Vermittlerin der Spenderorgane in Mitteleuropa
Die Stiftung Eurotransplant vermittelt die Spenderorgane in sieben europäischen Ländern. Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich und Slowenien haben sich zusammengeschlossen, um durch gemeinsame Vermittlung der
gespendeten Organe eine möglichst effektive Versorgung der Patienten auf den Wartelisten zur Organtransplantation zu gewährleisten. Die zuständige Organisation Stiftung Eurotransplant, mit Sitz im holländischen Leiden, führt in ihren Wartelisten ca. 15.000 Menschen. Im Jahr 2007 wurden rund 7.100 Lebern, Herzen, Lungen, Nieren und Bauchspeicheldrüsen gespendet und transplantiert.
Der passende Empfänger wird ermittelt
Bei Eurotransplant laufen die Daten der Patienten, die auf eine Transplantation warten und die Daten der Organspender zusammen. Die relevanten Daten über mögliche Organempfänger erhält Eurotransplant aus den Transplantationszentren. Die Informationen über den Organspender bzw. über die gespendeten Organe werden aus Deutschland von der Koordinierungsstelle, der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) weitergeleitet.
Wird von der DSO ein Organspender gemeldet, so ermittelt Eurotransplant computergesteuert die passenden Empfänger von der Warteliste.
Die Kriterien der Organvermittlung unterscheiden sich dabei von Organ zu Organ. Für die Vermittlung der Nieren werden beispielsweise die Übereinstimmung der Blutgruppe, der Gewebemerkmale und die medizinische Dringlichkeit sowie die Wartezeit des möglichen Empfängers berücksichtigt. Bei der Vermittlung einer Spenderleber werden Größe und Gewicht des Spenders und damit des Spenderorgans berücksichtigt, Entscheidend bei der Auswahl des geeigneten Empfängers ist die Dringlichkeit der Transplantation. Um diese zu beurteilen wird aus objektiven Laborwerten der sog. MELD-Score berechnet. Dieser ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit des Patienten ohne Transplantation innerhalb der nächsten drei Monate auf der Warteliste zu versterben und gibt somit die Dringlichkeit der Transplantation wieder. Welche Kriterien bei der Verteilung der Organe in Deutschland durch Eruotransplant zu berücksichtigen sind, wird durch die Bundesärztekammer in Richtlinien festgelegt.
Sobald der Empfänger computergesteuert ausgewählt wurde, werden seine Ärzte im Transplantationszentrum durch Eurotransplant informiert. Die Ärzte entscheiden darüber, ob das Organ tatsächlich transplantiert werden kann.
Die Büros sind rund um die Uhr besetzt
Ein wichtiger Faktor, der über das Gelingen einer Transplantation entscheidet, ist die Zeitspanne zwischen der Organentnahme und der Transplantation. Daher sollten die Transportzeiten so kurz wie möglich sein. Nur wenige Stunden dürfen vergehen, sonst nehmen die Organe Schaden und die Transplantation kann missglücken.
Darum halten ca.70 Mitarbeiter, unter Ihnen Ärzte und Computerspezialisten sowie speziell geschulte Medizinstudenten das Büro in Leiden rund um die Uhr in Gang. Die Entscheidung über die Vergabe fällt schnell, für den Transport der Organe wird unter Umständen auch ein Helikopter oder ein Flugzeug benutzt. Jedes fünfte Organ wird in ein anderes Mitgliedsland transportiert, wo ein passender Empfänger auf das Spenderogan wartet. In anderen EU-Ländern außerhalb von Eurotransplant liegt der Anteil von über Ländergrenzen zum Wohle der Patienten ausgetauschen Organe nur bei ca. zwei Prozent.
1967 gegründet, hat die Stiftung inzwischen mehr als 122.000 schwerkranken Menschen durch die Vermittlung eines Spenderorgans helfen können. Im Eurotransplant-Gebiet wurden mehr als 14.000 Herzen, 4000 Lungen, 79.000 Nieren, 21.000 Lebern und 4200 Bauchspeicheldrüsen transplantiert.

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