WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:04.130
Das, was ich auch ihren Angehörigen in dem Dankesbrief gesagt habe, was mir

00:00:04.130 --> 00:00:08.010
tatsächlich auch sehr, sehr wichtig war, weswegen ich das ziemlich früh gemacht

00:00:08.010 --> 00:00:12.220
habe, dass ich auf das Herz aufpasse, dass ich auf unser Herz aufpasse und

00:00:12.220 --> 00:00:16.180
das Leben für uns beide weiterlebe.

00:00:16.180 --> 00:00:19.160
Mein Name ist Julia.

00:00:19.160 --> 00:00:25.070
Ich bin 24 Jahre alt und wurde im Alter von 21 Jahren in Düsseldorf

00:00:25.070 --> 00:00:30.070
herztransplantiert und bin heute hier, um über meine Geschichte zu erzählen.

00:00:30.070 --> 00:00:36.060
Ich hatte einen Gendefekt, wodurch ich schon im Kindesalter herzkrank war

00:00:36.060 --> 00:00:40.140
und Herzrhythmusstörungen hatte und eine Herzschwäche und das ist über die Jahre

00:00:40.140 --> 00:00:45.180
hinweg so schlimm geworden, dass die ganzen Medikamente, die wir alle

00:00:45.180 --> 00:00:50.000
ausprobiert haben und alle möglichen Therapieformen eben nicht mehr ausgereicht

00:00:50.000 --> 00:00:54.190
haben und das Spenderorgan, das Spenderherz in dem Fall, meine letzte

00:00:54.190 --> 00:00:59.110
Chance war, zu überleben und auch wieder Lebensqualität geschenkt zu bekommen.

00:00:59.110 --> 00:01:04.170
Ganz lange vor der Transplantation habe ich es eigentlich ganz gut geschafft, die

00:01:04.170 --> 00:01:08.010
Herzerkrankung so ein bisschen auszublenden.

00:01:08.010 --> 00:01:12.160
Natürlich musste ich schon von Kindesalter an irgendwie besonders auf meinen Körper,

00:01:12.160 --> 00:01:16.070
auf mein Herz aufpassen, durfte mich nicht zu sehr belasten,

00:01:16.070 --> 00:01:21.080
nicht viel Alkohol trinken, was ja gerade auch in der Jugend irgendwie einfach ein

00:01:21.080 --> 00:01:24.200
großes Thema ist, wo man dann einen Umgang mit finden muss.

00:01:24.200 --> 00:01:28.180
Aber dadurch habe ich auch einfach sehr früh gelernt für mich und meinen Körper

00:01:28.180 --> 00:01:32.030
einzustehen und Verantwortung zu übernehmen.

00:01:32.030 --> 00:01:36.100
Und dann ist es aber mit den Jahren doch so gewesen, dass irgendwie die Gesundheit

00:01:36.100 --> 00:01:42.140
immer mehr in den Fokus gerückt ist und so die normalen Sachen wie Studium,

00:01:42.140 --> 00:01:46.100
Freizeit und so weiter, die mussten irgendwie nach der Gesundheit

00:01:46.100 --> 00:01:48.080
geplant und gerichtet werden.

00:01:48.080 --> 00:01:55.080
Und das ist natürlich so die 18, 19 Jahre bis 21 dann schon

00:01:55.080 --> 00:01:59.230
irgendwie schwierig, eine Herausforderung einfach.

00:01:59.230 --> 00:02:05.180
Dass der Moment irgendwann kommen wird, war mir tatsächlich schon länger bewusst.

00:02:05.180 --> 00:02:10.110
Aber als es dann wirklich endgültig soweit war, dass die Ärzte alle gemeinsam

00:02:10.110 --> 00:02:14.190
bei mir am Krankenbett im Krankenhauszimmer standen,

00:02:14.190 --> 00:02:18.170
war ich tatsächlich einfach erleichtert, weil es mir zu dem Zeitpunkt so schlecht

00:02:18.170 --> 00:02:22.220
ging, dass das einfach meine letzte Hoffnung war, irgendwie wieder

00:02:22.220 --> 00:02:27.130
Lebensqualität zurückzugewinnen, weil ich die einfach vorher nicht mehr hatte.

00:02:27.130 --> 00:02:31.180
Ja, es ist total absurd, aber dadurch, dass wir in Deutschland einfach eine sehr

00:02:31.180 --> 00:02:37.080
schlechte Situation haben, was Organspende angeht, freut man sich dann als betroffene

00:02:37.080 --> 00:02:43.100
Person ja irgendwie tatsächlich, totkrank genug zu sein, die Chance zu

00:02:43.100 --> 00:02:45.090
haben, wieder gesünder werden zu können.

