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Eine höchst persönliche Entscheidung

Lesedauer: 3 Minuten
Peter Kloeppel schaut in die Kamera.
Peter Kloeppel ist Journalist und gehört zu den bekanntesten Nachrichtenmoderatoren des deutschen Fernsehens: Seit 1992 ist er Chefmoderator von „RTL Aktuell“.

Peter Kloeppel hat seinen Organspendeausweis immer dabei

BZgA: Herr Kloeppel, haben Sie eigentlich auch einen Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung ausgefüllt?

Peter Kloeppel: Ja, ich habe einen Organspendeausweis und trage den auch durchgängig bei mir. Eine Patientenverfügung habe ich noch nicht.

Mit einer Organspende anderen Menschen helfen

BZgA: Welche Fragen haben Sie sich bei Ihrer Entscheidung zum Organspendeausweis gestellt? Was war für Sie ausschlaggebend?

Peter Kloeppel: In Deutschland sind Tausende Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder mit lebensbedrohlichen Erkrankungen auf Organspenden angewiesen. Dass ich ihnen im Falle meines Todes über eine Organspende helfen kann zu leben oder mit einer Gewebespende ein besseres Leben führen zu können, ist für mich persönlich eine Selbstverständlichkeit.

Mein Körper hat nach meinem Ableben keine Funktion mehr und ob ich nun mit oder ohne Herz oder Lunge oder Leber begraben werde, spielt für mich keine Rolle, für einen Empfänger und seine Angehörigen aber umso mehr.

  • Ja, ich habe einen Organspendeausweis und trage den auch durchgängig bei mir.

Warum eine Entscheidung zur Organspende schwierig sein kann

BZgA: In Deutschland sind Trägerinnen und Träger eines Organspendeausweises eher die Ausnahme, obwohl in Umfragen immer wieder eine deutliche Mehrheit der Organspende positiv gegenübersteht. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Peter Kloeppel: Dafür hat sicher jeder Betroffene eine eigene Begründung. Die Auseinandersetzung mit dieser Frage bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tod. Dass dieser unausweichlich ist, ist allen klar, damit verbundene Entscheidungen in der Gegenwart schieben wir alle aber gerne immer wieder vor uns her.

Vielleicht auch deshalb, weil die Entnahme eines oder mehrerer Organe nach dem Tod für viele potenzielle Spender mit der Sorge einhergeht, dies könne belastend für die Angehörigen sein. Denn zur Trauer um ein Familienmitglied kommt auch noch die Frage hinzu, was genau geschieht jetzt mit dem Körper des Verstorbenen.

Der Hirntod ist ein unumkehrbarer Zustand

BZgA: Das Thema Hirntod wird in der Öffentlichkeit immer wieder kritisch diskutiert. Dabei geht es um die Frage, ob man im Falle eines Hirntods wirklich tot ist. Wie stehen Sie dazu?

Peter Kloeppel: Hirntod ist meiner Kenntnis nach eindeutig: Das Gehirn gibt keine Aktivitätsanzeichen mehr von sich, ein irreversibler Zustand.

Lediglich der Einsatz von medizinischen Geräten erweckt den Eindruck von Leben. Die wenigsten von uns, mich eingeschlossen, wollen aber in diesem Zustand weiterleben.

Information und Austausch sind für die Entscheidung wichtig

BZgA: Was würden Sie Menschen raten, die nach einer Entscheidung zu diesem Thema suchen?

Peter Kloeppel: Sich so gut und umfassend wie möglich zu informieren und sich mit Freunden, Bekannten und, wenn möglich, Betroffenen und Spezialisten auszutauschen. Die Entscheidung, sich zu einer Organspende bereit zu erklären, ist eine höchst persönliche. Genauso wie die Entscheidung, NICHT Organspender zu werden.

Dass über eine Veränderung des gesetzlichen Rahmens diskutiert wird, begrüße ich sehr. Dazu gehört für mich aber auch eine bessere Organisation der medizinischen Transplantations-Infrastruktur und eine intensivere Schulung der Ärzte und Pflegekräfte, die im Falle von Organentnahmen in Kontakt zu den Angehörigen stehen.

Journalist Peter Kloeppel blickt in die Kamera.
Journalist und Nachrichtensprecher Peter Kloeppel setzt sich für Organspende ein.

Peter Kloeppel wünscht sich gute Nachrichten zur Organspende

BZgA: Auf welchem Wege haben Sie sich über Organspende informiert?

Peter Kloeppel: Ich habe mit Ärzten gesprochen, mich mit Bekannten und Freunden unterhalten und ich habe öffentlich zugängliche Quellen zu diesem Thema konsultiert. Im Endeffekt stand meine Entscheidung Pro Organspende aber schon sehr früh fest vor allem wenn ich an Menschen denke, denen durch ein Spenderorgan ein besseres oder sogar neues Leben geschenkt wurde.

BZgA: Welche Nachricht würden Sie gerne in fünf Jahren zum Thema Organspende lesen?

Peter Kloeppel: Die Zahl der Organspenden in Deutschland hat sich seit dem Jahr 2019 mehr als verdoppelt und sie steigt mit jedem Jahr.

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