztinnen und Ärzte zunächst, ob sich die Gewebe medizinisch für eine Transplantation eigenen und kein Risiko für die empfangende Person darstellen.

Die Gewebeentnahme

Die Gewebeentnahme wird mit der gleichen Sorgfalt wie jede andere Operation durchgeführt. Nach dem Eingriff werden die durch die Gewebeentnahme entstandenen Wunden verschlossen.

Verarbeitung, Konservierung und Lagerung

Im Gegensatz zu Spenderorganen werden Gewebe nicht direkt nach der Entnahmeoperation transplantiert. Gewebe werden zunächst verarbeitet, konserviert und bis zur Transplantation zwischengelagert.

Finanzierung und kommerzielle Aspekte

Während Organe direkt transplantiert werden müssen, werden Gewebe vor der Transplantation in zum Teil aufwendigen Verfahren weiter verarbeitet. Diese aufbereiteten Gewebe, sogenannte Gewebezubereitungen, dürfen wie andere Arzneimittel kommerziell vertrieben werden. Die meisten Gewebebanken in Deutschland arbeiten gemeinnützig.

Vermittlung und Transplantation

Anders als für Organtransplantationen gibt es für Gewebetransplantationen keine zentral geführten Wartelisten. Die Kriterien, nach denen Gewebespenden Patientinnen und Patienten zugeteilt werden, orientieren sich an der Dringlichkeit, der Erfolgsaussicht und der Wartezeit.

Entnahme, Konservierung und Vermittlung