00:02:45.090 --> 00:02:50.220
Gesund wird man nicht mehr, aber natürlich deutlich besser, als es

00:02:50.220 --> 00:02:52.010
dann vorher irgendwie war.

00:02:52.010 --> 00:02:56.090
Ich habe nur zwei Wochen tatsächlich zuhause gewartet und die restliche Zeit dann

00:02:56.090 --> 00:03:00.130
im Krankenhaus, weil ich dann hochdringlich gelistet wurde.

00:03:00.130 --> 00:03:05.090
Und wenn man sich so ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzt, weiß man ja, wie

00:03:05.090 --> 00:03:09.170
lange das teilweise dauern kann, bis man ein passendes Spenderorgan bekommt,

00:03:09.170 --> 00:03:11.180
wenn man es überhaupt bekommt.

00:03:11.180 --> 00:03:15.140
Und das war schon komisch, irgendwie im Krankenhaus dann

00:03:15.140 --> 00:03:19.010
einzuziehen auf ungewisse Zeit, weg von Zuhause, und irgendwie wird das

00:03:19.010 --> 00:03:23.160
Krankenhauszimmer zum temporären Zuhause.

00:03:23.160 --> 00:03:27.210
Und sowohl ich als auch meine Familie und Freunde haben versucht, mir

00:03:27.210 --> 00:03:29.190
das so schön wie möglich irgendwie zu machen.

00:03:29.190 --> 00:03:33.130
Also am Ende hatte ich ganz viel Deko überall stehen und es hatte nicht mehr

00:03:33.130 --> 00:03:35.210
ganz so viel von einem Krankenhauszimmer.

00:03:35.210 --> 00:03:38.240
Ich hatte ganz, ganz viel Glück bei meiner Wartezeit.

00:03:38.240 --> 00:03:43.000
Und zwar habe ich nur 13 Tage hochdringlich gelistet warten müssen.

00:03:43.000 --> 00:03:46.010
Und dadurch, dass ich im Krankenhaus gewartet habe, habe ja nicht ich

00:03:46.010 --> 00:03:50.130
persönlich den Anruf bekommen, sondern die Ärzte vor Ort und die sind dann

00:03:50.130 --> 00:03:53.050
mitten in der Nacht reingekommen.

00:03:53.050 --> 00:03:56.150
Ich war erst mal ein bisschen orientierungslos, weil ich ausnahmsweise

00:03:56.150 --> 00:04:02.030
mal ein bisschen tiefer geschlafen habe und ich wusste nicht, ist jetzt Wochenende

00:04:02.030 --> 00:04:07.120
und das sind deswegen andere Ärzte als meine gewöhnlichen Ärzte dort.

00:04:07.120 --> 00:04:12.170
Aber es war die Nachtschicht, die mir dann verkündet hat, dass sie ein passendes

00:04:12.170 --> 00:04:15.040
Herzangebot für mich bekommen haben.

00:04:15.040 --> 00:04:17.060
Und dann ging es auch schon los.

00:04:17.060 --> 00:04:22.070
Das war eine der intensivsten Zeiten, die ich je erlebt habe.

00:04:22.070 --> 00:04:25.220
Danach ist es natürlich noch ein bisschen intensiver geworden,

00:04:25.220 --> 00:04:30.160
aber in diesem ganzen Transplantationsprozess scheint sich irgendwas

00:04:30.160 --> 00:04:33.140
verzögert zu haben, sodass ich im Endeffekt noch

00:04:33.140 --> 00:04:39.070
knappe acht Stunden gewartet habe, bis es wirklich losging mit der OP.

00:04:39.070 --> 00:04:44.020
Aber meine Eltern durften kommen, mein Bruder und mein Partner, sodass wir dann

00:04:44.020 --> 00:04:48.060
irgendwie acht Stunden lang alle möglichen Gefühle durchlebt haben.

00:04:48.060 --> 00:04:52.070
Aber dadurch, dass meine liebsten und wichtigsten Menschen bei mir

00:04:52.070 --> 00:04:56.000
waren, hatte ich so eine innere Ruhe, dass ich sogar noch ein Nickerchen

00:04:56.000 --> 00:04:57.200
machen konnte vorher.

00:04:57.200 --> 00:05:00.150
Angst war tatsächlich kein Gefühl, was ich vorher hatte.

