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Ich allein entscheide

Lesedauer: 4 Minuten
Ruth Moschner ist Moderatorin und Buchautorin. Gesundheitsthemen sind eine große Leidenschaft der Fachberaterin für ganzheitliche Ernährung und Gesundheit. Uns hat sie verraten, warum die Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende für sie eine Herzensangelegenheit ist.

Ruth Moschner macht sich für das Thema Organspende stark

BZgA: Sie haben einen Organspendeausweis und sich in TV-Shows und sozialen Netzwerken für das Thema stark gemacht. Warum?

Ruth Moschner:Ich glaube, viele Menschen wissen gar nicht, dass es so was wie einen Organspendeausweis gibt und wie einfach es ist, solch ein Dokument zu bekommen.

Es gibt ihn ja sogar in mehreren Sprachen. Jeder, der 14 Jahre alt ist, kann widersprechen oder ab 16 Jahren zustimmen.

Was für die persönliche Entscheidung wichtig war

BZgA: Welche Fragen haben Sie sich gestellt? Was war für Ihre Entscheidung ausschlaggebend?

Ruth Moschner: Mir gefällt die Vorstellung, dass ich auch meinem Tod noch etwas Gutes bewirken kann. Wenn jemand ein Organ von mir bekommt - sei es eine Transplantation von Haut, die zum Beispiel bei Brandopfern benötigt wird, oder natürlich die Klassiker wie Nieren, Herz und Co. -, dann ist das eine gute Sache.

Inzwischen ist mir aber auch bewusst, dass ich durch diesen Ausweis meinen Angehörigen eine wichtige Entscheidung abnehme. Ich allein entscheide, und belaste zum Beispiel meinen Freund nicht damit. Wenn jemand stirbt, hat man doch genug andere Dinge zu bewältigen.

  • Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit.

Ruth Moschners erste Berührung mit dem Thema Organspende

BZgA: Wie sind Sie mit der Thematik in Berührung gekommen?

Ruth Moschner: Ich wurde an meinem 18. Geburtstag von meinem Krankenkassenberater darauf aufmerksam gemacht und für mich stand es außer Frage, dass ich so einen Ausweis haben wollte. Inzwischen habe ich natürlich auch durch meine Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin oft mit Medizinerinnen und Medizinern zu tun, mit denen ich mich zum Thema austausche.

Jetzt lese ich die alljährlichen Meldungen zu dem Thema mit mehr Aufmerksamkeit. Es ist schade, dass wir Deutschen, was das Thema Organspende angeht, immer noch so weit hinter anderen Ländern liegen.

Mit der persönlichen Entscheidung wohlfühlen

BZgA: Die Auseinandersetzung mit Organspende ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Was würden Sie Menschen raten, die sich davor scheuen, eine Entscheidung zu treffen?

Ruth Moschner: Ängste kann man grundsätzlich immer nur dann abbauen, wenn man das Thema laut aus- und anspricht. Ich möchte auch wirklich keinen „missionieren“.

Wenn sich jemand schon alleine bei dem Gedanken nicht wohlfühlt, ist das zu respektieren. Schließlich geistern auch zahlreiche Horrorgeschichten durch die diversen Foren. Im Idealfall spricht man seinen Krankenkassenberater an, wählt die Hotline der BZgA oder redet mit dem Hausarzt seines Vertrauens. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit, dabei soll man sich doch wohlfühlen.