Ein neues Leben – aber anders
"Alle Schmerzen, aller Aufwand haben sich gelohnt! Auch wenn meine Lebenserwartung durch die Nebenwirkungen der lebenslangen Medikation eingeschränkt ist, habe ich doch eine gute Lebensqualität. Wertigkeiten in der Lebensplanung verschieben sich; ich lebe intensiver." So fasst ein Mann, der ein fremdes Herz erhalten hat, später seine Gedanken zusammen.
Wenn ein gespendetes Organ vom Körper des Empfänger angenommen wurde, kann es funktionieren wie ein eigenes, gesundes Organ: Nierenkranke brauchen keine Dialyse mehr; Menschen nach Herztransplantation können wieder joggen, Diabetiker mit einer neuen Bauchspeicheldrüse benötigen oft keine Insulinspritzen mehr.
Ständige Begleiter – die immunsuppressiven Medikamente
Allerdings gibt es eine Einschränkung: Der Organismus wird das neue Organ als Fremdkörper erkennen und versuchen, es abzustoßen. So eine Abstoßungsreaktion kann sehr gefährlich werden. Sie kann dazu führen. dass das transplantierte Organ nicht mehr funktioniert. Deshalb muss jeder Organempfänger dauerhaft regelmäßig Medikamente einnehmen, die eine Abstoßung unterdrücken sollen (Immunsuppressiva). Die richtige Dosierung der Medikamente und das Auftreten möglicher Nebenwirkungen müssen dabei regelmäßig überprüft werden.
Ein Muss - regelmäßige ärztliche Kontrollen
Transplantierte Patienten müssen sich regelmäßige untersuchen lassen, damit Hinweise auf eine Abstoßungsreaktion frühzeitig erkannt, die Dosis der Medikamente optimal eingestellt und mögliche Nebenwirkungen rechtzeitig behandelt werden können. Die Abstände zwischen diesen Untersuchungen sind anfangs sehr kurz und verlängern sich bei zufriedenstellenden Ergebnissen.
Der Alltag eines Transplantierten
Häufig gelingt es den Patienten gut, mit den Einschränkungen zu leben. Sie kehren nach und nach in den Alltag zurück. Je nach ihrem körperlichen Zustand können sie wieder in den Beruf zurückkehren, Sport treiben und Urlaub machen. Allerdings muss hierbei die erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten durch die geschwächte Immunabwehr berücksichtigt werden, die eine der Folgen der Medikamente ist. So sollten beispielsweise ein enger Kontakt mit infizierten Menschen vermieden und strengere hygienische Maßnahmen bei der Essenszubereitung eingehalten werden. Dies gilt in besonderem Maß bei Urlaubsreisen in Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko.

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