00:05:00.150 --> 00:05:05.150
Ich bin, man kann es naiv oder optimistisch nennen, einfach davon

00:05:05.150 --> 00:05:07.100
ausgegangen, dass es gut geht.

00:05:07.100 --> 00:05:12.120
Eine andere Option gab es für mich nicht, aber es war Trauer dabei, tatsächlich ganz

00:05:12.120 --> 00:05:18.060
viel bei mir persönlich, weil ich wusste, okay, meine Familie freut sich zwar gerade

00:05:18.060 --> 00:05:22.160
mit mir, aber irgendwo anders sitzt gerade eine Familie, die trauert.

00:05:22.160 --> 00:05:26.180
Das konnte ich tatsächlich auch nicht so wirklich ausblenden.

00:05:26.180 --> 00:05:31.130
Und kurz vorher weiß ich noch, da habe ich dann gesagt: „Jetzt kriege ich doch

00:05:31.130 --> 00:05:33.070
auch ein bisschen Muffensausen.“

00:05:33.070 --> 00:05:40.000
Und ja, bei meiner Familie war natürlich noch deutlich mehr Aufregung und

00:05:40.000 --> 00:05:41.240
Angst natürlich auch einfach dabei.

00:05:41.240 --> 00:05:44.180
Also das Aufwachen habe ich mir tatsächlich ein bisschen

00:05:44.180 --> 00:05:46.080
romantischer vorgestellt.

00:05:46.080 --> 00:05:52.180
Man fühlt sich noch nicht so ganz wie neugeboren, eher wie vom LKW überfahren.

00:05:52.180 --> 00:05:56.020
Man ist natürlich noch unter einem sehr großen Medikamenteneinfluss.

00:05:56.020 --> 00:05:59.150
Also meine Erinnerung ist tatsächlich auch dunkel.

00:05:59.150 --> 00:06:03.100
Ich habe eher so akustische Erinnerungen, so als allererstes.

00:06:03.100 --> 00:06:06.110
Ich war auch noch intubiert ,sodass ich nicht sprechen konnte.

00:06:06.110 --> 00:06:12.150
Ich konnte mich nicht bewegen aufgrund der Schmerzen und weil ich eben auch fixiert

00:06:12.150 --> 00:06:17.070
war, die Intubation nicht irgendwie rauszureißen.

00:06:17.070 --> 00:06:23.200
Also das war maximale Hilflosigkeit, unvorstellbare Schmerzen und

00:06:23.200 --> 00:06:28.150
es wurde aber so organisiert, dass mein Vater und mein Partner da waren,

00:06:28.150 --> 00:06:30.210
als ich wach geworden bin.

00:06:30.210 --> 00:06:35.040
Und dann waren die beiden mal wieder so mein Anker in dem Moment.

00:06:35.040 --> 00:06:38.240
Ich war nach der Transplantation noch sechs Wochen im Krankenhaus und habe da

00:06:38.240 --> 00:06:42.130
aber auch schon sehr intensive Physiotherapie bekommen, wurde auf die

00:06:42.130 --> 00:06:46.100
Reha schon mal vorbereitet, weil da muss man ja dann doch

00:06:46.100 --> 00:06:50.040
plötzlich irgendwie wieder sehr selbständig sein und am Anfang kann man ja

00:06:50.040 --> 00:06:55.210
nichts alleine, vom Waschen bis hin zum Aufstehen und allem drum und dran.

00:06:55.210 --> 00:06:59.220
Und nach sechs Wochen bin ich dann in die Reha gekommen für einen Monat

00:06:59.220 --> 00:07:02.180
noch und danach dann nach Hause.

00:07:02.180 --> 00:07:06.240
Und dann wird man irgendwie noch viel schneller

00:07:06.240 --> 00:07:10.220
fit, weil wie das immer so ist zuhause, geht es einem irgendwie am besten.

00:07:10.220 --> 00:07:12.110
Zuhause kann man am besten heilen.

00:07:12.110 --> 00:07:14.100
Es war alles schön.

00:07:14.100 --> 00:07:21.080
Also vom Duschen am Morgen bis hin, dass man ein Badezimmer hat, wo

00:07:21.080 --> 00:07:23.000
man die Türe schließen kann.

00:07:23.000 --> 00:07:25.100
Das ist schon sehr, sehr viel wert.

00:07:25.100 --> 00:07:30.240
Also nach so einer Zeit im Krankenhaus weiß man die sonst so selbstverständlichen

00:07:30.240 --> 00:07:35.210
Dinge wirklich sehr zu schätzen, weil man einfach am eigenen Leib erfahren hat, dass

00:07:35.210 --> 00:07:40.020
das nicht selbstverständlich ist von den eigenen Körperfunktionen, hin bis zu der

00:07:40.020 --> 00:07:42.200
Lebensqualität, die die Dinge ja auch irgendwie wieder schön machen und nicht

00:07:42.200 --> 00:07:48.130
nur so übers Überleben handeln, sondern übers Leben.

00:07:48.130 --> 00:07:53.000
Und selber entscheiden zu können, was man essen möchte, wann man worauf Hunger hat,

00:07:53.000 --> 00:07:58.220
sein Essen wieder selber zubereiten zu können, die Liebsten um sich zu haben.

00:07:58.220 --> 00:08:00.180
Ich konnte wieder alleine gelassen werden.

00:08:00.180 --> 00:08:02.190
Das war vorher auch nicht möglich.

00:08:02.190 --> 00:08:06.120
Dadurch, dass ich immer wieder lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen

00:08:06.120 --> 00:08:09.090
hatte, war ich irgendwie immer in Begleitung.

00:08:09.090 --> 00:08:14.190
Das musste ich und auch mein Umfeld dann auch erst mal wieder neu lernen, in dieses

00:08:14.190 --> 00:08:19.040
neue Herz vertrauen zu können, und Sport zu machen.

00:08:19.040 --> 00:08:23.100
Also auch nach der Reha habe ich dann weiter ambulanten Reha-Sport gemacht

00:08:23.100 --> 00:08:26.130
und ja, ich konnte meine Freizeit plötzlich planen.

00:08:26.130 --> 00:08:30.180
Also ich hatte Zeit, die ich irgendwie für schöne Dinge aufwenden konnte, das kann

00:08:30.180 --> 00:08:32.110
auch erst mal ein bisschen überfordern.

00:08:32.110 --> 00:08:35.020
Ich merke natürlich, dass ich jetzt ein gesundes Herz habe.

00:08:35.020 --> 00:08:39.060
Also gerade, ich würde fast sagen, die ersten anderthalb

00:08:39.060 --> 00:08:43.060
Jahre musste ich mich auch erst mal daran gewöhnen, dass dieses neue

00:08:43.060 --> 00:08:44.180
Herz so viel Energie hat.

00:08:44.180 --> 00:08:47.110
Am Anfang dachte ich wirklich, es springt mir gleich aus der Brust, weil

00:08:47.110 --> 00:08:49.150
es so stark geschlagen hat.

00:08:49.150 --> 00:08:52.070
Das kannte ich ja vorher gar nicht.

00:08:52.070 --> 00:08:55.170
Dadurch, dass ich so viele Jahre ein immer schwächer werdendes Herz hatte,

00:08:55.170 --> 00:09:01.130
war das ganz ungewohnt, oder dass ich einen normalen Blutdruck hatte.

00:09:01.130 --> 00:09:05.240
Weil mein Blutdruck vorher, damit würde es anderen Menschen nicht so gut gehen,

00:09:05.240 --> 00:09:08.120
für mich war der normal und deswegen musste ich mich erst mal an

00:09:08.120 --> 00:09:10.060
normalen Blutdruck wieder gewöhnen.

00:09:10.060 --> 00:09:14.110
Ich kriege ja auch ganz oft gespiegelt, wie toll ich das alles gemacht habe, aber

00:09:14.110 --> 00:09:18.040
ich sehe eigentlich so mein ganzes Umfeld, was hinter mir stand und mir

00:09:18.040 --> 00:09:20.100
das alles überhaupt möglich gemacht hat.

00:09:20.100 --> 00:09:23.160
Also zum einen gibt es irgendwie mittlerweile so diese Zeitrechnung bei

00:09:23.160 --> 00:09:26.040
mir vor und nach der Transplantation.

00:09:26.040 --> 00:09:31.220
So kann ich Dinge ganz gut einordnen, weil es natürlich das einschneidendste

00:09:31.220 --> 00:09:34.090
Lebensereignis in meinem Leben bisher war.

00:09:34.090 --> 00:09:38.150
Ich würde fast sagen, jede Zeiteinheit, die es so gibt, fühlt sich irgendwie viel,

00:09:38.150 --> 00:09:44.130
viel größer an, weil man weiß, wie wertvoll diese Zeit eben ist,

00:09:44.130 --> 00:09:47.180
dass ich die geschenkt bekommen habe, dass es nicht selbstverständlich

00:09:47.180 --> 00:09:49.070
ist, dass ich die habe.

00:09:49.070 --> 00:09:55.070
Und natürlich auch durch diesen ganzen Prozess bisher das Bewusstsein dafür, dass

00:09:55.070 --> 00:09:58.230
mir diese Zeit auch in jedem Moment theoretisch wieder genommen werden kann.

00:09:58.230 --> 00:10:02.050
Ich hatte schon lange vorher einen Organspendeausweis.

00:10:02.050 --> 00:10:05.170
Seit wann genau? Kann ich gar nicht mehr sagen.

00:10:05.170 --> 00:10:08.180
Und es war für mich einfach

00:10:08.180 --> 00:10:13.230
selbstverständlich, das sich meine Organe spenden möchte,

00:10:13.230 --> 00:10:16.150
wenn ich sie nicht mehr brauche.

00:10:16.150 --> 00:10:21.080
Und es war aber trotzdem inhaltlich nicht so wirklich Thema.

00:10:21.080 --> 00:10:24.040
Für mich war es nun mal selbstverständlich, aber es gab niemanden,

00:10:24.040 --> 00:10:28.110
der irgendwie da das Thema von außen, sage ich jetzt mal,

00:10:28.110 --> 00:10:33.100
aufgemacht hat, aufgeklärt gewehrt hat, informiert hat, weder in der Schule

00:10:33.100 --> 00:10:35.090
noch irgendwie in anderen Settings.

00:10:35.090 --> 00:10:39.200
Ich finde es einfach immer ganz toll, da in Gespräche zu kommen mit Menschen, die

00:10:39.200 --> 00:10:43.110
sich vielleicht schon mit dem Thema beschäftigt haben und noch unsicher sind,

00:10:43.110 --> 00:10:47.170
aber auch mit denen, die sich da noch gar keine Gedanken drum gemacht haben und ganz

00:10:47.170 --> 00:10:52.100
von vorne starten, weil ich natürlich auch weiß, dass es selten so eine Chance

00:10:52.100 --> 00:10:56.040
gibt, das irgendwie zum Thema zu machen.

00:10:56.040 --> 00:11:01.170
Und die Angehörigentreffen ordne ich für mich gar nicht so als Aufklärungsarbeit ein,

00:11:01.170 --> 00:11:04.080
sondern das ist für mich persönlich einfach sehr, sehr

00:11:04.080 --> 00:11:10.230
wichtig, stellvertretend meiner Spenderfamilie Danke sagen zu können.

00:11:10.230 --> 00:11:16.150
Das beobachte ich auch immer wieder, wenn Familienmitglieder zusammen auf mich

00:11:16.150 --> 00:11:21.190
zukommen in irgendeinem Setting und sich herausstellt, die eine Person würde

00:11:21.190 --> 00:11:26.110
den ersten Punkt ankreuzen, die andere Person den zweiten Punkt und

00:11:26.110 --> 00:11:29.230
dass die Menschen auch dann teilweise das erste Mal ins Gespräch kommen

00:11:29.230 --> 00:11:31.200
und sich darüber austauschen.

00:11:31.200 --> 00:11:37.130
Und ganz viele Sorgen und Zweifel klären sich dann eigentlich von alleine.

00:11:37.130 --> 00:11:42.090
Und irgendwie geht es ja auch darum, die Angehörigen mit dieser Entscheidung zu

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entlasten, wenn man sie selber trifft.

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Und gerade dann finde ich es einfach super wichtig, ins Gespräch zu gehen.

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Alles geht irgendwann vorbei, zwar auch die guten Sachen, aber eben

00:11:52.210 --> 00:11:55.010
auch die schlechten Zeiten.

00:11:55.010 --> 00:11:57.090
Und man schafft das alles irgendwie.

00:11:57.090 --> 00:12:02.040
Ich genieße einfach jedes Lebensjahr, was ich nutzen kann, indem es mir gut geht,

00:12:02.040 --> 00:12:07.020
ich das Leben genießen kann und mich auch für Organspende einsetzen kann.

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Das ist eine Sache, die ich so in der Zeit gelernt habe, dass man

00:12:12.180 --> 00:12:16.190
nicht so viel planen kann, weil das Leben kommt irgendwie immer dazwischen und

00:12:16.190 --> 00:12:20.090
solange man das Beste irgendwie aus jedem Moment rausholt, kommt da am Ende

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schon irgendwas Gutes bei rum.